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Desktopvirtualisierung: Konfigurierbare PCs auf dem Server gehostet Der Thin Client als vollständiger PC durch Virtualisierung

Redakteur: Ulrich Roderer

Server Based Computing mit Thin Clients ist eine der traditionellsten Technologien in der IT. Durch die Virtualisierung des Desktops ergeben sich jetzt ganz neue Möglichkeiten, die Sicherheit der Thin Clients mit der Flexibilität von Desktops zu verknüpfen. DataCenter-Insider sprach mit Dirk-Jan Bösinger, Business Unit Manager Virtualisierung, Digital Network Services Deutschland GmbH.

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Dirk Jan Bösinger zur Virtualisierung des Desktops
Dirk Jan Bösinger zur Virtualisierung des Desktops
( Archiv: Vogel Business Media )

DataCenter-Insider:

Worin unterscheidet sich eigentlich die bekannte Form des Server Based Computing von der Virtualisierung des Desktops?

Dirk-Jan Bösinger:

Als die Desktop-Virtualisierung zunehmend ins Gespräch kam, dachten viele, das ist ja nichts neues, das macht Citrix mit der zentralen Anwendungsbereitstellung doch schon lange. Doch die Virtualisierung, wie sie VMware seit Jahren entwickelt, bringt durchaus neue Ansätze.

DataCenter-Insider:

Und welche Vorteile sind das?

Dirk-Jan Bösinger:

Mit der Virtualisierung des Desktops bekommen die Anwender wieder einen vollständigen persönlichen PC. Noch immer ist nämlich der Imagefaktor ein wesentliches Kriterium gegen Terminals. Im Citrix-Umfeld sind die Applikationen ja fest definiert. Durch Desktop-Virtualisierung können Unternehmen ihren Mitarbeitern selbst konfigurierbare Systeme zu Verfügung stellen, die nicht durch die Abhängigkeiten einer Terminalserver-Umgebung eingeschränkt sind.

DataCenter-Insider:

Bedeutet das nicht wieder Mehrarbeit für die Administratoren?

Dirk-Jan Bösinger:

Die Vorteile der Virtualisierung liegen gerade in der einfachen, zentralen Administration. Die firmenkritischen Desktops und Daten liegen im Rechenzentrum. Dadurch ist nicht nur eine zentrale Backup & Recovery-Strategie von sensiblen Firmendaten möglich – man kann sogar den kompletten Desktop inklusive Applikation sichern und binnen weniger Minuten wieder herstellen. Durch das Clone- und Template(Image)-Feature lassen sich auch neue Desktops sehr schnell realisieren. Der Weg der Hardware-Beschaffung entfällt komplett. Und das sind nur einige Aspekte unter vielen, um die Administration zu erleichtern.

DataCenter-Insider:

Wo sehen Sie momentan die größte Chance für die Desktop-Virtualisierung?

Dirk-Jan Bösinger:

Ich denke, dass Windows Vista ein sehr großes Thema ist. Viele Unternehmen zögern, von älteren Versionen auf das neue Betriebssystem umzustellen wegen der bestehenden Probleme einzelner Funktionen. Zudem haben sie meiner Meinung nach auch nur in geringem Maße die dazu nötigen PCs mit den entsprechenden Ressourcen wie z.B. Arbeitsspeicher installiert. Durch Virtualisierung können Firmen jetzt ihren Anwendern Testsysteme mit Vista zur Verfügung stellen, ohne die laufende Umgebung damit zu gefährden.

DataCenter-Insider:

Ab welcher Größe macht Virtualisierung des Desktops denn Sinn?

Dirk-Jan Bösinger:

Ich würde sagen wie bei Citrix ab einer Umgebung von ca. 50 Arbeitsplätzen. Dort sehen wir dann auch ein sehr starkes Interesse an der Verbindung von Virtualisierung und Thin Clients.

DataCenter-Insider:

Wie lassen sich virtualisierte Desktops managen?

Dirk-Jan Bösinger:

Momentan entwickelt jeder Hersteller solche Tools. VMware hat sich dazu Propero mit seinem Desktop Broker Workspace gekauft, und Citrix wird den eigenen Desktop Server noch im Herbst auf den Markt bringen.

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