Kommentar von Dieter Schmitt zur Langlebigkeit von Speicherkonzepten

Der Storage-Markt im Jahr 2016

| Autor / Redakteur: Dieter Schmitt / Rainer Graefen

Dieter Schmitt, Regional Director DACH bei Tegile
Dieter Schmitt, Regional Director DACH bei Tegile (Tegile)

Die Storage-Branche hat vergangenes Jahr einige spannende Schritte nach vorn durchgemacht – sowohl was technologische Innovationen betrifft als auch im Hinblick auf den regionalen und globalen Markt. Eine Technologiefolgen-Bewertung.

Entwicklungen im Bereich Big Data und Trends wie das Internet of Things, Industrie 4.0 sowie diverse Initiativen zur Modernisierung und Digitalisierung stellen Unternehmen und Behörden vor immer größere Herausforderungen.

Daten sind zu einem Schlüsselfaktor für das Geschäft in allen Branchen geworden und so steht die Daten-Infrastruktur unter enormem Druck, die steigenden Anforderungen an Performance, Verfügbarkeit und Sicherheit stets zu erfüllen.

Flash-, Hybrid- und Software-defined Storage sind wohl die populärsten Schlagworte der Branche momentan und viele Anbieter versuchen sich mit innovativen Lösungen Ihren Platz am Markt zu sichern.

Mehrere Flash-Ebenen

In Zukunft werden die ständig weiter fallenden Preise für Flash-Speicher dazu führen, dass Systeme mehrere Flash-Ebenen nutzen, um das Spannungsfeld zwischen Performance und Wirtschaftlichkeit zu durchbrechen. In der Speichertechnik gab es schon immer Medien, die entweder für ihre Leistung oder für ihre Kapazität optimiert waren.

Bevor Flash-Technik den Markt eroberte, gab es viele Laufwerke mit 15.000 und 7.200 Umdrehungen pro Minute (1/min), aber nur eine im Zwischenbereich bei 10.000 1/min. Laufwerke mit diesen beiden Geschwindigkeiten hatten sehr unterschiedliche Latenzzeiten und Kosten pro Gigabyte. Dasselbe passiert jetzt bei Flash. Flash-Speicher, die in DIMM-Ausführung am PCI-Bus und Speicherbus eingesetzt werden, sind wesentlich schneller als 3D- und TLC-Medien. Eine derartige Aufteilung wird sich auch im Markt für Enterprise-Flash zeigen.

Analytik macht den Unterschied

Die Analytik wird zu einem wichtigen Differenzierungsmerkmal. Umfassende, schnelle und vor allem einfach verständliche Information zum aktuellen Status des Systems machen das Management einfacher. Trendanalysen erlauben eine sehr genaue Kapazitätsplanung.

Nicht zuletzt der Service profitiert: Über die Webplattform wissen Servicetechniker sehr schnell, wie das System konfiguriert ist und können das Problem eingrenzen – das zeitraubende Verschicken von Log-Files kann weitgehend entfallen, die Zeit für die Call-Bearbeitung wird deutlich reduziert.

Moderne Cloud-basierte Analyse- und Service-Plattformen steigern die Produktivität ganz massiv und werden in Zukunft ein integraler Bestandteil leistungsstarker Storage-Systeme sein.

Marktchancen durch Technik-Upgrades

Mehr Leistung und vereinfachtes Management stehen bei vielen Anwendern weit oben auf der Anforderungsliste, wenn bestehende Systeme abgelöst werden müssen. Flash verspricht Sprünge um mehr als das 10-fache und selbst wenn der Kunde diese Leistung nicht sofort abruft: wer auf drei bis fünf Jahre planen muss, wird diese Mehrleistung zumindest mittelfristig nutzen wollen.

Die etablierten Anbieter haben darauf (und auf den verschärften Wettbewerb durch die Startups) reagiert und erhöhen den Flash-Anteil in ihren Systemen. Dabei stoßen sie jedoch schnell an die Grenzen veralteter Software-Strukturen, die die volle Nutzung des Potentials von Flash nicht erlauben.

Ineffiziente post-prozess Deduplizierungsmechanismen bremsen weiter und verlangen unverhältnismäßig große Konfigurationen. Dies verschafft Startups die perfekte Gelegenheit zum Einstieg, wenn die Anwender ihre Storage-Systeme auf den neuesten Stand bringen müssen

SDS hat es weiter schwer

Software-defined Storage (SDS) wird weiterhin nicht die gleiche Bedeutung erlangen wie andere Software-definierte Techniken wie z. B. die Netzwerktechnik. Ebenso wie das ILM (Information Lifecycle Management) vor zehn Jahren versuchte, Fuß zu fassen, tut sich SDS schwerer als erwartet.

Storage ist so lange einfach, bis etwas kaputt geht. Daher haben wir bisher noch keinen Siegeszug von reinen Software-Storage-Lösungen erlebt. Ein kürzlich von Gartner veröffentlichter Report beleuchtet die Komplexität einer heterogenen SDS-Umgebung, während VMware mit Vvols einen viel versprechenden Ansatz für ein einfacheres VM-Management bietet. Dies führt letztendlich dazu, dass SDS für die IT-Leiter noch weniger attraktiv wird.

Damit sind die Eckpunkte für die zu erwartenden Entwicklungen in den Bereichen Flash, Hybrid-Storage und SDS abgesteckt. Sicher wird 2016 noch die eine oder andere Überraschung bereithalten, denn Start-ups mit neuen Ideen, die den dominanten Playern im Markt den Kampf ansagen, gibt es bereits einige und mehr werden folgen.

Dadurch sehen sich die Branchen-Größen in Zugzwang und treiben ihrerseits durch neue Techniken oder Akquisitionen die Innovation weiter voran. Flash wird durch seine enorme Performance eine größere Rolle spielen, aber auch HDD, Tape und viele andere Techniken haben, gerade wenn es um kosteneffiziente Sicherung von Daten geht, noch lange nicht ausgedient.

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