Ein kritischer Kommentar von Laurent Fanichet zu Objektspeicher, Videos, Sensordaten und anderen Storage-Entwicklungen, Teil 2

Die nächste Daten-Tsunami lässt sich nicht kleinalgorithmisieren

| Autor / Redakteur: Laurent Fanichet / Rainer Graefen

Die nächste Datenflut wird ein Tsunami
Die nächste Datenflut wird ein Tsunami (Fotolia.com_23951327)

Alle freuen sich auf das Internet der Dinge? Nicht alle! Denn die Deduplizierung kommt an ihr Ende und damit auch das zwischenzeitlich verlangsamte Wachstum beim Speicherbedarf. Schon Videos stellen Backup-Adminstratoren vor große Probleme, und Sensordaten werden Platz ohne Ende verbrauchen.

Vielleicht ergibt sich durch die Miniaturisierung von Speicherzellen eines Tages eine Lösung für die Speicherung der beständig rieselnden Sensordaten aus dem Internet der Dinge.

Im Augenblick sollte es sich jedoch jeder genau überlegen, ob sich die Kosten für diesen riesigen Datenbestand jemals durch eine Big-Data-Analyse amortisieren können.

Sensordaten, so scheint es derzeit, sind auf dem Weg zu einer eigenen Speicherkategorie wie Block, File und Objekt werden zu müssen.

Die Wolkendecke teilt sich und hindurch scheinen…die Kosten

Es ist keine Frage, dass Dienstleistungen für die Archivierung und Sicherung von Daten in der Public Cloud zu substanziellen Einsparungen führen können – sowohl bei den Kosten für die Infrastruktur, als auch beim Verwaltungsaufwand.

Die Kunden realisieren allmählich, dass die Wirtschaftlichkeit von Public Storage Clouds nur dann gegeben ist, wenn sie nicht regelmäßig ihre in der Cloud gespeicherten Daten herunterladen möchten. Sonst addieren sich die Kosten für das Hin- und Herschieben der Daten sehr schnell auf.

Hybrid Clouds werden zunehmend zum bevorzugten Modell, das Kunden den lokalen Zugang und die Wiederherstellung von Daten ermöglicht – gleichzeitig profitieren sie bei selten genutzten Daten und Disaster Recovery von den Vorteilen der Public Cloud.

Besser zweimal über die Wahl eines Cloud Anbieters nachdenken

Neben dem Nachteil der hohen Kosten, die bei regelmäßigem Herunterladen der Daten aus dem Cloud-Archiv entstehen, stellt der Download an sich eine langwierige Angelegenheit dar. Solange ein Kunde nicht bereit ist, in eine direkte (und dezidierte) Netzwerkverbindung zu investieren, hängt die Netzwerkleistung von der generellen Schnelligkeit von WAN-Netzen ab und/oder davon, ob diese mit anderen geteilt werden müssen.

Das Herunterladen von einem Petabyte dauert nicht Stunden oder Tage, sondern Wochen. Da Unternehmen das langsam verstehen, wird der Gedanke mehr als einen Cloud-Anbieter zu nutzen, auf größeres Interesse stoßen – nur für den Fall, dass einer der Anbieter plötzlich zu teuer oder zu schwierig im Umgang wird.

Object Storage: Hauptrolle hinter den Kulissen

In den letzten Jahren hat die neue Generation von Object Storage zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie gilt als die Antwort auf die Unzulänglichkeiten traditioneller RAID-Systemen, große Datenvolumina (insbesondere in der Cloud) zu verwalten und zu sichern.Doch Startups im Bereich Object Storage müssen immer noch schwer kämpfen, um im Markt Fuß zu fassen.

Warum das so ist? Nun ja, Object Storage – als Architektur – ist ein Schlüsselelement für die Speicherung großer Datenmengen über eine lange Zeit mit hoher Integrität und Verfügbarkeit – und das ohne Kosten für zusätzliche Upgrades. Object Storage ist beispielsweise eine gute Lösung bei statischen Inhalten.

Doch ihre Legacy-Systeme und Daten-Applikationen werden nicht mit Object Storage kommunizieren. Und da Object Storage erst ab höheren Kapazitäten wirtschaftlich wird, ist es für ein gewerbliches Unternehmen zu teuer, Object Storage als ein Standalone Device zu testen. Das ist der Grund, warum Startup-Unternehmen im Bereich Object Storage Probleme hatten und haben, genügend Produkte zu verkaufen.

