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Speicherlösungen für kleine und mittelständische Unternehmen Das Prosumer-NAS erspart im Kleinunternehmen den Fachmann

Autor / Redakteur: Björn Kaun / Nico Litzel

Auch kleine Unternehmen können sich einem wachsenden Datenbestand kaum noch entziehen. Wo früher vielleicht noch ein USB-Stick ausgereicht hat, um Daten mit Kollegen auszutauschen, sind heute professionellere Lösungen gefragt. Dass das nicht teuer sein muss und man keine IT-Experten dafür braucht, erklärt im Folgenden Björn Kaun von Iomega.

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Ein NAS-Server sitzt direkt im Netzwerk und benötigt – im Gegensatz zu einem ein Server - keine Installations-, Konfigurations-, Tuning- oder Update-Maßnahmen für ein Betriebssystem.
Ein NAS-Server sitzt direkt im Netzwerk und benötigt – im Gegensatz zu einem ein Server - keine Installations-, Konfigurations-, Tuning- oder Update-Maßnahmen für ein Betriebssystem.
(Grafik: Iomega)

In den meisten kleinen und mittelständischen Unternehmen fielen noch vor ein paar Jahren die Investitionen in Technik eher gering aus. Neben dem eigenen Computer erhielt jeder Mitarbeiter einen Desktop-PC. Der Grafikdesigner brachte einen Mac mit und der Informatiker wollte nur auf Linux arbeiten.

Die Mehrzahl der kleinen Unternehmen hatte keinen eigenen IT-Mitarbeiter, der sich um die komplexe Technik kümmerte. Somit wurden Speicherstrategien nicht umgesetzt oder in Systemhäuser und an Fachhändler ausgelagert.

Die Realität in kleinen und mittelständischen Unternehmen heute

Noch heute werden in kleinen Offices oder Filialen die Daten oft nicht zentral gespeichert, sondern lagern auf den jeweiligen PCs. Der Datenaustausch in manch einem Architekturbüro oder in einer Arztpraxis erfolgt über einen USB-Stick oder per E-Mail über das Netzwerk.

Doch nun nimmt die Menge der elektronischen Daten ungeahnte Ausmaße an. Da reicht auf einmal der Speicherplatz nicht mehr aus und gesuchte Dokumente können in der aktuellsten Version nicht gefunden werden. Damit kommen die kleinen Unternehmen an einen Punkt, an dem die Ansammlung isolierter oder einfach vernetzter Desktop- oder Laptop-Computer ohne zentrale Datenspeicherung nicht ausreichend ist.

Jetzt ist es an der Zeit zu konsolidieren, zu zentralisieren und Dateispeicher über ein Netzwerk freizugeben. Denn dann lässt sich der Datendschungel wieder effizient, ordentlich und einfach organisieren.

Das NAS erspart den Fachmann

Die Sicherung von Dateien jedoch ist zeitaufwendig und meist nicht so einfach, wie sie sein sollte. Selbst wenn Mitarbeiter in kleinen Unternehmen vereinzelt Dateien sichern – ohne Backup-Strategie bestehen erhebliche Sicherheitslücken.

Muss nach einem Systemausfall eine beschädigte oder fälschlich gelöschte Datei wiederhergestellt werden, kommt man ohne den Fachmann meistens nicht weit. Derzeit bietet der Markt vier grundlegende Methoden zur Sicherung von Daten und Dateien an.

