Schnelle Provisionierung oder latenzsensitive Transaktionen

Die IT der zwei Geschwindigkeiten

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Bimodale IT: Automatisierung versus Transaktionsorientierung
Bimodale IT: Automatisierung versus Transaktionsorientierung (Fotolia.com)

Noch reden alle über Software-defined Storage, doch wie Hersteller, vor allem die ehemals treibenden Kräfte der Branche, mit Commodity Geld verdienen wollen, bleibt bislang unklar. Aber nun kommt theoretischer Flankenschutz von Gartner: die bimodale IT. Ein Schlagwort, das uns absehbarerweise verfolgen wird.

Wie macht man einem Anwender klar, dass ich als Hersteller bessere Speichertechnik liefere als die Konkurrenz? Gewiss nicht indem man über Software-defined spricht. Da ist alles Commodity und die Software wächst bestenfalls langsam mit den Bedürfnissen des Kunden, bis das Endprodukt im schlimmsten Fall nicht mehr kompatibel ist mit anderen, ähnlichen Lösungen.

Besser ist es da schon von der bimodalen IT zu reden, das klingt gebildet, und außerdem ist das Bild von einer Welt mit zwei Geschwindigkeiten schon durch die europäische Politik in Szene gesetzt worden. Es geht dabei um

  • 1. Breitenapplikationen mit überwiegend parallelen Abläufen und
  • 2. um sequentielle Anwendungen wie sie in ERP-Systemen genutzt werden.

"Das Schlagwort von der bimodalen IT macht die Runde," sagt Axel Koester aus dem EMEA Storage Competence Center bei IBM, "weil es zunehmend deutlicher wird, dass sich einerseits alles um die Verbilligung der IT-Betriebskosten dreht, andererseits aber um die kostspieligen High-Speed-Bedürfnisse spezialisierte Unternehmen". Es geht um die schnelle Provisionierung "von der Stange" mit reduziertem Performanceanspruch respektive um die weitgehende Automatisierung von IT-Prozessen, und auf der anderen Seite die handoptimierte IT für latenzsensitives Transaktionsgeschäft.

An der Speicherperfomance liegt es nicht

Als technische Trennlinie kann man den Unterschied zwischen SSDs und Flash heranziehen. Eine SSD ist vielleicht fähig Geschwindigkeiten des Datenzugriffs von etwas um eine Millsekunde zu liefern, ein Flash-Speicher, der ohne SATA- oder SAS-Schnittstellen direkt per PCIe-Port mit dem Prozessor kommuniziert, kann alle Transaktionen nach dem jetzigen Stand der Technik noch 5mal schneller mit unter 200 Mikrosekunden bedienen. Weitere Performance-Zuwächse sind durch den Wechsel von Flash auf Phase Change Memory, Memristoren und Racetrack-Memory zu erwarten.

Wer sich an den Hype um High-Frequency Trading erinnert weiss, dass viel Geld investiert wurde, und manche Finanzzentren mit eigenem Kabel und schnellsten Transportprotokollen versehen wurden, um einige Millisekunden schneller als andere von den neuesten Börsennachrichten unterrichtet zu sein.

Jede Finanztransaktion mehr, bringt finanzielle Vorteile. Eine ähnliche Entwicklung kann man nun erneut bei der Finanzindustrie, der Genomanalyse, Big-Data-Auswertungen mit Hadoop und Energieexploration und anderen Hochleistungsindustrien erwarten.

"Die Digitalisierung verändert zunehmend das Kaufverhalten", sagt Gartner. "Führungskräfte der IT-Anbieter müssen die bimodale IT beherrschen und diese beispiellose Differenzierungsmöglichkeit voll ausschöpfen" warnt der Marktforscher. Zusammengefasst: IT-Dienstleister mit der Cloud im Rücken, sollten sich verändernde Konsumententrends schnellstmöglich erkennen können - oder das Leben bestraft sie.

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