Green IT, mobiles Internet, Logistik und Security

Cebit 2008 – neuer Optimismus

17.03.2008 | Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Nico Litzel

Nicht nur Fachbesucher fanden den Weg nach Hannover zur Cebit, sondern auch die in Fachkreisen gefürchtete Spezies der „Beutelratten”.
Nicht nur Fachbesucher fanden den Weg nach Hannover zur Cebit, sondern auch die in Fachkreisen gefürchtete Spezies der „Beutelratten”.

Von der diesjährigen Cebit war fast jeder begeistert – Aussteller, Veranstalter und Fachbesucher. Anscheinend braucht man keine Aussteller in Rekordzahlen mehr, um gute Geschäfte zu machen. Die Storage-Industrie war mit maßgeblichen Playern aus Hardware und Services vertreten, zudem wurde man auch rund um die Infrastruktur für Rechenzentren oder die Datensicherheit fündig.

„Green IT” war neben dem mobilen Internet, Logistik und Security eines der vom Veranstalter vorgegebenen Hauptthemen. Immerhin verbrauchen gewerbliche IT-Systeme insgesamt zwei Prozent der gesamten Elektrizität weltweit – fast so viel wie die internationale Luftfahrt.

Knackpunkt der „grünen IT“: Energie zu sparen, senkt die eigenen Betriebskosten und reduziert die Stromproduktion, bei der das umweltschädliche CO2 freigesetzt wird. Im Grunde bedeutet „Green IT” dann nur, dass man durch sparsam verbrauchende Geräte und das eigene Anwenderverhalten IT-Kosten einsparen kann.

Doch die Realität ist traurig: Die Hälfte des von den PCs verbrauchten Stroms wird umsonst verbraten, und Server-Systeme geben rund ein Drittel ihres Energiebedarfs als Hitze ab, so die Intel-Managerin Allyson Klein, zugleich Sprecherin der US-Initiative „Climate Safers”.

Hardware-Hersteller stehen in der Pflicht

In der Pflicht stehen daher die Hardware-Hersteller und Ausrüster der Rechenzentren. Immerhin wird dort ein enormer Aufwand getrieben, um die Komponenten auf eine sichere Betriebstemperatur herunterzukühlen. Oft laufen ganze Datenzentren mit 18 Grad, obwohl eine Kühlung auf 23 Grad völlig ausreichend – und kostengünstiger – wäre, so die Intel-Managerin weiter.

Dass die abgegebene Hitze sogar in ein Fernwärmesystem oder die Gebäudeheizung eingespeist werden kann, wäre ein willkommener Nutzeffekt für die Betreiber der wirklich großen Rechen-Infrastrukturen ab einer Anschlussleistung von drei Megawatt und mehr.

Herkömmliche Kühlung ist oft überdimensioniert

Da die Zahl der Rechenzentren, aber auch die Packungsdichte der Server in den Schränken ständig wächst, erfordert die wachsende Wärmelast immer mehr Kühlenergie. Dabei ist die herkömmliche Kühlung oft überdimensioniert – vor allem durch zu viel Kaltluft, die unkontrolliert entweicht. Das Coolflex-System von Knürr schirmt die Kaltluft zwischen den Schrankreihen daher mechanisch von der Warmluft ab, um die Kühlkapazität gezielter zu nutzen.

Das Grundprinzip: Die kühle Luft wird vor der warmen Abluft der Server geschützt, indem man den Kaltgang zwischen den Schränken mechanisch einhaust und so die Durchmischung der Luftströme verhindert. Da die Luft bis zum Server kühl bleibt, lässt sich die Gesamtleistung der Luftkühlung drosseln, was wiederum weniger kostet.

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