Techconsult-Studie

Der Mittelstand bereitet sich zu wenig auf DSGVO vor

| Autor: Sarah Nollau

Mittelständische Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind sich der Gefährdung zwar bewusst, aber werden laut Studie nicht tätig.
Mittelständische Unternehmen und öffentliche Verwaltungen sind sich der Gefährdung zwar bewusst, aber werden laut Studie nicht tätig. (Bild: Pixabay / CC0)

Wie die Situation der IT- und Informationssicherheit in mittelständischen Unternehmen ist, untersucht jährlich eine Studie und zieht Bilanz zur Security-Lage im deutschen Mittelstand und in öffentlichen Verwaltungen. Wie in den letzten Jahren divergiere auch im aktuellen Jahr die Selbsteinschätzung der Unternehmen mit der tatsächlichen Lage. Auch für die DSGVO ist noch wenig getan.

Das Bewusstsein zur Sicherheitslage ist da, nur an der Umsetzung scheint es noch zu hapern. Das zeigt die aktuelle Studie „Security Bilanz Deutschland“, die die Situation der IT- und Informationssicherheit in mittelständischen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen untersucht. Insgesamt sinkt der Sicherheitsindex weiter auf 46 von 100 Zählern. 2014 lag der Index noch bei 56 Punkten. Vor allem die Handelsbranche hat einen Verlust einzufahren: sie sinkt gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 38 von 100 Punkten. Einzig und allein der öffentliche Verwaltungssektor konnte einen Zähler hinzugewinnen und 46 Punkte erreichen.

Sicherheitsindex

Während der Sicherheitsindex sinkt, steigt die gefühlte Gefährdung.
Während der Sicherheitsindex sinkt, steigt die gefühlte Gefährdung. (Bild: Techconsult)

Obwohl der Sicherheitsindex sinkt, wird die steigende Gefährdung wahrgenommen. Insgesamt steigt der Index zu letzterer zwar nur um einen Punkt gegenüber dem Vorjahr, aber besonders die Branche der Versicherungen und Banken sieht die erhöhte Gefährdung. Um 15 Prozent höher wird diese zum Vorjahr eingeschätzt. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung und die damit einhergehenden Entwicklungen im Internet of Things oder der Blockchain würde das sinkende Sicherheitsgefühl verstärkt wahrgenommen werden, so die Studie. Die Diskrepanz zwischen Sicherheitsgefühl und wahrgenommener Gefährdung steigt somit weiterhin an. Viele Mittelständler sind sich der Bedrohung bewusst, nehmen jedoch keine Schritte vor.

Bevorstehende DSGVO

Nur vier Prozent sind bereits auf die bevorstehende DSGVO vorbereitet.
Nur vier Prozent sind bereits auf die bevorstehende DSGVO vorbereitet. (Bild: Techconsult)

Ein ähnliches Bild ergibt der Blick auf die kommende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Vergehen sollen damit höher bestraft werden. Unternehmen werden dann zur Kasse gebeten und müssen bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des weltweiten Jahresumsatzes zahlen. Man geht in der Studie davon aus, dass es häufiger als bisher zu höheren Strafen durch die Datenschutzaufsichtsbehörde kommen wird. Dies sollten sich Unternehmen zu Herzen nehmen. Nur vier Prozent haben sich bereits auf die DSGVO vorbereitet und die betroffenen Bereiche an die Vorschriften angepasst. Immerhin 22 Prozent sind in der Prüfungsphase und evaluieren, welche Änderungen bevorstehen und wo Anpassungen noch nötig sind. Neun Prozent sind schon einen Schritt weiter, sie sind bereits in der Umsetzung. Nichtsdestotrotz stehen 27 Prozent der befragten mittelständischen Unternehmen noch am Anfang und informieren sich erst generell über die anstehende Datenschutzgrundverordnung. Ganze 20 Prozent hingegen sehen noch keine Veranlassung, etwas zu unternehmen. Für sie scheint die DSGVO noch weit weg zu liegen, denn sie haben sich laut der Studie noch gar nicht damit beschäftigt.

Über die Studie

Für die Studie „Security Bilanz Deutschland“ werden jährlich Mittelständler und öffentliche Verwaltungen zu ihrer Situation der IT- und Informationssicherheit befragt. Dafür werden über 500 Interviews mit Unternehmen und Verwaltungen bzw. Non-Profits mit 20 bis 2.000 Mitarbeitern geführt.

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