Auszug aus dem IBM System Storage Kompendium

Die Anfangsepoche der elektromagnetischen Speicherung 1952 bis 1961

05.02.2010 | Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Aufnahme des ersten Prototypen des Magnetbandsystems IBM 726 im Jahr 1951 mit zwei Bandlaufwerken pro Einheit
Aufnahme des ersten Prototypen des Magnetbandsystems IBM 726 im Jahr 1951 mit zwei Bandlaufwerken pro Einheit

Pressluft steuert den Zugriffsarm

Damals gab es noch keine Zugriffskämme, sondern nur einen Zugriffsarm, der in die Zwischenräume des Plattenstapels mit einer Seilzugmechanik hineingesteuert wurde. Die exakte Positionierung erfolgte mit Zahnstange und Klinke und wurde per Pressluft elektronisch gesteuert. Die Köpfe schwebten über der Platte in einem Abstand von 800 Micro-Inches. 1958 wurde mit der Ankündigung des Modells 2 die Möglichkeit geschaffen, die doppelte Kapazität abzubilden (zehn Megabyte). Bei diesem Modell wurden zwei Zugriffsstationen eingesetzt, sodass eine Station schreiben oder lesen und die zweite gleichzeitig suchen konnte, um für die Verarbeitung des nächsten Satzes die Positionierung des Schreib-/Lesekopfes vorzubereiten.

Was sind fünf Megabyte?

Verkaufstechnisch wurde bereits damals mit der RAMAC derselbe Marketing-Ansatz gewählt, den man auch heute noch, nur in anderen Größenordnungen, vorfindet. Wie macht man dem Käufer und Benutzer klar, was fünf Megabyte sind? Fünf Megabyte lagen damals über jeder normalen Vorstellungskraft. Deshalb wurden in den meisten Spezifikationsunterlagen fünf Megabyte so definiert, dass das 60.000 bis 80.000 Lochkarten entspreche, oder 2.000 Feet Bandlänge (die Bänder gab es ja bereits vier Jahre früher) oder 940 Seiten mit bedrucktem Papier.

Neben dem RAMAC-Plattenstapel und der dazugehörigen Zugriffsstation enthielt die Einheit 350 eine elektronische und pneumatische Kontrolle für die Zugriffsstation und einen Luftkompressor. Die Schmierung der Plattenlager wurde durch eine Öl-Dunst-Schmierung durchgeführt. Die Einheit 350 hatte eine Länge von 152,4 cm (60 Inches), eine Höhe von 172,72 cm (68 Inches) und eine Tiefe von 73,66 cm (29 Inches) und wog etwa eine Tonne.

Das Gesamtsystem, bestehend aus Rechner, Platteneinheit, Kartenleser, Kartenstanzer, Drucker und Konsoleneinheit, kostete 185.000 US-Dollar und wurde auch unter Leasing zu einer monatlichen Rate von 3.200 US-Dollar angeboten. In dem Zeitraum von 1956 bis 1960 wurden weltweit 1.500 Systeme installiert. 1960 erfolgte dann die Zurückziehung aller Modelle vom Vertrieb und 1961 die Einstellung der Produktion.

Weiter mit: Das Input/Output Control System

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