Kommentar von Christoph Maier zu sicherer Datenhaltung nach Prism

Cloud Computing als Spielball der Interessen

| Redakteur: Rainer Graefen

Christoph Maier, Vorstandsvorsitzender der Thomas-Krenn
Christoph Maier, Vorstandsvorsitzender der Thomas-Krenn (Foto: Thomas-Krenn)

Nach allen Seiten offen, so stellt sich heute für viele Cloud Computing dar. Doch Unwissenheit schützt weder vor Strafe, noch vor dem Datenverlust. Die ersten sehen nun die eigene Hardware als Bollwerk gegen den ungehemmten Informationsabfluss.

Die Affäre rund um Prism, Tempora und XKeyscore beweist wie „sicher“ unsere Daten im worldwideweb sind. Natürlich gibt es genügend Stimmen, die nun sagen „ich habe ja nichts zu verbergen“ - viele sehen diese Überwachung eher als Präventivschutz vor terroristischen Angriffen.

Aber denkt man ein bisschen weiter, so muss man sich fragen, ob Firmendaten und –knowhow nicht genauso Ziel von Angriffen aus anderen Ländern oder Unternehmen sein können. Ob Konstruktionszeichnungen, Patentschriften, Unternehmenskennzahlen oder schlicht Kundendaten – Informationen sind wohl die wertvollsten Güter derzeit. Jeder Unternehmer sollte sich daher fragen, ob seine Daten wirklich so sicher verwahrt sind...

Der deutsche Mittelstand stellt sich oft blind

Wir haben festgestellt, dass die meisten KMUs in puncto IT-Sicherheit noch sehr viel Nachholbedarf haben und sich nicht selten „blind“ stellen. Ähnliches kann man auch im Bereich Datenspeicherung und Backup beobachten – die Gefahren werden oft ausgeblendet. „ Uns wird schon nichts passieren“ hören wir hier immer wieder.

Natürlich ist es gerade für Startups häufig nicht möglich, genügend Kapital für eine vollständige Ausstattung mit eigener Hardware aufzubringen. Eine vermeintlich attraktive, weil kostengünstige und einfach skalierbare Alternative, sind die Cloud-Dienste von internationalen Großunternehmen. Wie es dort jedoch um die Sicherheit der Geschäftsdaten bestellt ist, hat in den vergangenen Wochen jeder von uns mitbekommen.

Deutschland ist der sicherste Datenhafen

Zugegeben, eine einhundert prozentige Sicherheit kann keiner garantieren, aber wenn es um die wichtigsten Assets in einem Unternehmen geht, sollte man zumindest die Risiken so weit wie möglich minimieren. Gerade Deutschland bietet mit dem BDSG im Vergleich zu ausländischen Anbietern noch den größtmöglichen Schutz.

Obwohl es beispielsweise Abkommen mit besonderen Auflagen wie das „Safe Harbor“ zwischen der EU und den USA gibt, ist der Unterschied in den rechtlichen Regelungen immens. Viele unserer Kunden die sich für Hosting interessieren, entscheiden sich zudem für ihre private Cloud, d.h. das Poolen der eigenen Hardware und somit das optimale Ausnutzen dieser Ressourcen. Somit ist gewährleistet, dass kein Fremder auf diese Server Zugriff erhält.

Es wird wieder in Hardware investiert

Auch als Serverhersteller sehen wir in immer mehr Unternehmen ein Umdenken, was das Thema Cloud und Outsourcing angeht. Haben viele Firmen ihre Hardwareinvestitionen in der Vergangenheit auf ein Minimum heruntergefahren und Ihre Anwendungen und Daten stattdessen in die Cloud verschoben, so werden aktuell wieder vermehrt Server im eigenen Rechenzentrum angeschafft.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen setzen hier verstärkt auf „Made in Germany“. Besonders häufig nachgefragt werden redundante und hochverfügbare Server mit Schwerpunkt Virtualisierung, Storage- und Backup-Lösungen sowie kleinere, energieeffiziente Server.

Ein Unternehmer hat mir das einmal so beschrieben - und ich muss sagen, ich finde mich hier auch sehr gut wieder: „Als Chef eines mittelständischen Unternehmens ticke ich etwas anders, als die großen Konzerne. Es geht mir nicht um das letzte Ausquetschen von Gewinn und Ertrag.

Mir ist wichtig, dass unser Familienunternehmen auch in den nächsten Generationen noch erfolgreich ist. Vielleicht bin ich auch etwas paranoid, aber ich finde es sehr beruhigend zu wissen, dass meine Daten in unserem eigenen Datacenter liegen und ich jederzeit auf diese zugreifen kann.“

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