Damit das Geschäft jederzeit läuft

Business Continuity – Vorsorge für den Notfall

| Autor / Redakteur: Tina Billo / Rainer Graefen

Andererseits ist es erforderlich, für jede Form der Unterbrechung klare organisatorische, technische und personelle Regeln sowie aufeinander abgestimmte Maßnahmen festzulegen. Ziel ist dabei, die durchgängige Verfügbarkeit kritischer Geschäftsprozesse aber auch die schnellstmögliche Wiederaufnahme des Betriebs nach Störungen zu gewährleisten.

Hauptaugenmerk SLAs

Eine erfolgsversprechende Business-Continuity-Strategie setzt jedoch eine Menge Vorarbeit voraus. Im ersten Schritt heißt es genau zu ermitteln, welche betrieblichen Abläufe für das Unternehmen überlebenswichtig sind. Ebenso ist es notwendig, für die einzelnen Netze, Komponenten, Systeme und Anwendungen die jeweils maximal tolerierbaren Ausfall- und Wiederanlaufzeiten sowie im Rahmen von Service-Level-Vereinbarungen (SLAs) darauf abgestimmte Service-Level-Ziele zu fixieren.

Diese regeln zahlreiche an Verfügbarkeit, Qualität und Sicherheit sowohl interner als auch externer Dienste gestellte Anforderungen. Datenschutz, Leistungsindikatoren von Systemen, garantierte Wiederherstellungszeiten, der Umgang mit Support-Anfragen, Vertragsstrafen bei Nichteinhaltung und vieles weitere mehr zählen ebenso zu den in SLAs festgeschriebenen Parametern.

Nicht jedes Problem ist offensichtlich

Präzise Vorgaben festzulegen ist insofern von Bedeutung, da durchaus Probleme auftreten können, die sich nicht unmittelbar auf die Verfügbarkeit von Systemen auswirken. Trotz allem deren Leistungsfähigkeit in einem Maß mindern, dass sich geschäftskritische Anwendungen kaum noch effizient betreiben lassen. Ein unzureichendes Antwortzeitverhalten und ein sinkender Datendurchsatz führen dazu, dass sich der jeweils für eine Applikation definierte SLA-Level nicht länger erfüllen lässt.

Setzt etwa in einem Speichersystem eine Festplatte aus, kann deren Wiederherstellung im laufenden Betrieb Performance kosten. Dies gilt vor allem für hochkapazitative Laufwerke, da hier oftmals eine lange Rebuild-Zeit die Regel ist.

Bei einer 4-TB-Platte kann der Prozess zwei bis vier Tage in Anspruch nehmen und die Ressourcen immens belasten. In Folge verlangsamt sich die Anwendungsleistung enorm, was sich wiederum negativ auf den Produktivbetrieb auswirkt. Fallen während des Vorgangs weitere Festplatten aus, ist zudem der Verlust von Daten nicht ausgeschlossen.

Business Continuity beginnt weit vor dem K-Fall

Daher gilt es bei der Business-Continuity-Planung mehr als nur den absoluten K-Fall zu bedenken. Sondern sämtliche noch so geringfügigen Störungen, die Performance-Verluste hervorrufen und damit die Abwicklung von Geschäftsprozessen hemmen können, von Anbeginn mit in die Überlegungen mit einzubeziehen. Dies schafft die Grundlage dafür, dass sich definierte SLAs bestmöglich einhalten und Folgeschäden minimieren lassen.

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