Happy Birthday dem IBM-Unix Das Betriebssystem AIX gibt es jetzt ein Vierteljahrhundert

Redakteur: Ulrike Ostler

„Tu nix mit Unix“ – das ist lange vorbei, unter anderem weil es AIX gibt. Das IBM-Betriebssystem, am 21. Januar 1986 vorgestellt, startete bei Workstations und ist heute in Kombination mit den „Power-Server“-Systemen Marktführer im weltweiten Unix-Markt. Doch wie alle Unix-Derivate wird das Überleben durch das erstarkte Open-Source-Unix „Linux“ und Windows-Betriebssysteme bedroht, die die Rechenzentren erobern.

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AIX ist gemessen an IT-Zeitaltern schon ein altehrwürdiges Produkt, doch laut IBM ein im Kern jung gebliebenes und vitales.
AIX ist gemessen an IT-Zeitaltern schon ein altehrwürdiges Produkt, doch laut IBM ein im Kern jung gebliebenes und vitales.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vor 25 Jahren stellte IBM den „RT PC“ vor. Doch das eigentliche Highlight des damaligen Launch aus dem Entwicklungszentrum Austin war das Betriebssystem „IBM RT Personal Computer Advanced Interactive eXecutive“ (AIX).

Das damalige System war für Workstations gedacht und lief auf einem RISCProzessor unter dem Codenamen „ROMP“ (Research Office Products Division Multi-Processor). Das damals neue Betriebssystem, basierte auf einem Unix-Derivat, erhielt aber von IBM signifikante Erweiterungen. Dazu gehört etwa eine Virtualisierung, die ermöglicht, dass viele Instanzen auf einer einzigen Maschine laufen sowie eine Unterstützung für hochauflösende Bildschirme und ein einfaches User-Interface.

Seither wurde AIX immer wieder auf die Anforderungen des Marktes angepasst. Die signifikantesten Schritte waren nach IBM-Angaben bisher:

  • 1990: AIX V3 auf der RS/6000, der ersten Server-System-Familie von IBM mit Power-Prozessor
  • 1994: AIX V4 mit Unterstützung für ein symmetrisches Multiprozessor-System
  • 2001: AIX 5L, das eine logische Partitionierung für die Virtualisierung auf Power 4 geboten hat
  • 2007: AIX 6 bot Workload-Partitionierungen
  • 2010: AIX 7 wurde für erweiterte Cluster-Unterstützung geöffnet

AIX hat sich nicht unabhängig von seinen Hardware-Plattformen entwickelt. Diese waren zunächst Single-Prozessor-Systeme mit 5.9 Megahertz. Die aktuelle Grundlage ist ein Power 795-System mit 256 „Power7“-Cores und 4.25 Gigahertz.

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AIX heute

Heute werden im Unix-Markt rund 16 Milliarden Dollar erwirtschaftet. AIX ist das erfolgreichste kommerzielle Unix.

Die aktuelle Version 7 ist mit den Vorgängerversionen von AIX binär kompatibel. Dies schließt AIX 6, AIX 5L und noch ältere Versionen von AIX ein.

Somit können Anwendungen, die auf früheren Versionen von AIX liefen, auch unter AIX 7 uneingeschränkt eingesetzt werden.1 AIX 7 ist ein auf offenen Standards basierendes Unix-Betriebssystem und erfüllt die von der Open Group entwickelte Single UNIX Specification Version 4.

Die AIX-Plattformen

AIX 7 unterstützt die Prozessoren „Power4“, „PPC970“, „Power5“, „Power6“ sowie „Power7“, die neuste Generation aus der Reihe der Power-Prozessoren. Während die meisten der mit AIX 7 neu hinzugekommenen Funktionen auch für ältere POWER Plattformen zur Verfügung stehen, ist der vollständige funktionale Umfang den zwei jüngsten Systemen vorbehalten.

Das Betriebssystem wurde für die Server-Produktfamilien „IBM Power“, „System p“, „System i“, „System p5“, „System i5“, „eServer p5“, „eServer pSeries“ und „eServer i5“ sowie für die auf der Power-Architektur basierenden „IBM Blade Center“ entwickelt.

AIX 7 hat die die vertikale Skalierbarkeit des Betriebssystems erweitert und erstreckt sich nun auf Partitionen mit 256 Prozessorkernen und 1024 Threads. Um größere Workloads zu bewältigen, unterstützt die aktuelle Version auch das Terabyte-Segment (TB), das die Speicherverwaltung von Power7 Prozessoren nutzt, um die Speicherleistung zu verbessern. Diese Funktion ist bereits in der Vorgängerversion AIX6 auf Technologielevel 6 enthalten, aber nicht automatisch aktiviert.

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Mehr Virtualisierung

AIX 7 bietet gegenüber den Vorgängern weitere Virtualisierungsfunktionen, die die Konsolidierung älterer AIX V5.2 Umgebungen vereinfachen sollen. Dieses Merkmal ermöglicht es Administratoren, bestehende logische Partitionen (LPAR), die mit AIX 5.2 laufen, zu sichern und in eine AIX 7WPAR wiederherzustellen. Um dieses feature zu nutzen. Muss das Produkt „AIX 5.2Workload Partitions (WPARs) für AIX 7“ erworben werden.

Mit Hilfe der nun integrierten Cluster-Funktion, „Cluster Aware AIX“ stehen Befehle und Programmier-APIs zur Auswahl, um einen Cluster aus einer Gruppe von AIX-Instanzen zu erstellen. Zudem bietet sie eine Kernel-basierte Heartbeat-, Monitoring- und Ereignisinfrastruktur.

Diese Infrastruktur unterstützt etwa eine einheitliche Gerätebenennung für alle Speichergeräte in einem Cluster. Darüber hinaus umfasst AIX 7 weitere Sicherheitsmerkmale, die für eine einfache Verwaltung und größere Systemsicherheit sorgen sollen.

Richtlinien für die Sicherheit

Dazu gehört die Funktion Role Based Access Control (RBAC). Diese erlaubt mithilfe einer Sicherheitsrichtlinie den Verwaltungszugriff auf bestimmte ähnliche Ressourcen – wie etwa einen Teil der verfügbaren Netzwerkadapter – einzuschränken.

Auf diese Weise können IT-Abteilungen, die Services für mehrere Tenants hosten, den Administratorzugriff auf jene Ressourcen beschränken, die mit einem bestimmten Tenant verknüpft sind. Anhand von Domains lässt sich somit der Zugriff auf Volume Groups, File-Systeme, Dateien und Geräte eingeschränkt werden.

Schließlich bietet AIX 7 neue Verwaltungsfunktionen wie „AIX Profile Manager“. Der AIX Profile Manager verwaltet die Konfiguration von AIX anhand von extensible-Markup-Language-(XML-)Profilen. Diese Fähigkeit setzt auf der Funktion „Runtime Expert „auf, die mit AIX 6 Technologie-Level 4 Einzug hielt und eine Schnittstelle zu Systems Director“ bietet.

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