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Alternativen zu Software-defined Storage Das Silo wird ersetzt durch Converged Infrastructure Varianten

| Autor / Redakteur: Dietmar Müller / Rainer Graefen

CEO Praveen Akkiraju von VCE hat sich im Interview mit Storage-Insider zur Bedeutung konvergierter Infrastrukturen für die Zukunft von Unternehmen geäußert. Vor einem Jahr war das Cisco-EMC-Joint-venture fast vollständig von EMC vereinnahmt worden.

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Praveen Akkiraju, CEO bei VCE
Praveen Akkiraju, CEO bei VCE
(VCE)

Praveen Akkiraju steht an der Spitze einer interessanten Firma: Im November 2009 als Joint-venture von Cisco und EMC gestartet, gehört "sein" Unternehmen nun seit rund einem Jahr zu 90 Prozent EMC. Wesentlich spannender als die aktuellen Besitzverhältnisse sei allerdings, dass sich VCE in einem Markt bewegt, der "jedes Jahr um 30 Prozent wächst", so Akkiraju. IDC schätzt, dass das Marktvolumen für Converged Infrastructure in zwei Jahren bei rund 18 Milliarden Dollar liegen werde.

Am Allerspannendsten sei aber, so Akkiraju, dass sich mit der konvergierten Infrastruktur auch das Aussehen von Rechenzentren grundlegend ändern wird. Das könnte das Ende der Silos bedeuten, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen, und bedeutet damit auch das Ende des Spezialistentums sein. Bislang reichte es Experte für einen Layer zu sein, etwa für das Netzwerk oder den Speicher. Dieser wurde dann von einen Virtualisierungsexperten unterstützt. "Heute jedoch sind Mitarbeiter mit Kenntnissen erforderlich, die ein 'end-to-end'-Verständnis der Prozesse mitbringen", so der CEO, "da immer mehr Organisationen konvergierte Architekturen nutzen".

Um in Zukunft bestehen zu können, müssen Unternehmen eine ganzheitliche Sicht auf ihr Rechenzentrum entwickeln. "Eine konvergierte Infrastruktur befördert diese Herangehensweise - weil sie erheblichem Mehrwert bringt", erläutert Akkiraju. Den Firmen bleibe jedoch nicht so viel Zeit, wie sich manche Unternehmen lassen - die Umstellung auf eine konvergierte Infrastruktur ist nicht von heute auf morgen passiert. Umso wichtiger sei es, jetzt alle Hebel in Bewegung zu setzen - oder abgehängt zu werden.

Beim Hebel-Umlegen sei man natürlich gerne behilflich, so der ehemalige Cisco-Manager, der im Gespräch durch tiefgehende Kenntnisse des deutschen Mittelstandes glänzt. Man sei nun zwar sehr nahe an EMC herangerückt, man werde künftig aber nicht ausschließlich auf das Angebot des Mutterhauses beschränkt sein.

"Wir bieten weiterhin unterschiedliche Virtualisierungsansätze an - weil unsere Kunden unterschiedliche Ansätze verfolgen. Der eine setzt auf eine kernel-based Virtual Machine (KVM), der andere auf Hyper-V, VMware oder auch Bare Metal. Uns ist das egal, es ist nicht unser Job, die Virtualisierungsumgebung eines Unternehmens zu definieren - wir reagieren nur jeweils adäquat darauf und offerieren verschiedene Optionen", so Akkiraju.

Das sieht allerdings schon wieder wie ein großer Gemischtwarenladen aus und so als ob man sich auf eine ungewisse Zukunft vorbereitet. Akkurajis Empfehlungen sind jedoch fokussierter, wenn auch immer noch zwei- bis dreigleisig: "Aus Netzwerk-Sicht bieten wir eine Auswahl zwischen Ciscos ACI und VMwares NSX an. Um den Management-Layer zu orchestrieren raten wir zu etwas zwischen dem Cisco UCS Director und dem VMware vCenter. Aber auch an selbstgestrickte Orchestrierungslösungen können wir mittels APIs anflanschen."

"Unser Ziel ist es schlussendlich, dass unsere Kunden verschiedenste Workloads verarbeiten können. Ob es sich dabei um eine Citrix-, Oracle- oder eigenentwickelte Java-Applikation handelt, ist uns völlig egal."

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