Kroll Ontrack Studie zu SSD- und Flash-Speichern ergibt, dass mehr als die Hälfte der Nutzer schon einmal Daten verloren hat

Datenverluste auf SSD und Flash-Speicher erscheinen Anwendern schwerer behebbar

31.08.2011 | Redakteur: Rainer Graefen

Drei Viertel der Befragten stufen die Datenrettung von SSD und Foto-Speichermedien als schwierig oder fast unmöglich ein.
Drei Viertel der Befragten stufen die Datenrettung von SSD und Foto-Speichermedien als schwierig oder fast unmöglich ein.

Immer mehr Anwender machen unangenehme Erfahrungen mit defekten Flash- und SSD-Speichern. Bei Tausenden von Fotos und stundenlangen Videos wiegt der Datenverlust auf dem primären Speichermedium schwer. Obwohl redundante Datenhaltung nicht vorgesehen ist, ist die Rettung von Daten möglich.

Mehr als 90 Prozent der Nutzer von SSDs (Solid State Disks) und Flash-Speichern schätzen die Technologie als zuverlässig und Fehlerraten als minimal ein. Trotzdem haben bereits 57 Prozent der Nutzer einen Datenverlust mit SSD- oder Flash-Technologie erlebt.

Dies ergab eine Umfrage von Kroll Ontrack, Anbieter von Datenrettung, Datenmanagement und Computer Forensik unter 560 Privat- und Geschäftsanwendern in den USA. Die Umfrageteilnehmer zeigten sich außerdem skeptisch gegenüber den Chancen zur Wiederherstellung von Daten auf SSDs und Flash-Speichern, wie zum Beispiel USB-Sticks oder Speicherkarten für Digitalkameras.

Dem Datenretter würde standardisierte Controller-technik helfen

„Beschädigungen im Systembereich sind die Ursache für 60 Prozent der Datenverlustfälle auf SSDs und Flash-Speichern. Wichtige Faktoren sind außerdem physikalische Defekte, beschädigte Dateisysteme, Ausfälle der Elektronik sowie menschliches Versagen“, erläutert Peter Böhret, Managing Director von Kroll Ontrack.

„Wenn auf SSDs oder Flash-Medien gespeicherte Daten verloren gehen, kann die Datenrettung schwieriger sein als bei herkömmlichen Festplatten. Die Daten sind auf SSD- und Flash-Medien nicht linear gespeichert sondern stark fragmentiert. Außerdem sind die Standards für Anordnung und Organisation der Daten auf SSD- und Flash-Medien noch nicht voll etabliert.

Die Speicherchips sind praktisch wie ein kleines RAID-System aufgebaut. Für die Rekonstruktion der Daten und die Fehlerkorrektur müssen deshalb in einem aufwändigen Verfahren unzählige Parameter richtig eingestellt werden.

Häufig sind dafür individuell angepasste Lösungen nötig, je nach Hersteller und Modell. Als anerkannter Marktführer für Datenrettung hat Kroll Ontrack bereits umfangreiche Erfahrungen mit der Wiederherstellung von SSD- und Flash-Daten. Für unsere Kunden bedeutet das eine hohe Erfolgsquote bei der Datenrettung von diesen Medien.“

Flash-Speichertechnik verbreitet sich rasant

Die Umfrage von Kroll Ontrack bestätigt, dass der Einsatz von SSDs im privaten und geschäftlichen Bereich sich zum Trend entwickelt. Mehr als 70 Prozent der Befragten haben demnach bereits jetzt SSDs oder Flash-Speicher im Einsatz oder planen eine Anschaffung in nächster Zeit.

So geben drei Viertel der Befragten an, dass sie im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten eine höhere Leistung bei SSD- und Flash-Geräten feststellen. Da sich die Technologie immer weiter verbreitet, steigt allerdings auch die Zahl der Datenverluste von SSDs und Flash-Speichern. Im Vergleich zum letzten Jahr sind bei Kroll Ontrack im Jahr 2011 etwa 20 Prozent mehr Anfragen zu Datenrettungen von SSDs und Flash-Speichern eingegangen.

Für die Umfrage zu SSD- und Flash-Speichern hat Kroll Ontrack 560 professionelle Anwender, Privatanwender und Anwender aus der öffentlichen Verwaltung per Online-Fragebogen befragt. Die Befragung fand im Frühjahr 2011 in den USA statt.

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