IT-Awards 2020 Die beliebtesten Anbieter von Datenmanagement und Software-Defined Storage 2020

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Dr. Jürgen Ehneß

Die Datenflut nimmt kein Ende – umso wichtiger ist eine effiziente Speicherarchitektur. Software-Defined Storage entkoppelt das Datenmanagement von der zugrundeliegenden Hardware. Dies bietet einige Vorteile, die von hoher Skalierbarkeit über Automatisierungsmöglichkeiten bis hin zu Kostenersparnissen reichen.

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Die Entkoppelung von Hard- und Software ermöglicht mehr Flexibilität.
Die Entkoppelung von Hard- und Software ermöglicht mehr Flexibilität.
(Bild: © metamorworks - stock.adobe.com)

Kommen Speichersysteme mit Hard- und Software aus einer Hand, hat das Vorteile: Gezielter Support oder schnelle Hilfe im Problemfall sind hier zu nennen. Allerdings birgt dies auch Nachteile, etwa den Einsatz proprietärer Komponenten oder die Beschränkung auf vom jeweiligen Anbieter unterstützte Lösungen („Vendor Lock-in“). Dies kann zu hohen Kosten führen, falls das Speichersystem nicht mehr den Anforderungen genügt und modernisiert werden muss.

Mehr Flexibilität bietet der Einsatz von Software-Defined Storage (SDS). Im Gegensatz zu traditionellen Speichersystemen wird hierbei die Storage-Software entkoppelt von der Hardware betrieben. Dies gestattet den Einsatz von Standardkomponenten wie x86-Servern und COTS-Produkten („Commercial Off-The-Shelf“), was im Vergleich mit geschlossenen, herstellerspezifischen Systemen Kostenvorteile ermöglicht.

Die Leser von Storage-Insider haben für die IT-Awards 2020 abgestimmt. Beim Klick auf die Bildergalerie sehen Sie die drei bei unseren Lesern beliebtesten Anbieter von Datenmanagement-Software und Software-Defined Storage 2020:

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SDS-Architektur im Überblick

Die SDS-Architektur vermittelt, vereinfacht ausgedrückt, mit Hilfe einer zusätzlichen Abstraktionsschicht zwischen Datenanfragen und physischer Speicher-Hardware. Dieser Ansatz bietet eine Reihe von Vorzügen gegenüber herkömmlichen Speichersystemen. Allerdings ist SDS oftmals komplexer und benötigt dementsprechend geschultes Fachpersonal.

Wesentlicher Vorteil ist die gebotene Freiheit bei der Wahl von Soft- und Hardware: Durch die unabhängige Schicht über dem physischen Speicher-Layer lassen sich die vorhandenen Systeme nach Bedarf und herstellerunabhängig ausbauen oder durch zusätzliche Ressourcen ergänzen. Kapazität und Leistung sind dadurch unabhängig voneinander nahezu unbegrenzt skalierbar. Unterschiedliche Datenquellen, wie zum Beispiel Server, Storage-Systeme oder Cloud-Ressourcen, lassen sich unter einem einheitlichen Dach zusammenfassen und automatisiert einbinden. Migrationen sind im laufenden Betrieb und ohne Ausfallzeiten möglich.

Verwaltung und Wartung erfolgen über Standardschnittstellen. Der Datenpfad ist virtualisiert und ermöglicht den Zugang zu Datei-, Block- und Object-Storage. Häufig werden SDS-Lösungen auch mit Speichervirtualisierung kombiniert. Insgesamt ist somit eine hohe Flexibilität bezüglich möglicher Einsatzszenarien gegeben: Von hyperkonvergenten Infrastrukturen über Speicherumgebungen zur Compliance-konformen Archivierung großer Datenmengen bis hin zu Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Konzepten ist vieles möglich. Zudem sind SDS-Architekturen weitgehend zukunftssicher, da die Kompatibilität der genutzten und künftigen Speicherlösungen zu anderen vorhandenen Systemen keine Rolle mehr spielt. Für Transparenz sorgen zentrale Überwachung, Verwaltung und Steuerung der Systeme.

Starkes Wachstum erwartet

Das SDS-Segment verzeichnet nach wie vor hohe Nachfrage. Entsprechend fallen die Prognosen der Marktforscher aus: Mordor Intelligence beziffert den globalen Gesamtmarkt auf rund 9,4 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Bis zum Jahr 2025 wird ein Marktvolumen von 37,24 Milliarden US-Dollar erwartet – das entspricht einer jährlichen Zuwachsrate („Compound Annual Growth Rate“, CAGR) von satten 25,8 Prozent.

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Als wesentliche Treiber sehen die Marktforscher unter anderem die Flut an unstrukturierten Daten im Unternehmensumfeld. Dies verstärkt den Bedarf an skalierbaren Storage-Infrastrukturen, die gleichzeitig zuverlässig und sicher arbeiten. Gleiches gilt für die zunehmende Verbreitung von IoT-Geräten, die Daten immer mehr am Edge entstehen lassen. Laut Mordor Intelligence ist SDS besonders für Unternehmen interessant, die sich gerade in der Umsetzung der digitalen Transformation befinden. Die Vorteile des Software-definierten Speichers gegenüber traditionellen Ansätzen sind hierbei ein wichtiger Faktor. Allerdings gibt es auch Fallstricke: So fehlt es an erfahrenden Fachkräften, um den Umstieg auf SDS zu bewältigen. Zudem spielen Sicherheitsbedenken nach wie vor eine Rolle bei der Entscheidungsfindung.

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