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Adieu Invicta Cisco zieht sich aus dem Flash-Storage-Geschäft zurück

| Redakteur: Ulrike Ostler

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Das dachte sich wohl auch der neue Cisco-CEO Chuck Robbins, der Ende Juli die Nachfolge von John Chambers antrat. So musterte er direkt die flashbasierten Storage-Systeme der Invicta-Reihe aus und trennte sich damit nach der Aufgabe des Set-Top-Boxen-Geschäfts von einer weiteren Sparte.

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Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: die Appliance Cisco UCS Invicta C3124SA.
Ein Bild, das bald der Vergangenheit angehört: die Appliance Cisco UCS Invicta C3124SA.
(Bild: Cisco)

Am Tag seines offiziellen Amtsantritts kündigte der frischgebackene Cisco-CEO Chuck Robbins in seinem ersten Blogbeitrag die Einstellung des Produktbereichs für Flash-Storage an. Damit bescherte er den erst Anfang 2014 am Markt eingeführten Invicta-Speichersystemen das Aus. Diese beruhten auf der Technologie des erst im Jahr zuvor für 415-Millionen US-Dollar eingekauften Unternehmens Whiptail.

Der Abschied von den Storage-Arrays folgt der Veräußerung des Geschäftsbereich Connected Devices auf den Fuß. Die unter anderem für Set-Top-Boxen zuständige Sparte geht für rund 600 Millionen US-Dollar - 413 davon in bar - an das aus dem früheren Technologiekonzern Thomson hervorgegangene französische Unternehmen Technicolor. Der Verkauf soll Ende 2015 oder im ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein. Im Vertrag ist eine Vereinbarung über die gegenseitige Nutzung von Patenten enthalten.

Auslieferungsstopp aufgrund von Qualitätsproblemen

Die Solid-State-Speichertechnik von Whiptail sollte einmal Bestandteil der Unified Computing Systems (UCS) von Cisco werden. Es sah so aus, als ob sich das Unternehmen damit gegen Storage-Wettbewerber wie EMC und Netapp positionieren wollte.

Doch entgegen der Verheißung von Unfehlbarkeit – der lateinische Name Invicta bedeutet "die Unbesiegbare" – musste Cisco noch 2014 die Auslieferung der Geräte stoppen. Der Grund: Kundenbeschwerden über mangelnde Qualität. Das US-amerikanische Medium "The Register" berichtete zudem von plötzlichen Wechseln im Management und unrealistischen Meilensteinen.

Offiziell begründet Cisco in einer Presseaussendung die gegen Invicta getroffene Entscheidung wie folgt: "Cisco priorisiert die Elemente seines Produktangebots, um seinen Kunden sowohl jetzt als auch in Zukunft den größten Wert bieten zu können. Deshalb kündigen wir heute das Auslaufen der Invicta-Appliance und der Produkte des Scaling System an."

Ciscos Datenstrategie

Trotz der Einstellung der Storage-Produktline, spielt das Thema Daten für Cisco auch künftig eine zentrale Rolle. Dies stellte Robbins in seinem Blog klar. "Seit 50 Jahren bringt die IT-Branche die Daten zum Computer. Jetzt bringen wir Computing – einschließlich Analytics, Einsichten und Handlungen – zu den Daten", schreibt der CEO. "In der digitalen Welt werden Daten – und die aus diesen Daten abgeleiteten Erkenntnisse – der wichtigste strategische Vorteil sein."

Der neue CEO und sein Führungsteam: An seinem ersten Arbeitstag gab Robbins zwei Neuzugänge bekannt. Der zuletzt als Investor aktive Zorawar Biri Singh ist ab sofort CTO und Senior Vice President für Plattformen. Er ersetzt Padmasree Warrior, die 2007 von Motorola Mobility zu Cisco gewechselt war. Chief Digital Officer wird Kevin Bandy, der von Salesforce.com kommt.
Der neue CEO und sein Führungsteam: An seinem ersten Arbeitstag gab Robbins zwei Neuzugänge bekannt. Der zuletzt als Investor aktive Zorawar Biri Singh ist ab sofort CTO und Senior Vice President für Plattformen. Er ersetzt Padmasree Warrior, die 2007 von Motorola Mobility zu Cisco gewechselt war. Chief Digital Officer wird Kevin Bandy, der von Salesforce.com kommt.
(Bild: Cisco)

Allerdings kommt die Flash-Technik dann von Partnern. So heißt es in einer Pressemitteilung: "Wir werden auch künftig in die Entwicklung erstklassiger Rechenzentrumslösungen investieren, die auf UCS-Produktinnovationen und marktführenden Flash-Storage-Lösungen aus unserem Partner-Ökosystem aufbauen."

Am 7. Juli gab das Unternehmen übrigens bekannt, dass es die im privaten Besitz befindliche Firma Maintenance Net kaufen will. Das Unternehmen stellt eine Cloud-basierte Plattform bereit, die Datenanalysen und Automatismen nutzt, um Verträge mit Kunden zu aktualisieren und eventuell neuen Bedürfnissen anzupassen.

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