Kommentar von Olivier Cohen zu Software-basierte Replikation Der Schlüssel für flexiblere Wiederherstellung in virtualisierten Umgebungen

Redakteur: Rainer Graefen

Die Byte-inkrementelle Replikation von Vision Solution verhindert im Katastrophenfall Datenverluste und bietet ein gutes Verfügbarkeits-/Kosten-Verhältnis. Gut, wenn sich dann auch noch der Wiederanlauf dezidierter Serveranwendungen in einer virtualisierten Umgebung überprüfen lässt.

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Olivier Cohen, Director Europe bei Vision Solutions
Olivier Cohen, Director Europe bei Vision Solutions
( Archiv: Vogel Business Media )

VMware vSphere 4 ist eine der wichtigsten Plattformen für die Virtualisierung von Servern, Netzwerken und Storage. Auf den virtuellen Maschinen, die mit dieser Lösung betrieben werden, können mehrere unveränderte Betriebssysteme nebeneinander laufen, auch wenn sie auf den gleichen physischen Ressourcen beruhen.

Virtualisierung ist in der Unternehmens-IT heute natürlich nichts Neues mehr – doch die durchgängigen Möglichkeiten und die Flexibilität von vSphere 4 werden bei der weiteren Verbreitung dieser Technologie dennoch eine Rolle spielen.

Unternehmenskritische Anwendungsvirtualisierung nimmt zu

Schätzungen zufolge arbeiten mehr als 80 Prozent aller Unternehmen aktuell an Virtualisierungsprojekten, und die Zahl der virtuellen Maschinen in Unternehmen wächst kontinuierlich – dennoch sind die meisten Server im Produktivbetrieb auch heute noch physisch.

Dafür gibt es mehrere Gründe: In der Vergangenheit war Virtualisierung für geschäftskritische Applikationen vor allem aufgrund der Performanceanforderungen oft nicht interessant.

Unternehmen sammelten ihre Erfahrungen im virtualisierten Umfeld, indem sie weniger kritische Anwendungen virtualisierten und bereiteten sich somit mehr oder weniger zielgerichtet auf weitere Schritte vor, bei denen dann schlussendlich auch die Virtualisierung kritischer Applikationen in Betracht gezogen wurde.

Virtualisierung ist keine Performance-Bremse mehr

Die Performance von Virtualisierungstechnologien hat sich über mehrere Generationen kontinuierlich verbessert: Der Overhead durch Virtualisierung liegt heute für die meisten Applikationen nur noch zwischen zwei und zehn Prozent.

Auch wenn selbst diese Werte nicht für jedes Unternehmen und für jede Applikationen akzeptabel sein mögen, verschieben sie die Bedeutung von Virtualisierung in einer Kosten-Nutzen-Rechnung doch erheblich.

Bei der Systemwiederherstellung beispielsweise lassen sich durch Virtualisierung erhebliche Kosten für die Duplizierung von physischen Ressourcen einsparen. In einer virtualisierten Umgebung erzielt ein Unternehmen daher bei einer Applikation oft mehr als 90 Prozent der eigentlichen Performance, spart gleichzeitig aber spürbar bei den Hardwarekosten.

weiter mit: Reduzierte Kosten, höhere Energieeffizienz

Wiederherstellung in virtualisierten Umgebungen vermeidet viele der fehleranfälligen und mühsamen Schritte, die bei einer physischen Umgebung notwendig sind.

Allein die Geschwindigkeit und Effizienz, mit der sich virtuelle Maschinen aufsetzen lassen, reduziert die Wiederherstellungsprozesse erheblich – ganz abgesehen von Faktoren wie zeitaufwändiger Hardware-Konfiguration oder Bare-Metal-Prozessen bei der Wiederherstellung.

Reduzierte Kosten, höhere Energieeffizienz

Ein nicht unwesentlicher Kostenfaktor bei der Wiederherstellung über eine Remote-Umgebung – ein typisches Szenario für physische Disaster-Recovery-Set-ups – sind die Hardware- und Energiekosten, die damit verbunden sind. Die Wiederherstellungsumgebung wird die meiste Zeit überhaupt nicht genutzt und senkt so die Serverauslastung der gesamten Infrastruktur im Durchschnitt erheblich.

Durch Virtualisierung können hier oft zehn oder mehr virtuelle Maschinen auf einem physischen Prozessor konsolidiert werden, was zu einer wesentlichen Verbesserung bei Serverauslastung, Energiekosten und Raumnutzung gleichermaßen führt. Darüber hinaus lassen sich virtuelle Maschinen in Sandboxes isolieren – eine wesentliche Erleichterung beim Testen.

Virtualisierung über mehrere Plattformen hinweg

Eine besondere Herausforderung bei der Wiederherstellung kommt durch die Vielzahl der heute verbreiteten Plattformen ins Spiel. Virtualisierungsplattformen bieten Werkzeuge, mit denen sich physische Server virtualisieren lassen.

Ein virtualisiertes Wiederherstellungssystem muss allerdings in der Lage sein, die Server kontinuierlich zu schützen und sie dann zu virtualisieren, wenn es zu einem Ausfall gekommen ist.

Wichtiger noch: Wenn der Ausfall vorüber ist, sollte das System die virtuelle Maschine wieder in ein physisches System führen können. Moderne Replikations- und Hochverfügbarkeitslösungen erlauben eine solche plattformübergreifende Wiederherstellung.

Echtzeit Replikation ohne Datenverluste

Dedizierte Replikationslösungen bieten darüber hinaus auch über IP-Netzwerke eine kontinuierliche Datensicherung aller Veränderungen. Im Gegensatz zu den Replikationsfunktionen vieler Storage-Systeme, die oft lange Backup-Fenster aufweisen und Datenverluste von bis zu 24 Stunden riskieren, zeichnen Software-Lösungen alle Änderungen kontinuierlich auf Byte-Level auf und ermöglichen somit bei minimaler Bandbreitenauslastung eine Wiederherstellung auf den Zeitpunkt genau vor dem Ausfall.

Software-basierte Replikation ist darüber hinaus applikationsunabhängig. Im Gegensatz zu den hardwarespezifischen Lösungen einzelner Hersteller lässt sich mit einem entsprechend flexiblen Software-Replikationstool ein kontinuierlicher Schutz für praktisch jede Applikation einrichten, einschließlich Microsoft Exchange, Microsoft SQL Server, Oracle oder jede andere Windows-basierte Applikation.

Darüber hinaus bieten softwarebasierte Replikationstools den Vorteil einer kontinuierlichen Überwachung geschäftskritischer Applikationen und stellen einen automatisierten Failover-Prozess auch bei agressiven Recovery Time Objectives (RTOs) sicher. Echtzeit-Replikation und Failover-Überwachung minimieren dabei die Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb und gewährleisten eine schnelle Wiederherstellung im Notfall – und zwar ohne Datenverluste.

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