Fusion-io macht Industriestandardserver zum Netzwerkspeicher

Der Hyperscale-Faktor für Enterprise Storage

| Redakteur: Rainer Graefen

Heiko Schrader, Sales Director DACH bei Fusion-io
Heiko Schrader, Sales Director DACH bei Fusion-io (Foto: Fusion-io)

Die Umsätze von Fusion-io können sich sehen lassen. Nachdem sich das Unternehmen mit seinen Produkten in Apples und Facebooks Rechenzentren breit gemacht hat, sollen nun auch die deutschen Rechenzentren erobert werden. Storage-Insider sprach mit Heiko Schrader über Direct attached und shared Storage.

Storage-Insider: Es heißt, Fusion-io verkauft den größten Teil seiner Produkte nur an Apple und Facebook. Ist das nicht ein bedenkliches Geschäftsmodell?

Heiko Schrader: Ja, Apple und Facebook sind unsere größten Kunden, das steht so im Geschäftsbericht. Das ist bedingt durch amerikanisches Recht. Hier muss man alle Kunden ausweisen, mit denen man mehr als zehn Prozent des Umsatzes macht. Das ist bei Apple und Facebook der Fall.

Spotify ist z. B. ein weiterer Hyperscale-Kunde, den wir nennen dürfen. Die anderen wollen das nicht und wir müssen es aufgrund des amerikanischen Rechts auch nicht publizieren. Unser Geschäft machen wir aber nicht nur mit den genannten Hyperscale-Kunden, wir wachsen stark im klassischen Enterprise-Geschäft. Deutschland mit seinen mittelständischen Rechenzentren ist hier Vorreiter.

Storage-Insider: Welche Funktionen beschleunigt Facebook mit den Ioscale-Produkten?

Heiko Schrader: Historisch betrachtet wird unsere Hardware in den beiden älteren Facebook-RZs als Cache eingesetzt. Der wird mit einer eigens von Facebook entwickelten Caching-Software betrieben, die auch im Internet abrufbar ist. Die beiden neueren RZs kann man schon fast als All-Flash-RZ bezeichnen. Da wird so gut wie alles auf unseren Flashkarten gespeichert.

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Den Server zum Speichersubsystem machen
 
Die IOPS-Turbine

Storage-Insider: In Amerika entwickeln einige Startups allerdings wieder klassische externe Storage-Systeme, die dann aber nur mit Flash-Speicher bestückt sind. Dort argumentiert man, dass aufwändiges Management von Kapazität und I/O-Durchsatz pro Anwendung durch das Überangebot an IOPS obsolet würde und so den Anwendern viele Betriebskosten erspart bleiben.

Heiko Schrader: Man muss die beiden Einsatzszenarien auseinanderhalten: Dediziert im Server oder shared Storage. Shared Storage ist für manche Umgebungen unverzichtbar, aber ich muss dann als Systemadministrator zur Kenntnis nehmen, dass kürzestmögliche Latenzzeiten im Mikrosekundenbereich nicht machbar sind.

Sobald ein Netzwerk zwischen Server und Speicher zu überwinden ist, sinkt meine Latenz auf fünf und mehr Millisekunden. Fusion-io selbst hat solche All-Flash-shared-Storage-Lösung zusammen mit HP und unserem ION-Produkt auf der HP Discover gezeigt. Es gibt Bedarf an Shared-Storage-Lösungen, keine Frage. Wer Vmware mit Vmotion hochverfügbar machen will, der braucht das.

Solche typischen Infrastrukturen für hochverfügbare Anwendungen könnten sich allerdings auch genau entgegengesetzt entwickeln. Wer einen Blick auf Open-Source-Datenbanken wie My-SQL, MariaDB, Percona Server, Microsoft mit SQL Server Anywhere oder Oracle mit Data Mart wirft, der erkennt, dass es eine Tendenz gibt, den Kunden wieder den Pfad zu Direct Attached Storage zu öffnen, um die Performance von Server-basiertem Flash maximal auszunutzen.

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