Appliance und Software für den Aufbau eines Objektspeichers nutzen Cloudian HyperStore: S3 Object Storage

Von Thomas Joos

Bei Cloudian HyperStore handelt es sich um eine Lösung für den Aufbau eines lokalen Objektspeichers. Die Lösung ist offiziell als AWS Outpost für Amazon S3 zertifiziert. Unternehmen können sich mit dem Objektspeicher auch vor Ransomware schützen.

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Cloudian HyperStore steht als S3-Objektspeicher mit einer Appliance und als Software zur Verfügung.
Cloudian HyperStore steht als S3-Objektspeicher mit einer Appliance und als Software zur Verfügung.
(Bild: Cloudian)

Cloudian HyperStore ist seit Jahren als Objektspeicher mit S3-API bekannt und wird von vielen Unternehmen als lokaler Object Storage genutzt. Seit Sommer 2021 ist das Produkt auch zur Verwendung als AWS Outpost für Amazon S3 zertifiziert.

Bei AWS Outposts handelt es sich um Erweiterungen der AWS-Dienste in das lokale Rechenzentrum. Daher können Unternehmen lokalen Objektspeicher mit S3-Schnittstelle im lokalen Rechenzentrum positionieren und direkt mit Amazon S3 verbinden. Dazu muss die Speicherlösung natürlich für AWS zertifiziert sein. Die Verwaltung der Dienste kann komplett von Amazon übernommen werden.

HyperStore kann auch lokal zum Einsatz kommen, ohne auf AWS S3 zu setzen. Der Speicher ist mit einer S3-Schnittstelle implementiert, die auch von anderen Anwendungen genutzt werden kann. Die Verwendung als AWS Outpost ist nur optional. Der Einsatz von HyperStore ist als Appliance oder als Software möglich, wenn eigene Hardware zum Einsatz kommen soll. Der Speicher lässt sich auf eigener Hardware bis zu 45 Tage lang kostenlos testen.

HyperStore unterstützt zahlreiche verschiedene Speichermedien. Dazu gehören auch herkömmliche HDDs, SSDs, NVRAM und natürlich auch verschiedene Arten von Flash-Speichern, die Unternehmen auch miteinander verknüpfen können.

Hybride Cloud-Plattformen mit AWS aufbauen

Durch die Verwendung von Cloudian HyperStore als lokalen Objektspeicher mit AWS-Anbindung lassen sich hybride Cloud-Plattformen aufbauen, bei denen bestimmte Daten nicht in den AWS-Rechenzentren gespeichert werden, sondern im eigenen Rechenzentrum verbleiben. Das ist ideal für bessere Latenz und natürlich die Kontrolle der eigenen Daten. Wenn Anwendungen auf den Zugriff lokaler Daten angewiesen sind, gleichzeitig aber auch Cloud-Dienste in AWS zum Einsatz kommen, sind AWS Outposts ein gangbarer Weg.

Die Vorteile bei der Verwendung von Cloudian HyperStore im lokalen Netzwerk sind vielfältig. Zunächst erhalten Unternehmen einen Objektspeicher mit einer Kapazität im Exabyte-Bereich. Die Hardware dazu ist im lokalen Rechenzentrum unter Kontrolle des Unternehmens. Die Verwaltung übernimmt Amazon, sodass der Betrieb keinen Aufwand bedeutet, gleichzeitig die Daten aber im lokalen Rechenzentrum verbleiben. Das ist für personenbezogene Daten natürlich besonders relevant. Dazu kommt die Möglichkeit, dass die Daten auch geoverteilt genutzt werden können, also in mehreren Rechenzentren. Cloudian HyperStore ermöglicht zudem die Replikation zwischen verschiedenen Datenspeicher, auch in die Cloud. Hier kommt auf Anforderung außerdem richtlinienbasiertes Daten-Tiering zum Einsatz.

