Interview mit Gerhard Unger über den Transport größerer Datenmengen über Remote-Verbindungen Der Datentransport über gemietete Leitungen lässt sich optimieren

Redakteur: Rainer Graefen

Virtuelle Maschinen im laufenden Betrieb über große Distanzen zu schwenken, ist einfach. Wesentlich aufwändiger ist es, gleichzeitig die Daten am Ziel bereitzuhalten. Durch die Zusammenarbeit von EMC und Silver Peak ist nun auch das kein Problem mehr.

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Gerhard Unger, Regional Sales Manager CEE bei Silver Peak
Gerhard Unger, Regional Sales Manager CEE bei Silver Peak
( Archiv: Vogel Business Media )

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Storage-Insider.de: Wer ist Silver Peak?

Gerhard Unger: Silver Peak ist seit 2004 auf dem Markt mit Lösungen für das Datacenter und Datacenter-nahe Anwendungen.

Was sind denn Datacenter-nahe Anwendungen?

Gerhard Unger: Anders ausgedrückt: Wir bieten Produkte für die Beschleunigung von Remote-Office-Anwendungen ans Datacenter an. Das kann die Anbindung von Speichersystemen sein. Das schließt die Konsolidierung und Zentralisierung von Datenbanken, Anwendungen und Dateisystemen ein.

Was wären denn bekanntere Anwendungen?

Gerhard Unger: Wir sorgen z.B. für die Beschleunigung des ICA-Protokolls von Citrix und für RDP von Microsoft. Die moderne Variante davon läuft unter VDI, Virtual DesktopInfrastructure. Bei all diesen Anwendungen besitzt der Anwender nur noch ein Sichtgerät, die Anwendungen selbst werden zentral im Rechenzentrum gestartet und auch dort betrieben.

Damit das möglich ist, braucht man unsere Software, die für flüssige Datenströme sorgt.

Silver Peak sorgt also dafür, dass auch mehrere Anwendungen quasi parallel arbeiten können, ohne dass die eine der anderen die Bandbreite wegnimmt?

Gerhard Unger: Wir erleben seit Jahren eine Rezentralisierung im Rechenzentrum. Das vereinfacht das Datenmanagement auf der einen Seite. Auf der anderen Seite ist dies erst möglich geworden durch ein zunehmendes Bandbreitenangebot der Carrier im Wide Area Network (WAN), das es ermöglicht, dass auch der Außendienstmitarbeiter oder die Zweigstelle ohne Wartezeiten mit der zentralen Datenbank arbeiten kann. Wie sich allerdings gezeigt hat, genügt es nicht, viel Bandbreite für deren WAN-Anwendungen bereitzustellen.

Kann ein Privatmann Vorteile aus der WAN-Optimierung ziehen, z.B. bei der Übertragung hochwertigen Bildmaterials für die Produktion eines Kalenders über das Internet? Das ist heutzutage ja noch schleppend langsam.

Gerhard Unger: Leider nein. Im Augenblick ist WAN-Optimierung eine symmetrische Lösung, das heißt sie muss auf beim Sender und beim Empfänger installiert sein. Aber das Beispiel, das Sie nennen zeigt exemplarisch mit welchen Problemen auch die Mitarbeiter in den Zweigstellen größerer Firmen zu kämpfen haben.

Was passiert denn eigentlich bei der WAN-Optimierung? Lässt sich das einfach beschreiben?

Gerhard Unger: Nun gut. Einfach ausgedrückt, besitzt der Anwender damit eine Art Pflaster, das zwar nicht die fehlende Bandbreite heilen kann, aber die vorhandene Bandbreite sehr effizient auslastet. Technischer ausgedrückt würde die Heilung darin bestehen ein neues Protokoll einzuführen, das IP auf Layer 3 und TCP wie UDP auf Layer 4 ersetzt.

weiter mit: Bandbreite wird gerne mit Durchsatz verwechselt

Das wird wohl nicht passieren?

Gerhard Unger: Stimmt. Der Anwender versucht deshalb weiterhin den Durchsatz durch den Einkauf von mehr Bandbreite zu steigern. Das geht leider nicht. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Nur mit technischen Maßnahmen wie der WAN-Optimierung schafft man es, den Durchsatz bei gegebener Bandbreite zu steigern. Das ist genau unser Job, den wir sehr gut verstehen.

Wo liegen die technischen Unterschiede zwischen den Anbietern?

Gerhard Unger: Es gibt vier weltweit aktive Firmen in diesem Markt. Silver Peak ist allerdings der einzige Anbieter, der auf Layer 3 eine WAN-Optimierung macht. Damit beherrschen wir netzwerknahe Dienste, benötigen keine Proxies, haben keine Abhängigkeiten von den Anwendungen und unterbrechen damit auch Anwendungen nicht.

Silver Peak hat mit EMC einen sehr großen Partner gewonnen und die Transportebene von Vplex beruht auf der Technologie ihres Unternehmens. Wie ist es dazu gekommen?

Gerhard Unger: EMC, HDS und NetApp sind sicherlich sehr große wichtige Kooperationspartner. EMC ist dazu noch unser Kunde. Jedes dieser Unternehmen beherrscht den Datentransport zwischen Rechenzentren. Je schneller man z.B. die beiden Seiten synchronisieren kann, desto weiter kann ich hochverfügbare Datacenter auseinander ziehen.

Das gilt genauso für die Verlust- und Ausfallzeiten beim Backup. Unser Technologie erhöht z.B. beim Backup den Durchsatz um den Faktor 4 bis zum Faktor 10 auf sehr kritischen Übertragungsstrecken.

Das liegt daran, dass wir bei Silver Peak nicht von einer guten Verbindung ausgehen, auf der keine Pakete verloren gehen dürfen und die verzögerungsfrei arbeitet. Ich habe das schon erlebt, dass wir eine teure Glasfaserstrecke durch eine kostengünstige MPLS-Verbindung ersetzen konnten.

Da wird gerne viel behauptet, was die eigene Technik so leistet. Der Anwender muss das wohl glauben.

Gerhard Unger: Das mag anderswo so sein. Bei uns bekommt der Kunde mit der WAN-Optimierung ein Netzwerk-sensoring mitgeliefert, mit dem er in Echtzeit aktuelle Bandbreite und Latenzzeit der Leitung überwachen kann.

Diese Daten sind so gut, dass ein Carrier daraus ablesen könnte, wann er die Signalstärke nachregulieren oder älteres Equipment in die Wartung nehmen muss.

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