Kommentar der Experton Group zu unterlassenen Hilfeleistungen und Copyright-Verletzungen in der IT

Das HP, Oracle, SAP Schauspiel

| Autor / Redakteur: Andreas Zilch / Rainer Graefen

Andreas Zilch, Vorstand der Experton Group
Andreas Zilch, Vorstand der Experton Group (Experton Group)

Hewlett-Packard kündigt eine Umstrukturierung und Wertberichtigungen an und hat – auf der positiven Seite – den Intel-Itanium Prozess gegen Oracle gewonnen. Oracle muss jetzt seine Software auch auf Itanium-basierte Server portieren.

Weiterhin hat sich Oracle in seinem Copyright-Krieg gegen SAP auf eine Schadensersatzzahlung von 306 Millionen USD verständigt. Damit ist diese „Seifenoper“ allerdings noch lange nicht zu Ende – es kann gut sein, dass Oracle hier noch mehr herausholen will.

Nach Meinung der Experton Group leidet HP unter seinem teils überalterten Produktportfolio und der „Kultur“, nur das anzubieten, was sich „bewährt“ hat. Weiterhin hat HP Schwierigkeiten damit, Services in eine übergreifende Vertriebsstrategie einzubinden und scheitert sogar teilweise bei Outsourcing Angeboten an dem Versuch, Cross Selling für Hardware durchzusetzen.

Bei den – aus Sicht von HP - eher geringwertigeren technischen Serviceangeboten wie beispielsweise Infrastruktur-Outsourcing läuft es insgesamt recht gut, aber der Anbieter hat den Wechsel zu gewinnträchtigeren, strategischen Beratungsdienstleistungen (noch) nicht geschafft. Für den Aufkauf von EDS hat HP Wertberichtigungen vorgenommen; zusätzlich ist die HP-eigene Consulting-Sparte (C&I), die mit EDS verschmolzen wurde, geschrumpft.

IBM hat über zehn Jahre gebraucht, um seine Produkt- und Services Vertriebsgruppen effektiv miteinander zu integrieren (und diese Arbeit ist noch nicht erledigt). Deshalb geht die Experton Group davon aus, dass HP noch länger braucht, bis der kulturelle Wandel vollzogen und die Enterprise Services Sparte auf dem von Meg Whitman gewünschten Niveau angekommen ist.

Die dunklen Wolken, die sich über der Integrity Server Produktlinie zusammengebraut hatten, dürften sich auch nach dem vorläufigen Urteil im Streit gegen Oracle wegen der Itanium-Prozessoren nicht verziehen; und schon bisher ist bereits viel Schaden angerichtet worden. HP muss jetzt hart darum kämpfen, das Vertrauen in seine Produkte wieder herzustellen und die Umsätze zu verbessern.

IT-Verantwortliche, die an HPs Unix Produktlinie in Kombination mit Oracle Software Interesse haben, sollten unbedingt sicherstellen, dass die gewünschte Software dann, wenn ihr Unternehmen die Lösung installieren will, auch tatsächlich portiert worden ist bzw. werden wird. Dies wird in der Praxis aber kaum möglich sein.

Die Oracle-SAP Geschichte wird weitergehen, denn Oracle-Chef Larry Ellison wird wohl nur zu gerne SAP mit gesetzlichen Mitteln unter Druck setzen (insbesondere, da die dabei anfallenden Gebühren von der Gegenpartei gezahlt werden müssen). Die SAP-Führung wird dadurch zwar abgelenkt, aber die laufenden Geschäftsstrategien und -pläne werden davon nicht beeinträchtigt. Ebenso wenig wird der Ausgang dieses Streits andere Anbieter davon abhalten, ganz legal entsprechende Wartungs-Services anzubieten.

IT-Verantwortliche sollten sich nicht verpflichtet fühlen, für die Wartung der Oracle-Produkte mit Oracle zusammenzuarbeiten, sondern sollten sicherstellen, dass der gewählte Dienstleister finanziell gesund und auch wirklich in der Lage ist, eine hohe Service-Qualität zu bieten.

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