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Umfrage: Vier Antworten vom IT-Berater Wolfram Funk zu Cloud Storage Der lange Weg zur Cloud

Redakteur: Nico Litzel

Es wird auch in Zukunft genügend Unternehmen geben, die nicht alle Daten in die Public Cloud schieben, sondern eine private Wolke vorziehen. Storage-Insider.de sprach mit dem IT-Berater und -Analysten für Speicher- und Netzwerkinfrastrukturen Wolfram Funk über den Datenzugriff in der Cloud.

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Wolfram Funk
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( Archiv: Vogel Business Media )

Weitere Umfrage-Ergebnisse finden Sie hier: Umfrage 2010 zu Cloud Storage

1. In der IT-Welt wird aktuell viel über Cloud (Storage) geredet. Was bedeutet eigentlich Cloud? Warum reden wir an dieser Stelle nicht mehr übers Internet?

Funk: Mit „Cloud“ ist eine Infrastruktur gemeint, die dafür sorgt, dass sich verschiedene Nutzer oder Nutzergruppen gemeinsame standardisierte Ressourcen nach Bedarf, „on demand“, teilen können. Dabei ist dem einzelnen Kunden oder Nutzer kein spezifisches und von anderen Nutzern abgegrenztes physisches System zugeteilt.

Aus technischer Sicht wird dieser Dienst in der Regel über eine virtualisierte Infrastruktur erbracht. Das Internet wiederum ist eine Infrastruktur für den Transport von Daten und damit keinesfalls gleichzusetzen mit der „Cloud“.

Zwar wird das Internet häufig für den Transport von Daten in der Cloud benutzt. Eine Cloud kann aber auch außerhalb des Internets aufgebaut und genutzt werden, so etwa in einem firmeninternen Netz.

2. Die Storage-Industrie macht einen Unterschied zwischen Private Cloud und Public Cloud. Warum ist der Zwischenschritt der „privaten Wolke“ notwendig?

Funk: Die private Wolke ist keinesfalls ein Zwischenschritt. Es wird auch in Zukunft genügend Unternehmen geben, die nicht alle Daten in die öffentliche Wolke schieben, sondern es vorziehen, eine Private Cloud zu nutzen oder gar auf ein klassisches „On-premise“-Modell setzen.

In anderen Worten: Im Bereich zwischen der öffentlichen Cloud und dem klassischen Speichern von Daten im eigenen Unternehmens-Rechenzentrum gibt es zahlreiche Facetten. Das einzelne Unternehmen muss angesichts der Wahl des richtigen Service-Modells zunächst wesentliche Fragen klären.

Lassen sich in der öffentlichen Cloud tatsächlich die Anforderungen an Informationssicherheit und die regulatorischen Anforderungen einhalten, insbesondere bei „sensiblen Daten“? Wie gut sind überhaupt die eigenen personellen Ressourcen für das Management eines externen Cloud Providers qualifiziert?

Bietet die öffentliche Wolke unter dem Strich tatsächlich den höchsten Nutzen, wenn man auch die Risiken mit betrachtet? Eine private Wolke kann im Einzelfall genau das richtige Modell sein, da sie etwaige Bedenken in Sachen Sicherheit und Compliance relativiert und zugleich den Nutzen des Cloud-Computing-Modells erschließen hilft.

Teil 2 des Interviews auf der nächsten Seite

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