Ultra-HD - mehr und bessere Pixel, und dazu ein Dolby-Sound, der einen umhaut

Der Speicherverbrauch hat auch seine schönen Seiten

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Rainer Graefen

(Bild: VBM-Archiv)

Nach 3D und Full-HD steht nun die nächste Video-Technologie in den Startlöchern: Ultra-High Definition. Über dessen künftigen Erfolg entscheiden die Standardisierung und Verfügbarkeit von Programmen, aber auch der Umgang mit den riesigen Datenmengen.

Seit der IFA 2013 sind im Handel die ersten UHD-Fernseher mit einer horizontalen Auflösung von so um die 4.000 Pixeln herum, so dass die unter dem Begriff 4k bekannt werdende Technik derzeit noch ein wenig Verwirrung stiftet. 4k für die Produktion, UHD für die Übertragung der höchst aufgelösten Sendungen.Unabhängig von der exakten Zahl: der erste Eindruck begeistert.

Monitore mit riesigen Diagonalen, nicht ganz billig zwar, und dann dieses gestochen scharfe Bild mit einer Auflösung von 3.840 × 2.160 Bildpunkten, das ist viermal so viel wie das aktuelle Full-HD. Nur: Filme und Sendungen in dem neuen Format sind noch äußerst knapp.

Großes Marktvolumen, kaum Produkte

Gerade die Inhalte aber sind das Muss für den Erfolg von UHD, findet Regisseur und Produzent Gerd F. Schultze aus Köln. Auf einem UHD-Workshop in den Bavaria-Filmstudios in München warnte er daher: "Wir dürfen die Fehler von 3D nicht wiederholen: Zuerst keine Inhalte, danach Billig-Content und heute ist das Thema durch."

Noch stehen Sender und Filmstudios vor der immensen Aufgabe, die Effekte von UHD auszureizen und dem Zuschauer zu vermitteln. Und das ist auch der Knackpunkt: 4k-Produktionen setzen riesige Datenmengen um, die zu bearbeiten, zu speichern und zu übertragen sind.

Doch wie produziert man Sendungen für UHD, und wie bringt man deren riesige Datenmengen aufs heimische TV-Gerät, wenn schon die Übertragungsstrecke keine ausreichende Bandbreite zur Verfügung stellt?

Erforderlich ist zunächst neues Equipment für Aufnahme, Postproduction und Schnitt, gefolgt von Upgrades im Live-Coding und Playout-Center sowie neue Receiver und Displays beim Zuschauer. Quasi Traumbedingungen für jede Marktnische mit Millionen Konsumenten.

Aber: Die Kameras und Schnittsysteme sind noch nicht so weit, die Anforderungen von 4k zu erfüllen, weiß Schultze aus eigener Erfahrung: In der Praxis ist es so, dass eine 1.400 Euro teure Kameraspeicherkarte mit 512 Gigabyte lediglich 23 Minuten Film aufnimmt. Die Kosten für das Backup kommen dann noch oben drauf." Das erinnert an die Zeit, als Filmmaterial knapp und teuer war."

Die Standards, sehnlichst erwünscht

Neben der Verfügbarkeit von Inhalten entscheidet auch die Standardisierung von UHD über dessen Zukunft. "Im Sinne der Investitionssicherheit des Kunden ist eine einheitliche Entwicklung und Standardisierung zu wünschen", kommentiert Marcel Gonska, Geschäftsführer der Firma WLC aus Rösrath. "Die Standardisierung von UHD wirkt zurzeit wie das Rennen der Videoformate vhs und Betamax in den 80er Jahren."

Wie unterschiedlich die Ansichten im Anbieterfeld noch sind, belegt das Fehlen eines offiziellen UHD-Logos für Konsumentenprodukte. Erst wenn ein Standard verbindlich vorliegen sollte, dürften die entsprechenden Geräte ein UHD-Logo tragen. Im Rahmen einer "schleppenden Standardisierung" erwartet Gonska eine lange und friedliche Koexistenz mit HD-Video.

Offizieller Startschuss nicht vor 2015/2016

Beim Satellitenbetreiber Astra steht man schon in den Startlöchern und wäre bereit 120 Fernsehkanäle (Transponder) mit einer Kapazität von 4 Gigabit/s freizuschalten, mit denen sich auch UHD über Satellit übertragen ließe.

Ein Testbetrieb mit hoch codiertem UHD zeigt zwar einerseits die Machbarkeit, andererseits steckt in den beiden Worten "hoch codiert" nicht der Nachweis technischer Effizienz, sondern die ganze Problematik fehlender Standards. Der Regelbetrieb mit Live-Encoding ist ebenfalls noch nicht von heute auf morgen machbar.

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