Backup und Recovery sind plötzlich wieder en vogue

Datensicherungsfirmen kaufen sich vermehrt Know-how ein

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... Change-Management, Datenklassifizierung, Backup-Tools für Linux und Java

Auch in die Ionix-Familie passt das Angebot der ebenfalls 2009 gekauften Privatfirma Configuresoft. Das Unternehmen hatte Programme für die Server-Verwaltung sowie das Change- und Compliance-Management entwickelt.

Als nächstes kam Kazeon Systems und dessen „eDiscovery“ Software an die Reihe. Rund 150 Millionen Dollar war dem Unternehmen aus Hopkinton, Massachusetts, dieser Anbieter wert.

Für diesen Kaufpreis kamen Lösungen für die inhaltsbasierende Datenklassifizierung von in einem Unternehmen verteilten elektronischen Dokumenten zum Portfolio. Die Kazeon-Appliances will EMC in die hauseigene „Source-One“-Produktfamilie integrieren, die die Bereiche Archivierung und Compliance abdeckt.

Zu Jahresanfang 2009 hatte sich EMC schon Teile des Open-Source-Anbieters SourceLabs einverleibt. Die Company aus Seattle bietet Werkzeuge auf Open-Source-Basis für Linux und Java an. EMC erhofft sich davon Vorteile für das eigene Cloud-Angebot.

Die anderen kauften: CDP, E-Mail-Management, Verschlüsselung ...

Bakbone engagierte sich im vergangenen Jahr mit drei Millionen Dollar bei Asempra, das Windows-Programme für Continuous Data Replication (CDP) und Backup liefert und schnappte sich für 16 Millionen Dollar Coldspark. Bakbone sichert sich damit Zugang zum zukunftsträchtigen Markt für das Management unternehmensweiter E-Mail-Infrastrukturen.

Das auf Firewall und Antispam-Lösungen spezialisierte Unternehmen Barracuda erweiterte durch die Übernahme von Yosemite das eigene Portfolio um Backup-Software.

Das bei uns nahezu unbekannte kalifornische Unternehmen Exar, auf Signalverarbeitung spezialisiert, kaufte sich in Form von hi/fn (Hifn) Know-how über die Deduplizierung, Kompression und Verschlüsselung von Daten ein.

Ziel sei der Markt „für Cloud-Computing, Virtualisierung und Web 2.0“, begründete Exar-Chef Pete Rodriguez die Übernahme, die sein Unternehmen knapp 60 Millionen Dollar kostete.

... NAS-Technik, Security und Wuala

Weitere bemerkenswerte Deals im vergangenen Jahr betreffen Hewlett-Packard, das sich mit Ibrix einen Spezialisten für geclusterte NAS-Verbünde mit sehr großen Datenmengen sicherte.

Glasshouse Technologies schlug gleich zweimal zu und kaufte das englische Beratungs- und Serviceunternehmen System Group Integration, dessen Schwergewicht auf Windows- und Virtualisierungsumgebungen liegt, sowie den Sicherheitsberater CSSG aus Chicago.

LaCie, französisch-amerikanischer Anbieter von externen Speicherlösungen kaufte die Schweizer Caleido und sicherte sich so Zugang zum Know-how des Web-Dienstes „Wuala“. Zusammen will man einen „einzigartigen und zukunftsweisenden Online-Speicher entwickeln und die Welt der Datenspeicherung revolutionieren“. Man darf gespannt sein.

Fazit

Der Markt für Backup und Recovery ist in Bewegung geraten. Die Anbieter positionieren sich für die neuen Aufgaben, die vor allem durch die zunehmende PC-Servervirtualisierung und das stetige Speicherwachstum entstehen. Viel Geld fließt auch in die „Cloud“, die zumindest das Backup-Verhalten drastisch verändern könnte.

Die Anwenderunternehmen beschäftigen sich dagegen vozugsweise mit Deduplizierung, Datenkompression und die Einbindung von externen Niederlassungen. Nicht zu vergessen weckt das Backup im Open-Source-Umfeld viel Interesse.

Eine Entwicklung könnte vieles auf den Backup-Punkt bringen: Die Cloud treibt die Entwicklung der Technik kontinuierlicher Datensicherung voran. Auch hier beherrschen erste Anbieter block-inkrementelles CDP.

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