  • Datensicherung auf Band:Ganz klassisch wird noch heute eine Vielzahl von Daten auf Band gesichert. Die Bandmedien sind kostengünstig und arbeiten zuverlässig. Viele Unternehmen schätzen sie wegen ihrer großen Flexibilität, da sie problemlos transportiert werden können. Somit ist auch eine Lagerung an getrennten Orten möglich, was beispielsweise im Falle einer Naturkatastrophe von Vorteil ist. Jedoch liegen die Nachteile auf der Hand. Die Datenmenge hat derart drastisch zugenommen, dass die Backup-Intervalle immer kleiner werden. Das Sichern auf Tape ist aber langsam und meist steht weder tagsüber noch nachts genug Zeit zur Verfügung. Hinzu kommt, dass das Tauschen der Bänder gewisse Fachkenntnisse und Ressourcen erfordert.
  • Festplattenspeicher als konkurrenzfähiges Speichermedium: Die Vorteile Festplatten-gestützter Backups sind vielfältig. Daten lassen sich zum einen per Festplatte wesentlich schneller sichern und wieerherstellen. Wo eine Bandsicherung Stunden dauern kann, benötigt eine Festplatte nur wenige Minuten. Zum anderen sind Festplatten-basierte Speicher sehr benutzerfreundlich, da Dateien von berechtigten Nutzern jederzeit unvermittelt von der Festplatte abgerufen werden können. Gängige Festplatten-basierte Backups können mithilfe eines DAS, NAS oder SAN-Geräts durchgeführt werden.
  • Zentrale Kontrolle im LAN – Direct-Attached Storage: Bei einem DAS handelt es sich um einen Speicher, der direkt mit einem PC verbunden, auf einem Server installiert oder direkt via USB, FireWire oder eSATA angeschlossen ist. Damit lässt sich der Sicherungsvorgang zentral kontrollieren. Erfolgt die Sicherung über das LAN, müssen Server und Server-Betriebssystem sowie zusätzliche Software eingerichtet und verwaltet werden. Sicherungen auf einem Server können jedoch viel Bandbreite in Anspruch nehmen und zu Engpässen im Netzwerk führen. Zudem ist hier womöglich bereits ein versierter Mitarbeiter notwendig. Anders bei Direct Attached Storage. Die Sicherung und Wiederherstellung sind schnell und die Konfigurationen sind zuverlässig. Zudem erlauben sie auch fortgeschrittene Sicherungsoptionen wie Datenreplikation oder Snapshots. Für eine kleine Anzahl an Rechnern stellt DAS eine konkurrenzfähige Backup-Lösung dar.
  • Speicher vom Server getrennt – SAN: Sollen Server und Netzwerk durch das Sichern nicht zu sehr eingeschränkt werden, bietet sich eine Trennung an. Hier ist das SAN die richtige Alternative: Es trennt den Speicher von den Servern und verlagert ihn in ein eigenes spezialisiertes, hochleistungsfähiges Speichernetzwerk (SAN). Im SAN kann der Speicher freigegeben, aufgeteilt und an Server, Benutzer und Anwendungen aus einem einzigen Pool zugewiesen werden. Ein SAN ist eine ideale Lösung, wenn eine hohe Leistung für Datenbanken, Server-basierte Business-Applikationen und E-Mail benötigt wird. SAN wird deshalb meist in größeren mittelständischen Unternehmen angewendet.
  • Unkompliziertes Backup im Mittelstand mit NAS-Geräten: Für die Anforderungen kleiner Unternehmen, Home Offices und Unternehmen mit Filialstruktur eignet sich ein ein NAS-Systen sehr gut. Ein NAS-Gerät befindet sich direkt im Netzwerk und stellt genau wie ein Server Dateien bereit. Als Speicherlösung für kleine Unternehmen hat NAS viele Vorteile.

Unabhängig von Servern können NAS-Geräte an beliebiger Stelle im Netzwerk eingesetzt werden. Die Dateien stehen jederzeit für alle mit dem Netzwerk verbundenen PCs oder Server bereit. Fällt ein Server oder PC aus, ist das NAS nicht betroffen. Dank der einfachen Einrichtung ist ein NAS innerhalb weniger Minuten wieder einsatzbereit.

Zuverlässig geschützt sind Daten wenn sie auf mehreren Festplatten redundant gespeichert werden. Genau diesen Schutz übernehmen Redundant Array of Independent Disks (RAID). RAID verbindet zwei oder mehrere Festplatten per Software- oder Controller-Firmware.

Dadurch wird es möglich, dass die zweite oder dritte Festplatte gespeicherte Funktionen übernimmt, wenn die erste Festplatte ausfällt. Unterschiedliche RAID-Technologien (RAID 0, RAID 1, RAID 5, RAID 6 oder RAID 10) gewähren eine höhere Leistung und einen besseren Datenschutz.

Der Einsatz wird leicht gemacht

Benutzerfreundliche NAS-Geräte sind meist vorkonfigurierte Komplettlösungen. Host-Adapter oder ein komplexes Server-Betriebssystem müssen nicht installiert werden – die Einbindung ins Netzwerk erfolgt anhand kleinerer Konfigurationsschritte. Danach ist das NAS sofort einsatzbereit.

Upgrades sind bei einem NAS-Gerät einfach. Für mehr Speicherplatz können beliebig viele Geräte ans Netzwerk angeschlossen werden. Der zusätzliche Dateispeicher steht innerhalb weniger Minuten zur Verfügung. Einige NAS-Server erlauben sogar den Wechsel von Festplatten während des Betriebs („Hotswap“), wodurch sich Ausfallzeiten vermeiden lassen.

Je nach Anforderungen des Unternehmens und den jeweiligen technischen Kenntnissen sind vielfältige Speicherlösungen auf dem Markt zu finden. DAS- und SAN-Lösungen stellen die leistungsfähigsten Optionen dar. Gerade in kleineren Betrieben, Home Offices oder Unternehmen mit Filialstruktur, die kein eigenes IT-Fachpersonal haben und oft nur einfache Datei- und Druckerfreigaben benötigen, ist ein NAS häufig eine brauchbare Alternative. Es bietet einen guten Kompromiss zwischen leistungsfähigen Netzwerk- und Backup-Optionen sowie einfacher Bedienbarkeit.

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