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Vollsortimenter: Große IT-Hersteller erhöhen Fertigungstiefe Das Rechenzentrum in virtuellen Welten – Wir schreiben das Jahr 2009

| Redakteur: Rainer Graefen

Wer im Glasshouse sitzt, dem mangelt es nicht an Herausforderungen. Einerseits gibt es im Rechenzentrum von vielem zu wenig und manches im Überfluss: Kaum Strom, wenig Platz, zuviel ungenutzte Rechenleistung, rasantes Datenwachstum, Bandbreitenlimits. Genau wegen dieser Probleme reißen sich die IT-Giganten um die zahlungskräftige Rechenzentrums-Kundschaft. Eine Artikelserie erläutert die menschlichen und technischen Triebkräfte für die neue Konsolidierungsphase.

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Die Effektivierung der Rechenzentren treibt große IT-Hersteller in den Wettstreit.
Die Effektivierung der Rechenzentren treibt große IT-Hersteller in den Wettstreit.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wo ist die IT in der Zukunft zuhause? Klar, im Rechenzentrum. Aber wo steht das, wer besitzt es, wer liefert die Services und wo werden die darauf laufenden Geschäftsprozesse definiert?

Krisenzeiten bieten auch Chancen und kein Analyst unterlässt die Warnung, dass die Weichen jetzt gestellt werden. Zu Zeiten der sogenannten New Economy wurden Rechenzentren zwischen Käufern und Verkäufern verschoben wie Züge auf dem Rangierbahnhof. IT-Service Provider entstanden, die ihre unternehmensinternen Dienstleistungen auch externen Kunden anbieten sollten.

Durch kollektiven Gebrauch den ROI der Infrastruktur beschleunigen und zugleich die eigenen Managementkosten reduzieren. Gemeinschaftlich genutzte Hardware, eine erfahrene Mannschaft, die einen hohen Automatisierungsgrad beherrscht, und kundenspezifische Dienstleistungen sollten das Rechenzentrum zum Profit-Center machen.

Konzentrationsprozeß deutscher IT-Töchter

Man kann sagen, der Versuch ist misslungen. Der Kostenvergleich mit indischen, russischen und osteuropäischen Outsourcern fiel enttäuschend aus. Der Konzentrationsprozess für deutsche Rechenzentren war trotzdem enorm.

Im Buch „Die Highspeed-IT“ aus dem Jahr 2005 listet Hartmut Wiehr zahlreiche Käufer und Verkäufer deutscher IT-Töchter in den Jahren 2001 bis 2004 auf.

Einige Jahre war es still um das IT-Service-Providing. Es wurde sicherlich einiges investiert, um die Auslastung und den Durchsatz der Hardware zu verbessern. Die Servervirtualisierung machte in den letzten Jahren bekanntlich einige Fortschritte.

Für die Anwender hat das allerdings zur Folge, dass sie in diesem Umfeld mit einer größeren Zahl von Anbietern und der Frage konfrontiert sind, welcher der inkompatiblen Hypervisoren den Enterprise-Markt dominieren könnte.

Virtuell gleich automatisch?

Die Virtualisierung im Rechenzentrum ist jedoch nicht abgeschlossen, wenn sie nicht auch die Virtualisierung der Storage-Systeme erfasst, formuliert seit kurzem etwas schwammig die Storage-Branche. Schwammig deshalb, weil es ungefähr 30 mehr oder weniger wichtige Konzepte der Speichervirtualisierung gibt.

Virtualisierung auf Netzwerk-, Server- und Speicherebene ist die Grundlage für eine andere Organisation im Rechenzentrum. Als leicht differenzierte ebenfalls technische Sichtweise versucht die Industrie gerade den Begriff „Cloud“ zu etablieren.

Mehr liebedienerisch an die oberen Etagen adressiert, übersetzt man diese technische Leistung gerne auch in „Services“ und Verpflichtungen (SLA) diese auch gewährleisten zu wollen.

Wer braucht noch ein Rechenzentrum?

Krass ausgedrückt stellt sich mit der vollständigen Virtualisierung und der darauf aufbauenden Automatisierung des Rechenzentrums, erneut die Frage nach dem Betreiber. Wer virtualisiert löst die Geschäftsprozesse von der Rechenzentrums-Infrastruktur.

Der ewige Disput um nur indirekt umsetzbarer Begrifflichkeiten von oben wie Transaktionen und Antwortzeiten und deren Umsetzung von unten in Bandbreite und IOs wäre ebenfalls beendet.

Auffällig an der aktuellen Situation im Rechenzentrum ist, dass die installierte technische Basis die Anbieter derselben zu einem ungeahnten Wettstreit treibt. Und dass, obwohl der neue Konkurrent doch nur eine kleine Nummer ist.

Den Außenstehenden verwundert auf den ersten Blick, dass der Einstieg von Cisco in die Blade-Server-Produktion die Emotionen bei Hewlett-Packard und IBM so hoch schlagen lässt.

Jeder will alles können

Eins ist jedoch ersichtlich: Interoperabilität und Heterogenität stehen nicht mehr auf der Tagesordnung. Alle wesentlichen Technologien sollen aus einer Hand kommen und damit eine bessere Prozessabwicklung gewähren.

In dieselbe Kerbe schlagen auch Fujitsu und Oracle/Sun, die gleichfalls den Status als RZ-Vollsortimenter anstreben. Zahlreiche neue Partnerschaften zeigen den Willen, diesen Status abzusichern.

Mit Portraits von Cisco, IBM und Hewlett-Packard will Storage-Insider.de einen ersten Blick in die absehbare Konsolidierungsphase der großen IT-Industrie wagen. In einem weiteren Artikel soll der Stand der RZ-Backbone-Technik bei Brocade und Cisco erläutert werden.

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