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Grundlagen moderner Netzwerktechnologien im Überblick – Teil 91 Die Internet-Protokolle im Überblick – Adressierung, Domänen und WWW

Autor / Redakteur: Dr. Franz-Joachim Kauffels / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Vom Säugling bis zum Greis kann jeder das Internet benutzen. Damit so etwas funktioniert, muss es genial organisiert sein. Werfen wir einen Blick hinter die Fassaden.

WWW: Das Prinzip von Hypertext; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
WWW: Das Prinzip von Hypertext; Bild: Dr. Franz-Joachim Kauffels
( Archiv: Vogel Business Media )

Beim allerersten Kontakt mit dem Internet fallen die recht kompliziert aussehenden Adressen ins Auge. Im Rahmen dieser einführenden Darstellung soll exemplarisch erklärt werden, was die einzelnen Komponenten in den Adressen zu bedeuten haben bzw. welche Aufgabenbereiche mit ihnen verknüpft sind. Auf eine formale Darstellung verzichten wir hier lieber. Im nächsten Artikel gehen wir auf die Grundfunktionen des klassischen Internet ein.

Adressen im Internet

Auf den ersten Blick scheinen die Adressen im Internet eine Mischung aus kryptischen Zeichenketten, Dateibaumadressierung wie in Betriebssystemen und Phantasie mit Schneegestöber zu sein. Außerdem scheint es irgendwie zwei Sorten von Adressen zu geben.

Das hat damit zu tun, dass es im Internet eine eigentlich sehr logische IP-Adressierung mit festen Regeln gibt, jeder IP-Adresse aber eine symbolische Adresse zugeordnet werden kann, die dann ihrerseits wieder mit diesem und jenem vermengt werden darf. Die symbolische Adresse besteht aus einer Reihe von Namen, die ihrerseits je nach Kontext durch bestimmte Zeichen getrennt sind. Eine etwas andere Adressform, die URLs, wurden im Zusammenhang mit dem WWW entwickelt.

Zu Beginn des Internet wurden tatsächlich alle Adressen von einem NIC (Network Information Center) verwaltet. Wenn man ins Internet wollte, konnte man sich beim NIC melden und bekam eine (binäre) Internet-Adresse und einen einfachen Namen. Das Pärchen aus Internet-Adresse und Namen wurde regelmäßig als Datei an alle Internet-Rechner verschickt. So wussten immer alle Rechner alle Adressen.

Im Lauf der Zeit hat sich die Zuweisung von Adressen durch das NIC aber als unpraktisch erwiesen, vor allem, wenn man die relative Beweglichkeit von Benutzern berücksichtigte, die sozusagen von Rechner zu Rechner umziehen konnten, womit jedes Mal eine neue Zuordnung zwischen Namen und physikalischer Adresse fällig wurde.

Das Domain Name System

So hat man ab 1986 ein neues System auf den Weg gebracht, das sogenannte Domain Name System – DNS. Beim DNS steht nicht mehr eine Zentrale Verwaltungsstelle im Vordergrund, sondern verschiedene Gruppen übernehmen selbst die Verantwortung für die Zuordnung von Adressen. Eine Gruppe stellt damit einen Kontext für eine Adresse dar.

Im DNS gliedert sich der Adressname in einen Benutzerteil (User-ID) und einen Netzwerkteil, den Domain-Namen. Zu jeder Domain gibt es in der Regel Subdomains. Domain- und Subdomain-Adressen werden durch Punkte getrennt, die größte Domäne im Kontext steht dabei rechts. Die Punkte haben nicht notwendigerweise mit den Punkten bei der Trennung der Dezimaldarstellung der IP-Adresse zu tun. Für jede (Sub)Domain-Adresse gibt es – wie oben schon angedroht – einen Namen. Auch die Namen werden durch Punkte getrennt. Schließlich taucht in den symbolischen Adressen meist ein @ auf. Mit diesem werden der Name der Benutzeridentifikation und die symbolische Domain Adresse getrennt.

weiter mit: Die Top Level Domains

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