Aber lassen Sie sich nicht beirren – obwohl sich Object Storage Systeme nicht als Standalone Produkt durchgesetzt haben, hat die Technologie dennoch Erfolg – als Teil von Online Archiven, der Distribution von Inhalten und Workflow-Lösungen und zunehmend als Teil konvergenter Lösungsangebote von traditionellen Storage-Anbietern. Im kommenden Jahr wird sich dieser Trend beschleunigen; Object Storage wird als Basiselement zunehmend in Storage Lösungen integriert.

Speicherplatz-Probleme: Video hier, dort, überall

Videos sind überall. Wurden Sie früher vornehmlich in Medienunternehmen verwendet, nutzt sie mittlerweile jeder als Kommunikationsmittel und Compliance Tool. Laut einer Cisco Studie wird 2018 geschätzt 79 Prozent des Internet Traffics aus Videos bestehen.

Eine Umfrage von Forbes Insight aus Perspektive des Marketings hat ergeben, dass 59 Prozent der Führungskräfte lieber ein Video anschauen, als ein Inserat zu lesen. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass sich die Ausgaben für Video-Anzeigen im Jahr 2016 auf voraussichtlich fünf Milliarden US-Dollar belaufen werden.

Video-Dateien sind groß, selbst in komprimierter Form, und sie lassen sich schlecht deduplizieren. Und sie sind erst der Anfang. Die gleichen Herausforderungen warten bei der Speicherung und Verarbeitung von Mess- und Sensordaten aus der Sphäre des Internet of Things.

Die umfassenden Auswirkungen des Datenwachstums durch Videos

Neben der bereits angesprochenen Problematik des Speicherplatzes, bringen diese Videos (und durch Sensoren gesammelte Messdaten) ein weiteres Problem mit sich – sie bedeuten eine große Herausforderung für traditionelle Backup- und Replikations-Prozesse.

Sie verschwenden bedeutende Ressourcen bezüglich Zeit, Personal, Rechenleistung und untergraben die Verfügbarkeit von Daten. Davon abgesehen, dass traditionelle Backupsysteme mit diesen Datenmengen überfordert sind – Backups nehmen nicht nur zu viel Zeit in Anspruch, die Kapazitäten reichen einfach nicht aus.

Infolge dessen werden zunehmend mehr Kunden Vorteile aus neuen Ansätzen und Lösungen ziehen, die diese großen, nicht-deduplizierbaren statischen Dateien vom aktiven Datenspeicher trennen und in einen separaten Content-/Archiv-Speicher verlagern.

Denn sie wissen, dass dies der einzige Weg ist, um den primären Speicher und die damit verknüpften Kosten für Backup unter Kontrolle zu behalten.Andernfalls wird viel Zeit dafür aufgewandt, dieselben Datensätze ständig erneut anzugehen, sie zu bearbeiten und immer wieder zu verschieben.

Ceph wird Mainstream für Objekte und Blöcke

Ceph war einst lediglich Liebling der Akademiker. Mittlerweile hat es den Durchbruch geschafft und wird von Red Hat (Inktank), Suse und Fujitsu unterstützt und massiv genutzt. Ceph kann als das Schweizer Taschenmesser für die Öffnung von Storage Plattformen gesehen werden. Dahinter verbergen sich Objekte, Blöcke und Dateien (in Planung).

Die Distribution befindet sich sowohl im Hinblick auf Funktionen als auch Support noch in der Entwicklungsphase (beispielsweise für eine bessere Dokumentation), dennoch besteht kein Zweifel daran, dass Red Hat den Ehrgeiz und das Können besitzt, um diese Verbesserungen zu bewirken.

Anbieter von Software-Lösungen sind der gleichen Meinung. Deshalb werden wir 2015 vermutlich eine Reihe von neuen (wahrscheinlich konvergenten) Storage Plattformen kennenlernen, die auf Ceph basieren. Die zunehmende Aufmerksamkeit wird helfen, dass Lösungen sich schneller und besser entwickeln und neue Innovationen mit sich bringen.

Doch wenn die Auslieferung der Lösungen beginnt, sollten Sie darauf achten, wo Sie es gemessen an den Performance-Voraussetzungen einsetzen können. Sicherlich werden Ceph-basierte Lösungen so manchen Vorteil mit sich bringen - die Lösung aller Storage-Probleme bedeutet es jedoch nicht.

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