Günstigere Rohlinge könnten Inkompatibilitäten verursachen Blu-ray-Fertigung soll durch LTH-Verfahren billiger werden

Redakteur: Martin Hensel

Die Hersteller von Blu-ray-Rohlingen planen die Umstellung der Produktion vom bisherigen „High-to-Low“-Verfahren auf die „Low-to-High“-Variante. Dabei soll organisches Material als Datenschicht dienen, wie es bereits bei der Herstellung von CDs und DVDs zum Einsatz kommt. Allerdings könnten ältere Schreib- und Lesegeräte Probleme mit den neuen Disks haben.

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Bei der Blu-ray-Fertigung kündigt sich ein Wechsel von Phase-Change-Material zu organischen Farbstoffen an.
Bei der Blu-ray-Fertigung kündigt sich ein Wechsel von Phase-Change-Material zu organischen Farbstoffen an.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mehrere namhafte Medienhersteller, wie beispielsweise Hitachi Maxell, Verbatim oder Fuji, planen derzeit ein neues Fertigungsverfahren für Blu-ray-Disc-Rohlinge. Grund dafür ist vor allem eine weniger aufwendige und kostspielige Herstellung, die sich letztlich auch auf die Verkaufspreise der Medien auswirken wird.

Bisher beruhte die Fertigung der Blu-ray-Medien auf dem „High-to-Low“-Verfahren (HTL). Die mehrlagige Aufnahmeschicht aus anorganischem Phase-Change-Material ändert ihren Zustand nach der Erhitzung durch den Laser von amorph in kristallin. Der unbehandelte Bereich reflektiert viel Licht, während die gebrannten Segmente nur wenig lichtdurchlässig sind.

Organische Farbstoffe statt Phase-Change-Material

Statt des Phase-Change-Materials wollen die Hersteller nun auf organische Farbstoffe (Dye) setzen, die bereits in ähnlicher Form bei CD- und DVD-Rohlingen zum Einsatz kommen. Die Produktion dieser Medien ist weniger aufwendig und zudem auf lange Sicht günstiger, als die derzeit praktizierte Fertigungsmethode. Angenehmer Nebeneffekt für die Hersteller: Low-to-High-Disks lassen sich auch auf Produktionsanlagen für CD- und DVD-Rohlinge fertigen.

Allerdings ändert sich mit der Umstellung auf „Low-to-High“ auch die Signalcharakteristik der Rohlinge, da Medien auf Dye-Basis das Licht des Lasers anders reflektieren. Im Gegensatz zu den Phase-Change-Medien wirft die ungebrannte Oberfläche wenig Licht zurück, während der beschriebene Bereich viel Licht reflektiert.

Firmwareupdates verhindern Inkompatibilität

Sowohl das HTL- als auch das LTH-Verfahren sind in der Blu-ray-Spezifikation 1.2 vorgesehen. Allerdings garantiert das nicht, dass bereits erhältliche Lesegeräte und Brenner sofort mit den LTH-Rohlingen funktionieren. Firmware-Updates, die beispielsweise bereits für die Laufwerke von Panasonic erhältlich sind, schaffen Abhilfe. Ob und wann derartige Updates für bereits auf dem Markt befindliche Geräte angeboten werden, liegt aber im Ermessen des jeweiligen Herstellers. Somit kann das Zusammenspiel von LTH-Medien und Blu-ray-Laufwerken nicht immer garantiert werden.

Zunächst sollen die LTH-Rohlinge in Japan noch im Lauf des kommenden Monats auf den Markt kommen. Der Preis für einen Rohling soll umgerechnet unter sechs Euro liegen. Hierzulande kostet ein BD-R-Rohling mit 25 Gigabyte Kapazität derzeit mindestens 11 Euro. Wenn die LTH-Medien den europäischen Markt erreichen, steht noch nicht fest. Gerüchten zufolge darf aber im Herbst dieses Jahres mit ersten Exemplaren gerechnet werden.

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