Auszug aus dem IBM System Storage Kompendium

Die Anfangsepoche der elektromagnetischen Speicherung 1952 bis 1961

05.02.2010 | Autor / Redakteur: Kurt Gerecke und Klemens Poschke / Nico Litzel

Aufnahme des ersten Prototypen des Magnetbandsystems IBM 726 im Jahr 1951 mit zwei Bandlaufwerken pro Einheit
Aufnahme des ersten Prototypen des Magnetbandsystems IBM 726 im Jahr 1951 mit zwei Bandlaufwerken pro Einheit

Das Input/Output Control System

1957 wurde der „Data Synchronizer“ am IBM System 709 eingeführt, der Vorläufer der heutigen Übertragungskanäle. 1959 führte IBM ein neues Programmpaket, das Eingabe-/Ausgabesteuerungssystem IOCS für Magnetbänder und Magnetplatten (Input/Output Control System) ein. Es handelte sich um Makroinstruktionen zum Erstellen, Wiederauffinden und Verarbeiten von Dateien sowie zur Fehlerkorrektur. Außerdem steuerte IOCS die Datenblockbildung und die Entblockung. IOCS blieb für spätere Systeme von maßgeblicher Bedeutung.

Program Interrupt

1958 verwendete IBM erstmals mit den Systemen IBM 7070 und 7090 die Technik der automatischen Programmunterbrechung (Program Interrupt). Der Prozessor verzweigte bei bestimmten, von Eingabe-/Ausgabeeinheiten angezeigten Bedingungen automatisch zu Routinen, die den „Interrupt“ behandelten.

1958 wurde die Bandeinheit IBM 729 als Nachfolger des Vorgängers IBM 727 auf den Markt gebracht. Die IBM 729-Bandfamilie bot neben höheren Datenraten und höherer Speicherdichte die erste Schreibkontrolle. Mit der Einführung der IBM 729 wurde beim Schreiben auf Magnetband automatisch geprüft, ob die eben geschriebene Information gültig war. Dazu wurde Stelle für Stelle in ein Prüfregister eingelesen und geprüft.

Im Oktober 1960 wurde der Plattenspeicher IBM 1405 angekündigt, der an den Systemen IBM 1401, 1410 und 1460 (nicht an System 7000) betrieben wurde. Dieser Plattenspeicher vervierfachte die Kapazität eines Plattenstapels im Vergleich zur RAMAC von 1956. Sowohl die Anzahl der Spuren pro Inch als auch die Anzahl der Bits in einer Spur wurden verdoppelt, sodass eine vierfache Kapazität des Plattenstapels erreicht wurde. Die Plattenstapel waren in zwei Ausführungen verfügbar, in einer Einheit mit 25 Platten im Stapel und einer mit 50 Platten. Die kleinere Einheit hatte eine Kapazität von Zehn und die größere von 20 Megabyte. Die Aufzeichnungsdichte betrug 220 Bits pro Inch, was 40 Spuren pro Inch entspricht. Die Schwebehöhe zwischen Kopf und Platte betrug 650 Micro-Inches und die Platten drehten sich mit 1.800 Umdrehungen pro Minute. Die Datenrate lag bei 17,5 Kilobytes pro Sekunde. Der IBM-1405-Plattenspeicher kam vor allem beim IBM 1401-Rechner zum Einsatz.

Weiter mit: Die Platteneinheit IBM 1301

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