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Automatisieren der Datenhaltung, mehr Compliance Datenklassifikation mit Microsofts File Classification Infrastructure

Redakteur: Ulrich Roderer

Microsoft hat mit der File Classification Infrastructure (FCI) eine Infrastruktur für den Windows Server 2008 entwickelt, die es ermöglicht, Daten automatisch zu klassifizieren und zu verwalten.

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Dataglobal nutzt Microsofts FCI zur Dateiklassifikation im RZ
Dataglobal nutzt Microsofts FCI zur Dateiklassifikation im RZ
( Archiv: Vogel Business Media )

IT-Abteilungen sehen sich einer Flut wachsender unstrukturierter Daten gegenüber. IDC beziffert die jährliche Wachstumsrate von Workloads auf File Servern in seinem Report “Workloads 2008: Understanding Server and Storage System Deployment”, auf 51 Prozent bis 2012.

Viel gravierender als die Kosten der benötigten Storage-Systeme sind Sicherheitsprobleme und das Auffinden relevanter Daten. Werden beispielsweise bei einer Klage Daten benötigt, die sich irgendwo in dieser Masse der unstrukturierten Daten befinden, kann es ein teurer und langwieriger Prozess sein, diese wieder hervorzuholen, falls keine geeigneten Mechanismen dafür zur Verfügung stehen.

Aber auch für die Automatisierung der Datenhaltung werden Klassifikationen benötigt, anhand derer Daten automatisch je nach Bedeutung auf verschiedene Tiers gespeichert oder gelöscht werden.

Solche Klassifikationen legen die Grundlage für Geschäftsregeln und verhindern Fehler in den Datenquellen.

File Classification Infrastructure (FCI)

Microsoft hat mit dem Windows Server 2008 R2 die File Classification Infrastructure (FCI) auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine Lösung zu Klassifikation von Dateien. Über Regeln, die auf der Wertigkeit von Daten basieren, lassen sich Prozesse automatisieren.

Die File Classification Infrastructure verfügt über eine erweiterbare Infrastruktur, in die Drittanbieter oder IT-Abteilungen eigene Lösungen integrieren können.

FCI – Die Funktionen

FCI ermöglicht es, Klassifikationseigenschaften zu definieren, basierend auf Ort und Inhalt. Darüber hinaus übernimmt FCI Verwaltungsaufgaben wie Löschen abgelaufener Dateien und erstellt Reports, die die Verteilung von Daten anhand von Eigenschaften auf dem File Server zeigen.

Zu den Klassifikationen gehören:

  • regelbasierte automatische Klassifikation, je nach Ordner oder Inhalt der Datei;
  • manuelle Klassifikation ermöglicht es Anwendern, eine Datei mittels des Interfaces der Dateieigenschaften des Office-Dateisystems zu klassifizieren;
  • geschäftskritische Anwendungen oder Skripte lassen sich über ein API mit Eigenschaften versehen.

FCI bietet darüber hinaus noch folgende Möglichkeiten:

  • Ungenutzte Daten stellen eine wichtige Managementaufgabe für Unternehmen da. Dateien, die aufgrund von Geschäftsregeln oder des Datums gelöscht werden können, reduzieren nicht nur die Kosten der Speicherhaltung, sie verhindern auch den Missbrauch solcher Daten. Mit FCI lassen sich Task anlegen, die Dateien nach Ort, Alter und anderen Kategorien automatisch löschen.
  • IT-Administratoren haben mit FCI auch die Möglichkeit, mit eigenen Befehlen Aufgaben zu automatisieren. Als Kategorien könne sie dazu den Dateinamen, das Alter, den Ort und weitere Klassifikationen nutzen. So können sie regelbasiert sensible Daten zentral sichern, oder unwichtige auslagern.
  • Die mitgelieferten Reports ermitteln beispielsweise das Risiko einer Datei, die sich an der falschen Stelle auf einem Server befindet.

SharePoint-Integration

FCI ist vollständig mit Office SharePoint Server 2007 integriert, sodass Dateieigenschafen der Office-Files automatisch in Sharepoint geladen werden.

Auch Drittanbieter oder IT-Administratoren können über SharePoint File Parser eigene Datentypen integrieren. Die Parser verwalten die Metadaten der fremden Dateitypen.

Erweiterungen

FCI lässt sich mit zwei Arten von Plug-ins erweitern. Die sogenannten Classifier Plug-ins ermöglichen es, Daten über die automatische FCI-Klassifikation zu klassifizieren. Mit den Property Storage Module-Plug-ins lassen sich die Methoden erweitern, wie Klassifikationseigenschaften gespeichert und gelesen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit eigene Skripte einzubinden.

APIs für externe Anwendungen

FCI verwendet APIs von Microsofts Distributed Component Object Model (DCOM), um Drittanwendungen zu integrieren. Dadurch lassen sich Skripte auch remote mit Tools wie Windows Powershell einrichten und auf verschiedenen Servern anwenden.

DataGlobal nutzt FCI für Informationsmanagement

Als einer der ersten nutzt die deutsche Dataglobal mit ihrer Lösung Enterprise Resource Suite (ERS) die File Classification Infrastructure (FCI) von Microsoft Windows. Diese Lösung integriert Speicher- und Informationsmanagement.

Eine der Funktionen der ERS ist die Datei-Klassifizierung. Mit dem Modul ERS Classification lassen sich Daten in verteilten und heterogenen Speicherumgebungen analysieren und aufgrund von gemeinsamen Eigenschaften clustern, bzw. strukturieren. Aufgrund von zentral definierten, einheitlichen Regeln lassen sich dann automatisiert Aktionen ausführen, z.B. die Archivierung ganzer Gruppen von Daten mit einem definierten Ablaufdatum.

Die ERS Classification nutzt dabei FCI serverübergreifend für das gesamte Rechenzentrum. Dadurch kann die unternehmensweite Datei-Klassifizierung zentral erfolgen. Dabei unterstützt DataGlobals ERS ebenfalls Windows 2003 und anderen NTFS-basierten Systemen.

Die Besonderheit von ERS liegt in der hoch performanten Analysefunktion, die über die Klassifizierung hinaus, die Daten für nachgelagerte Aktionen, z.B. Archivierung oder Auslagerung zur Verfügung stellt.

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