Storage-Insider Service: Test der Barracuda Backup Appliances, Teil 2

Die ganze Bandbreite moderner Datensicherung in einem Paket

| Autor / Redakteur: Frank-Michael Schlede, Thomas Bär / Rainer Graefen

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, daran zu erinnern, dass der komplette Zugriff auf die Oberfläche nicht etwa lokal über einen Web-Dienst auf der Appliance, sondern über die https-Webseite unter der URL Barracuda Networks abläuft.
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, daran zu erinnern, dass der komplette Zugriff auf die Oberfläche nicht etwa lokal über einen Web-Dienst auf der Appliance, sondern über die https-Webseite unter der URL Barracuda Networks abläuft. (Bild: Barracuda)

Barracuda Backup ist eine vollständige, Cloud-integrierte Lösung für die Sicherung von physischen, virtuellen und SaaS Umgebungen, behauptet der Hersteller. Im zweiten Teil unseres Appliance-Tests untersuchen unsere Autoren deshalb Funktionalität und Bedienbarkeit des Backup-Pakets im RZ- und Cloud-Betrieb.

Sofern der Administrator nicht bereits über ein Login bei Barracuda verfügt, muss er sich nun erstmals an der Web-Seite des Herstellers anmelden und das Konto mit einer E-Mail bestätigen. Das dauerte im Test nur wenige Augenblicke.

Dabei legten wir gleich mehrere Benutzer an und ordneten diesen unterschiedliche Zugriffsrechte zu. Leider gehen die Umlaute in der Ansprache bei den E-Mails zur Bestätigung verloren und dieses Phänomen trat bei unserem Test völlig unabhängig vom verwendeten Mail-Programm auf – ein derart triviales Problem sollte bei einer modernen Lösung von heute nicht mehr auftreten.

Admin und Benutzerrechte

Auch mit Blick auf die Sicherheit gefiel uns ein Verhalten der Lösung weniger gut: Der Administrator legt den Benutzer an, hinterlegt die E-Mail-Adresse und setzt dann möglicherweise auch schon die notwendigen Zugriffsrechte. Danach legt der Anwender, nach dem Empfang der E-Mail, das für den Zugriff notwendige Passwort selbst fest.

Der Administrator besitzt hier nur eine einzige Möglichkeit der Begrenzung: Er kann IP-Login-Restriktionen pro Benutzer festlegen. Die Zugriffsrechte selbst basieren auf drei unterschiedlichen Rollen: Account Administrator, Backup Appliance Administrator und Operator. Letztere dürfen auf zugewiesenen Appliances arbeiten, erstgenannte können auch Benutzerkonten anlegen.

In lokalen Umgebungen kann der Administrator mit wenigen Angaben auch eine LDAP-Verbindung zum Active Directory aufbauen und die Verwaltung von dort aus vornehmen.

Angenehme Cloud-Bedienbarkeit

Die Cloud-Variante bietet dem Hauptverantwortlichen für den primären Backup einen großen Vorteil: Er kann auch aus großer Distanz vollkommen losgelöst von internen Strukturen beliebig viele administrative Personen, mit der Abwicklung von Backup- und Recovery-Prozessen betrauen.

Die Web-Oberfläche der Lösung machte einen guten Eindruck auf uns, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich fast von selbst erklärt. Wer schon einmal mit der Backup-Software eines beliebigen anderen Herstellers arbeiten durfte, findet sich auch hier sehr schnell zurecht.

Sehr dankbar waren wir vor allen Dingen dafür, dass es den Entwicklern bei Barracuda gelungen ist, die Dialogfenster und Strukturen logisch und passend umzusetzen. Alle wichtigen Informationen findet der Administrator an der zu erwartenden Stelle. Sollte er sich einmal nicht so sicher sein, so gibt es eine Schaltfläche „Details“, die weiterführende Informationen auf den Schirm bringt.

Der nächste Schritt: Vorbereitung der Host-Systeme

Im nächsten Schritt muss der Administrator dann die Agent-Software für die jeweilige Zielplattform herunterzuladen. Der sehr hilfreichen Schnellanleitung folgend, wechselten wir in das Register "System" und klickten dort im erscheinenden Untermenü auf "Software Downloads".

Nun zeigten sich vier Hauptüberschriften mit "Bare Metal Live CD", "Barracuda Backup Agent", "Barracuda GroupWise Trusted Application Key Generator" und einem Verweis auf ein "Ontrack Demo", von den Datenwiederherstellungsspezialisten von Kroll.

Wir luden für unseren physikalischen Testserver, einen DELL T310 mit Windows Server 2012R2-Betriebssystem und aktivierter Hyper-V-Virtualisierung, den "Barracuda Backup Agent 6.0.04 (Windows)" herunter.

