Big-Data-Studie von Capgemini und EMC

Deutsche Unternehmen haben bei der Datenanalyse viel Nachholbedarf

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Rainer Graefen

Wandel durch Big Data: Unternehmen bangen um ihre Wettbewerbsfähigkeit
Wandel durch Big Data: Unternehmen bangen um ihre Wettbewerbsfähigkeit (Bild: Capgemini)

Die aktuellen und künftigen Marktveränderungen, die Big Data mit sich bringt, lassen einer weltweit von Capgemini und EMC durchgeführten Studie zufolge viele Unternehmen um ihre Wettbewerbsfähigkeit fürchten.

Nicht wenige Unternehmen fürchten angesichts der massiven Marktveränderungen durch Big Data, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, wenn sie keine Data-Analytics-Lösungen einsetzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Big & Fast Data: The Rise of Insights-Driven Business“.

Sie basiert auf einer Untersuchung, die FreshMinds im Auftrag von Capgemini und EMC durchgeführt hat. Capgemini ist einer der weltweit größten Anbieter von Management-, IT-Consulting-, Technologie-Services und Outsourcing-Dienstleistungen.

Die Studie kombiniert die Ergebnisse einer rein quantitativen Online-Befragung von über 1.000 Entscheidungsträgern aus den Branchen Konsumgüter, Handel, Maschinenbau, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Medien, öffentlicher Sektor, Telekommunikation und Versorgung mit zusätzlich durchgeführten persönlichen Interviews.

Big Data verschiebt traditionelle Industriegrenzen

64 Prozent der befragten Unternehmen sind offenbar der Ansicht, dass Big Data traditionelle Industriegrenzen verschiebt und dazu beiträgt, dass neue Anbieter in ihre jeweiligen Branchen vorstoßen.

27 Prozent haben bereits erfahren, wie neue Akteure aus anderen Branchen den Wettbewerb verschärfen, während 53 Prozent in erster Linie den Wettbewerb durch Big Data Startups fürchten.

Die stärksten Marktveränderungen seien dabei in den Branchen Telekommunikation und Versorgung zu beobachten, wobei Big-Data-Analysen schon jetzt maßgeblich zum Überleben am Markt beitragen.

Big Data Analytics wird zu einer eigenen Umsatzquelle

Ferner sind 59 Prozent der befragten Unternehmen davon überzeugt, dass Daten zunehmend zu einem essenziellen Kernbestandteil des Unternehmenswerts werden. Das wird auch dadurch bestätigt, dass fast ein Drittel der befragten Unternehmen einen eigenen Verantwortlichen für das Datenmanagement auf CxO-Ebene installieren möchten oder das bereits getan haben.

Darüber hinaus planen 54 Prozent der Teilnehmer in den kommenden drei Jahren steigende Investitionen in Big Data und bei 61 Prozent ist Big Data bereits jetzt eine eigenständige Umsatzquelle, die im Unternehmen nicht weniger gewichtet ist, wie Produkte oder Dienstleistungen. Die Studie förderte auch zu Tage, dass 43 Prozent der befragten Unternehmen sich gerade reorganisieren, um durch Big Data neue Chancen nutzen zu können.

Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf

Allerdings differieren die Ergebnisse deutlich zwischen den einzelnen Ländern. So messen unter den Befragten die deutschen Entscheider Big Data deutlich weniger Bedeutung zu, als jene in den USA, Brasilien und China. Die deutschen Entscheider und CIOs sehen in Big Data auch nicht so viele Geschäftschancen, wie der übrige Durchschnitt der Befragten weltweit. Das spiegelt sich auch in der Quote an Big-Data-Implementierungen in deutschen Unternehmen wider.

Demnach haben hierzulande nur 58 Prozent der Befragten Big-Data-Technologien im Einsatz oder planen den Einsatz von Big Data in den kommenden Jahren, während der Wert mit 71 Prozent global deutlich höher ist. Unterschiede in Deutschland in Bezug auf ein Big-Data-Engagement liegen auch darin, dass dieses hier eher von der IT als von der Geschäftsstrategie getriggert wird.

An der IT vorbei

Dabei kam in diesem Zusammenhang auch ans Licht, dass IT in nicht wenigen Fällen sogar als Hindernis betrachtet wird. So haben für Data-Analytics-Projekte bereits 36 Prozent der Führungskräfte die eigene IT-Abteilung umgangen, weil sie Big Data eine große strategische Bedeutung zumessen und 52 Prozent der Befragten bestätigen, dass langsame IT-Entwicklungsprozesse den schnellen Wissensgewinn aus Daten behindern. Da passt auch ins Bild, dass 77 Prozent der Studienteilnehmer bestätigen, dass Entscheider Daten zunehmend in Echtzeit benötigen.

Meinungen

Für Paul Maritz, Pivotal Chief Executive Officer, EMC Corporation liegt in der Schnelligkeit bei der Nutzung von Big Data der größte Wert: „Unternehmen müssen verstehen, dass es nicht nur darauf ankommt, Daten aus verschiedenen Quellen zu verarbeiten, auszuwerten und schnell darauf zu reagieren, sondern ihr gesamtes Handeln an ihren gewonnenen Erkenntnissen auszurichten. Deswegen müssen sie schnellstens in qualifizierte Mitarbeiter, Kompetenzen, Tools und moderne Plattformen investieren.“

Paul Maritz, Pivotal Chief Executive Officer
Paul Maritz, Pivotal Chief Executive Officer (Bild: Pivotal)

Kai-Oliver Schäfer, Leiter Insights & Data bei Capgemini in Deutschland, ergänzt: „Wir haben einen Wendepunkt im Markt erreicht. Wenn die Unternehmen jetzt nicht anfangen, die Chancen von Big Data zu nutzen, laufen sie Gefahr, ihre Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen.

Manche Organisationen senken mit Big Data ihre Kosten oder steigern die Leistung, während andere wiederum Big Data als Eintrittskarte in neue Märkte und Geschäftsmodelle sehen. Jedes Unternehmen muss jetzt für sich den richtigen Weg ins Big-Data-Zeitalter finden und den passenden geschäftlichen Nutzen aus internen und externen Daten ziehen.“

Weitere Informationen

Die vollständige Studie zum kostenlosen Download

Eine Übersicht der Ergebnisse für Deutschland.

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