LinuxOne-Mainframes

Der Linux-basierte Mainframe macht Front gegen x86

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Die Treiber für LinuxOne-Großrechner

Neben der Cloud sind die wichtigsten Treiber, die Thomasch nennt, Big Data und das Mobilgeschäft, das mit Big Data Hand in Hand geht. Je mehr die Endverbraucher ihre Bank- und Retail-Geschäfte mobil vornehmen, desto stärker müssen die Unternehmen ihre Prozesse auf diese Art von Transaktionen umstellen und mit anderen Systemen integrieren. „Die Latenzzeit für Transaktionen muss für den Endkunden minimal sein“, argumentiert Thomasch.

Abbildung 1: IBM LinuxOne Emperor stellt die "Königsklasse" der LinuxOne-Reihe dar.
Abbildung 1: IBM LinuxOne Emperor stellt die "Königsklasse" der LinuxOne-Reihe dar.
(Bild: IBM)

In puncto Datenbank-Performance soll die LinuxOne-Baureihe daher erhebliche Leistungsvorteile gegenüber x86-Servern bieten. Dabei ist im IBM-Benchmark nicht einmal von relationalen Datenbanken wie „DB2“ die Rede, sondern von NoSQL-Datenbanken wie MongoDB, MariaDB und PostgreSQL. Sie alle laufen IBM-Tests zufolge auf LinuxOne Emperor doppelt so schnell wie auf einem vergleichbaren x86-Server.

Das ist etwa für Analytics relevant. IBM unterstützt auf LinuxOne nicht nur Hadoop und seine eigene SQL-kompatible Hadoop-Distribution „BigInsights“, sondern auch „Apache Spark“ für Big Data sowie „DB2 BLU“ für die In-Memory-Datenverarbeitung.

Docker und andere Container-Technik auf dem Mainframe

LinuxOne soll Tausende von Docker-Container in einer virtualisierten Umgebung unterstützen können. „Heute werden auch Applikationscontainer wichtiger, und da kommt Docker ins Spiel“, erläutert Thomasch im Gespräch.

Auf LinuxOne Emperor würden 1,6 Mal mehr Docker-Container ausgeführt als auf einem vergleichbaren x86-Server. „Und denken Sie an die Downtime, wenn Sie einen Docker-Container aktualisieren wollen. Auf dem Mainframe ist keine Downtime nötig“, gibt Thomasch zu bedenken.

Während Datenbank-Performance und Transaktions-I/O für Banken und den Handel wichtig sind, so spielt der möglichst reibungslose Betrieb von Docker-Containern und Linux-Servern für Managed Service Provider (MSPs) eine zunehmend bedeutende Rolle. Denn nur wenn möglichst wenig Downtime, keinerlei Sicherheitsvorfälle und maximale Automation möglich sind, bleiben die Betriebskosten (TCO) niedrig.

Mit Tools wie „Apache Wave“, „IBM Cloud Manager“, Openstack, Docker, Chef, Puppet und VMware vRealize lässt sich die Systemverwaltung bewerkstelligen.

Besonders für Finanzinstitute ist Datensicherheit von zentraler Bedeutung. „Das System z kann vor allem durch den gesonderten Kryptoprozessor und die Isolierung auf jeder Ebene ‒ Container, VMs und Partitionen ‒ ein Höchstmaß an Datensicherheit und -schutz bieten“, erläutert Thomasch.

IBM verschenkt Software

Eine weitere Nachricht, die diese Ankündigung begleitet, lässt aufhorchen: Zeitgleich mit dem Hardware-Launch „verschenkt“ IBM Software im Wert von 50 Millionen Dollar an die Open Source Community. Im Zuge des Projekts „Open Mainframe“ liefert Big Blue den Entwicklern DevOps-Lösungen für Hochverfügbarkeit, automatische Datenwiederherstellung und Workload-Management. Damit setzt Big Blue seine Beiträge zu quelloffenen Projekten wie Javascript, Node.JS, CouchDB, Erlang, Cassandra, Spark und KVM fort.

Zudem macht ein weiterer Beitrag eindeutig Anbietern von Operational Intelligence wie Splunk oder „HP Haven“ Konkurrenz: „Mit einer Predictive-Analytics-Funktion“, erläutert Thomasch, „kann der Admin seinen Mainframe konstant auf ungewöhnliche Systemaktivitäten hin überwachen und Probleme vorhersagen. So lassen sich Störfälle vermeiden."

IBM ist der neuen Linux Foundation Alliance beigetreten und hat die LinuxOne Developer Cloud gegründet. In dieser Cloud, die unter anderem in Böblingen, Dallas und Peking betrieben wird, haben Lösungsentwickler kostenlosen Zugriff auf eine virtuelle LinuxOne-Maschine, damit sie dafür programmieren können. Die IT-Infrastruktur dafür liefern die IBM Research-Ressourcen.

* Michael Matzer in freiberuflicher Journalist.

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