Die Lösung ist auch sinnvoll im Bereich von KI-/ML-Anwendungen und bei der Datenanalyse. Beim Einsatz von KI und ML im Unternehmen werden in vielen Fällen enorme Datenmengen verwendet, die schnell gespeichert werden und zugreifbar sein müssen. Wird auf Deep Learning gesetzt, fallen häufig besonders große Datenmengen an. Bei der Arbeit mit KI und ML werden Daten im Arbeitsspeicher verarbeitet. Das bedeutet, dass das Speichersystem neue Daten schnell nachliefern muss, um die Abläufe nicht zu verzögern. Mit HyperStore können mit Hilfe von Metadaten-Tagging Daten sehr schnell verarbeitet und durchsucht werden.

Kundendaten und andere persönliche Informationen lassen sich im lokalen Rechenzentrum positionieren

Parallel zu lokalen S3-Speichern kann hier aber auch noch auf weitere Dienste gesetzt werden. So können im lokalen Rechenzentrum auch EC2-Instanzen zum Einsatz kommen, die wiederum auf Daten des S3-Objektspeichers im lokalen Rechenzentrum zugreifen, aber direkt mit der AWS-Cloud verbunden sind. Die Lösungen sind vollständig gemanagt und auch im AWS-Verwaltungsportal verfügbar. Der interne Verwaltungsaufwand ist daher sehr gering. Zwar sind Hard- und Software im lokalen Rechenzentrum gespeichert, doch übernimmt Amazon den kompletten Betrieb der Infrastruktur.

Es ist problemlos möglich festzulegen, dass Kundendaten und andere persönliche Daten im eigenen Rechenzentrum verbleiben. Über die Möglichkeit, EC2-Portale ebenfalls lokal zu betreiben, lässt sich außerdem sicherstellen, dass die Daten bei der Verarbeitung im lokalen Rechenzentrum verbleiben. Neben EC2 und Storage können auch andere Dienste als Outpost im lokalen Rechenzentrum betrieben werden. Dazu gehören zum Beispiel Amazon EBS, EKS, RDS und EMR. Alle diese Dienste können auf die Daten zugreifen, die im lokalen S3-Speicher des Rechenzentrums abgelegt sind.

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Compliance und Schutz vor Ransomware mit Cloudian HyperStore

Zusätzlich bietet der Cloud-Speicher Schutz vor Ransomware. Dazu arbeitet Cloudian HyperStore mit der Amazon-S3-Object-Lock-Funktion zusammen. Diese Funktion verhindert das Verschlüsseln von Dateien durch Malware. Mit dem Objektspeicher können daher auch Wiederherstellungsvorgänge durchgeführt werden, wenn im Rechenzentrum auf anderen Speichern Daten durch Ransomware verschlüsselt wurden. Dazu kommen noch Möglichkeiten, die Daten als unveränderlich zu speichern. Der Objektspeicher erfüllt alle Anforderungen an Governance- und Legal-Hold-Buckets.

Neben dieser Schutzfunktion bietet Cloudian HyperStore weitere Sicherheitsfunktionen, die auch im lokalen Rechenzentrum eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören die integrierte Firewall, RBAC/IAM-Zugriffskontrollen, AES-256-Verschlüsselung für Data at Rest und SSL-Verschlüsselung bei der Übertragung von Daten. Der Speicher ist nach verschiedenen Kriterien des US-Verteidigungsministeriums zertifiziert.

Fazit

Wenn Unternehmen auf der Suche nach einem skalierbaren Datenspeicher mit möglicher Anbindung an AWS sind, bietet der Object Storage Cloudian HyperStore einige Vorteile. Natürlich ist der Einsatz nicht ganz günstig, dafür können Unternehmen aber auch große Datenmengen im lokalen Rechenzentrum speichern und sich gleichzeitig vor Ransomware schützen. Unternehmen, die ohnehin auf AWS-Dienste setzen, erhalten mit HyperStore einen lokalen Objektspeicher mit S3-Schnittstelle, der auch als AWS Outpost dienen kann.

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