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Informatica-Studie zeigt auf: IT-Wildwuchs hemmt das Wachstum Datenintegration in Unternehmen genügt nicht den Ansprüchen

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Der Zugriff auf Echtzeit-Daten ist in deutschen Unternehmen oft nur Wunschdenken. Zu diesem Ergebnis kommt die von der Informatica Corporation in Auftrag gegebene und vom Marktforschungsinstitut Dynamic Markets verfasste Studie „Das Dilemma des Dateneigentums“.

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Selbst ernannte IT-Experten können in deutschen Unternehmen zum Geschäftsrisiko werden.
Selbst ernannte IT-Experten können in deutschen Unternehmen zum Geschäftsrisiko werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Fast alle der 600 befragten deutschen, britischen und französischen Manager aus den Abteilungen IT, Vertrieb und Marketing mussten zugegeben, dass es bei der Datenlieferung und -analyse sehr oft zu Verzögerungen komme. In deutschen Unternehmen kann dieser Prozess bis zu vier Tage dauern.

Für die langen Lieferzeiten führt die Studie mehrere Gründe an. Zum einen erklärte jeder achte Befragte, dass sich auf den Unternehmensnetzwerken zu viele Anwendungen und Daten befinden. Weil man viele aber gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt noch gebrauchen könnte, würden diese ungenutzten Applikationen vorsichtshalber auf den Servern belassen. Die Mehrheit der Studienteilnehmer ist sich allerdings bewusst, dass die IT-Systeme durchaus effizienter liefen, wenn solche vorgehaltenen Daten und Anwendungen entfernt würden.

Ein Großteil der Daten – so ein weiteres Ergebnis – ist oft in verschiedenen Silos mit unterschiedlicher Aktualität und Genauigkeit über das ganze Unternehmen verteilt. Die Befragten gaben zu, bis zu 15 verschiedene, eigene Datenbanken zu nutzen und zu pflegen, in dem Bewusstsein, dass deren Inkompatibilität ebenfalls zu massiven Behinderungen im Datenfluss führen kann.

Die systembedingte Datenverzögerung bringt aber noch einen ganz anderen, fatalen Kreislauf in Gang. Denn je langsamer die Datenlieferung für die tägliche Arbeit wird, desto frustrierter werden die Angestellten. Mit der Folge, dass diese sich am Ende selbst behelfen und sich irgendwelche Softwarelösungen besorgen, um die Probleme zu lösen. Das können dann frei verfügbare Online-Anwendungen sein oder die Nutzung von Cloud Services. Die so hintergangenen IT-Abteilungen sehen sich dann nicht nur einem Wildwuchs an Applikationen gegenüber, auch die Datenmenge selbst ufert immer mehr aus.

Die Studie zeigt damit den besonderen Konflikt zwischen den IT-Abteilungen und den Angestellten auf. Während etwas mehr als die Hälfte der IT-Manager glauben, dass die Kontrolle der Unternehmensdaten in ihrer Abteilung liegen sollte, sind ebenso viele Anwender der Meinung, dass die Zuständigkeit in den Fachabteilungen liegen müsse. Diese gegensätzlichen Meinungen sind direktes Ergebnis der Fragmentierung von Unternehmensdaten, aber auch der Priorisierung des Datenmanagements, nämlich wie genau oder wie schnell der Datenzugriff erfolgen sollte.

Informatica rät unter Bezugnahme auf die Studienergebnisse, das Datenproblem für 2011 auf die Agenda des Businessplans zu setzen, um die Prioritäten und Zuständigkeiten in den Unternehmen zu klären. „Es gilt, eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der IT und den Fachabteilungen zu etablieren“, erklärt Otto Neuer, Geschäftsführer Zentraleuropa bei Informatica, denn „nur durch eine Rundumsicht können Wachstumschancen genutzt werden.“

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