Flaschenhälse beim Backup virtueller Maschinen

Die Differenzkopie macht das Backup virtueller Machinen komplett

| Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

(© JRB - Fotolia.com)
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Kosten darf es nicht viel, am besten keine Arbeit verursachen und funktionieren soll es immer – das Backup und der Restore. Dass die Geschäftsführung in Service-Leveln denkt, sei ihr unbenommen, aber ein wenig Ahnung von den Backup-Flaschenhälsen sollte man schon haben.

Es war schon immer das Dilemma des Backup-Administrators, dass seine Arbeit keine Wertschätzung erfährt. Der berüchtigte K-Fall droht zwar immer am Horizont, aber die Kosten, und da sind sich fast alle einig, müssen auch in einem angemessenen Verhältnis zum Risiko stehen. Bei den Anforderungen an die Beherrschung des „kleinen Restrisikos“ ist man dagegen umgekehrt proportional sehr anspruchsvoll.

Gegen alle physischen Grenzen

Markus Kuhn, Referent der Storage-Insider.de-Akademie und Mitinhaber der Consult-it, hat das in einem Beispiel aus der Praxis schön verdeutlicht. Das lautet so:

  • Der Datenbestand beträgt 70 Terabyte.
  • Das Backup erfolgt auf Disk, zehn Terabyte sind auf Tape ausgelagert.
  • Die Wiederherstellung von 35 Terabyte wichtiger Daten soll in maximal 30 Minuten stattfinden.
  • 35 Terabyte nicht ganz so wichtiger Daten sollen in maximal zwei Stunden zurückgesichert werden.

Eins ist bei dieser Aufgabenstellung sofort ersichtlich: Mit dem physischen Kopieren der Datenmenge ist das nicht zu schaffen. Bei einem 1-Gbit-Netzwerk kommt man auf einen theoretischen Wert von 360 Gigabyte pro Stunde, bei einem 10-Gbit-Netzwerk wären es 3,6 Terabyte pro Stunde. Ob der Streamer die Daten auch schneller liefern könnte, ist unerheblich, der Schwarze Peter liegt bei dieser Berechnung im Netzwerk.

Und wenn man den Weg weiter zum Server beschreitet, dann wird hier in vielen Fällen das Dateisystem den Schwarzen Peter übernehmen. Wer viele große und kleine Dateien physisch wiederherstellen will, sollte davon ausgehen, dass er nur zehn Megabyte pro Sekunde respektive 36 Gigabyte pro Stunde zurücksichern kann.

Die Grenzen der CPU

Backups, so heißt es, sind eine hervorragende Gelegenheit, die Speicher- und Netzwerksysteme zu testen, da diese Nacht für Nacht alles von Punkt A zu Punkt B bewegen müssen. So mancher Hardware-Fehler wurde erst entdeckt, als man das Gerät in den Backup-Prozess integrierte, wissen Experten zu berichten.

Sieht man einmal von den spezifischen Flaschenhälsen der diversen am Backup&Restore-Prozess beteiligten Hardware-Komponenten ab und schaut sich die virtualisierten Maschinen (VM) an, die auf dieser Hardware aufsetzen, so ist eines sofort klar: Diese Hardware müssen sich zehn, zwanzig oder noch mehr virtuelle Maschinen teilen. Und damit muss moderne Backup-Software umgehen – und kann es inzwischen auch.

Backup-Software ist dahin gehend optimiert, in kurzer Zeit so viele Server/Geräte wie möglich zu sichern. Diese Leistungsfähigkeit der Software überfordert allerdings die I/O-Leistung eines Servers, auf dem mehrere virtuelle Maschinen laufen. Man stelle sich nur einmal vor, dass gleichzeitig 20 virtuelle Maschinen gesichert werden sollen, die auf einem einzigen physischen Server laufen. Das dürfte selbst die aktuellsten x86-Multicore-Prozessoren von Intel oder AMD ausbremsen.

Inhalt des Artikels:

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