Kommentar zum antisequentiellen Backup-Verhalten der Anwender

Dem Streamer sein Tod ist immer noch eine Reinkarnation

01.03.2010 | Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider.de
Rainer Graefen, Chefredakteur Storage-Insider.de

Vor 20 Jahren war das Backup noch eine große ungeliebte Geschichte von Quelle und Senke mit vielen Bottlenecks dazwischen. Richtig was für Tuningfreaks, die ständig daran arbeiteten das Backup-Fenster klein zu halten.

Dann kam das Datenwachstum, das von allen Seiten mit Steroiden, sprich Digitalisierung, gefüttert wird und wohl selbst durch moderne Dopingkontrollen in Form von Antiduplikaten auf Dauer nicht zu bremsen sein wird.

Die Backup-Hardware Tape wird trotz dieser Datenfluten ständig tot geredet. Die sequentielle Datenübertragung sei nicht zeitgemäß, monieren die Kritiker, die ansonsten aber auch viel über sinkende IT-Budgets lästern.

Die in Tape eingebaute Reinkarnation hat diese Technik schon viele Tode sterben lassen. Im aktuellen Lebenszyklus droht IBM sogar damit, dass man bald 100 Terabyte auf eine Cartridge speichern können wird.

Das ist dann auch wieder zu viel, da das Tape ja kaputt gehen könnte, unken die Kritiker, denen dasselbe Argument bei künftigen Festplatten wahrscheinlich nicht einfallen wird.

Der Tag hat nur 24 Stunden, das Backup-Fenster weniger

Trotz aller Geschwindigkeitssteigerung auf mehre Hundert Megabyte pro Sekunde, eins ist klar, das Restore-Fenster von Tape ist zu groß. Im Rechenzentrum hat das Tape gegen Disk und Cluster und Arbeitshetze auch im zweiten Tier keine Zukunft.

In einer Welt virtueller Maschinen, die auf die ständige Verfügbarkeit der Speicher und ihrer Inhalte angewiesen ist, kann die Festplatte mit ihrem Random Access ein gewichtiges Pfund in die Waagschale werfen.

Vielleicht gehört das Tape sogar ganz von der Private in die Public Cloud, in der große Datenmengen unabhängig von der Belastung produktiver Systems verschoben werden können.

Das Backup verdrängt das Tape

Das Backup an sich, ist durch den technologischen Verdrängungswettbewerb von Disk-Produkten und Online-Funktionen nicht in Frage gestellt. Ziemlich deutlich ist für mich sichtbar, dass wir ein strukturiertes Backup brauchen, das die Daten ihrem Retention-Bedarf gemäß zwischenspeichert.

Fraglich ist für mich auch, ob Funktionen wie Snapshot, Image, virtuelles Tape, Replikation und Deduplizierung überleben werden, oder ob eine Migration inaktiver Daten per kontinuierlicher blockorientierter Datensicherung nicht dasselbe für weniger Geld leisten kann.

Wer das Tape bei all der vielfältigen Backup-Technik immer noch für tot hält, sollte sich mit dem Thema Compliance befassen. Daten können zwar auch sterben, aber sie werden immer älter.

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