Alles geht, manches schneller

Der Download ging mit einer gewissen Sorge einher, denn unter den Software Requirements fanden wir lediglich Windows Server 2003SP2 und höher, Windows Server 2008 und Windows Server 2012- kein Wort über die jeweiligen R2-Varianten.

Auch für die Client-Betriebssysteme von Windows gibt es Unterstützungshinweise: Windows XP SP3 und höher, Windows Vista SP1 und Windows 7 und 8. Auch keine Erwähnung von 8.1 oder gar dem aktuellen Betriebssystem Windows 10.

Für die Linux-Fraktion beschränkt sich die Unterstützung auf die Hinweise Kernel 2.6.16, glibc 2.2.5 für 32-Bit und glibc 2.3.4 für 64-Bit. Diese Sorgen stellten sich später glücklicherweise als unbegründet heraus, denn die Software arbeitete auch mit den aktuellen Betriebssystemvarianten ohne Probleme zusammen. Laut Hersteller ist die Liste nicht ganz auf dem aktuellen Stand.

Ein wenig überrascht waren wir während des Tests über die fast unerträgliche Langsamkeit des Downloads für den Agenten, als wir den Browser Opera einsetzen. Mit dem Firefox oder Internet Explorer ging es dann deutlich schneller – ein Phänomen, dass wir uns nicht so ganz erklären konnten.

Installation ohne Umwege

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, daran zu erinnern, dass der komplette Zugriff auf die Oberfläche nicht etwa lokal über einen Web-Dienst auf der Appliance, sondern über die https-Webseite unter der URL Barracuda Networks abläuft. Das ist deshalb praktisch, weil sich der Administrator auf diese Weise auch keine Gedanken machen muss, ob die hier zur Verfügung stehenden Informationen auf dem aktuellen Stand sind.

Glücklicherweise lief die Installation des Barracuda Backup Agent für Windows in der Version 6.0.04-95690 recht einfach ab: Wir mussten nur die knapp 61 MByte auf dem Zielserver übertragen und die Software mit einem Doppelklick starten.

Es folgte die notwendige Bestätigung der Lizenzvereinbarung, die immerhin 67 Seiten im feinsten Juristen-Englisch umfasste. Die einzige weitere Einstellung, die der IT-Profi hier noch vornehmen muss, bezieht sich auf den Speicherort für den Client. Wir installierten dann den Client ebenfalls auf unserem unter VMware vSphere virtualisierten Exchange-Testsystem sowie auf den für den Test bereitgestellten Microsoft SQL 2012 Server.

Verknüpfung mit den Quellen

Im nächsten Arbeitsschritt wechselt der Administrator im Web-Dialog der Appliance in das Register Backup und fügt über die passende Schaltfläche die zu sichernden Computer als Quelle hinzu. Im Zuge dieses, ebenfalls wieder selbsterklärenden Dialogs, bietet die Software die Auswahl der speziellen Anwendungen und erweitert hierzu passend einige Optionen.

Dazu gehört dann beispielsweise auch Microsoft SQL. Mit Exchange 2013 hatten wir zunächst ein paar Schwierigkeiten, da wir versuchten, die Mail-Sicherung mit einem administrativen Konto aus der Domäne aufzubauen.

Bewaffnet mit dem Fehlertext entdeckten wir in der Online-Hilfe von Barracuda die Lösung: Der Administrator muss ein separates Konto anlegen, ihm die Berechtigung zur „Impersonation“ geben und dabei darauf achten, dass dieses Konto keine Administrationsrechte hat – dann klappte es vorzüglich. Es handelt sich hierbei nicht um einen Fehler in der Barracuda-Software, sondern um eine von Microsoft festgelegte Grundeinstellung: Administratoren dürfen keine E-Mail-Konten einsehen können.

VMs booten - state of the Art und aus der Cloud

Deutlich schneller lief der Aufbau der Verbindung zu den VMware ESX-Hosts oder VMware vSphere-Servern. Dazu ist überhaupt keine zusätzliche Client-Software erforderlich, da die Appliance über das API direkt mit den Hypervisoren kommuniziert und zusammenarbeitet. Ende 2014 erhielt Barracuda Backup als VMware Technology Alliance Partner (TAP) das VMware Ready Zertifikat.

Unternehmen können beim Ausfall ihrer Server die Dauer des Ausfalls dadurch reduzieren, dass sie wichtige virtuelle Maschinen dann direkt in der Barracuda Cloud booten. Im Fall eines größeren Desasters sicherlich eine interessante Variante, um zumindest schnellstmöglich wieder an die wichtigsten Daten zu gelangen.

In einem Testszenario gelang uns auch das Starten einer VM aus dem Cloud Backup mit wenigen Mausklicks. Administratoren melden sich per VNC auf der Maschine an, das Zugriffskennwort generiert die Software per Zufall.

Am 11.8 geht es weiter mit dem Recovery von On-Site- und Cloud-Backups

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