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Wie mein Freizeitleben zur Datenkatastrophe wurde, Teil 2 Die richtigen Werkzeuge für die Abwehr privater Datenkatastrophen fehlen vollständig

| Autor / Redakteur: Georg Wetter / Rainer Graefen

Never change a running system, heißt der gemeine Ratschlag von IT-Experten, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Leider haben diese noch nie was von technischem Fortschritt gehört. Unser Autor scheiterte jedenfalls daran, das aktive Speichersystem zu seinem Backup-System zu machen und erlitt damit seinen vorläufigen Daten-GAU. Nicht zuletzt weil alle Rettungs-Werkzeuge untauglich waren.

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Für logische Fehler kann auch die beste Festplatte nichts.
Für logische Fehler kann auch die beste Festplatte nichts.
( Archiv: Vogel Business Media )

Eigentlich war meine Daten-Backup-Strategie todsicher: Auf einem Netzwerklaufwerk im Arbeitszimmer unterm Dach wurden alle wichtigen Daten abgelegt: Musik, Dokumente, Videos, Fotos.

Egal ob vom stationären PC, vom privaten oder dem Firmen-Laptop, ich hatte jederzeit Zugriff auf alle relevanten Information. Musik und Videos zauberte ein Streaming-Client auf Fernseher und Stereoanlage.

Damit nichts schief gehen konnte, kopierte der Desktop-PC bei jedem Start alle Daten von der Netzwerkplatte auf eine zweite Platte im Wohnzimmer, das im Erdgeschoß lag. Räumlich getrennt, mit verschiedenen Passwörtern gesichert, glaubte ich meine Daten sicher verwahrt zu haben.

Kritischer Moment: Ein geplanter Strategiewechsel

Als ein Umzug in eine neue Wohnung anstand, wollte ich meine Backup-Strategie den neuen räumlichen Gegebenheiten anpassen. Zudem verbrauchen zwei Netzwerkfestplatten, die rund um die Uhr laufen, auf Dauer doch zu viel Strom.

Also sollten meine Daten in Zukunft auf der neueren Platte landen, die größer ist (750 Gigabyte) und ein besseres Standby-Management unterstützt. Der Einfachheit halber nennen wir sie im Folgenden einfach Q-Disk.

Die andere Platte – ehemals die Datenzentrale – sollte nur noch als Backup dienen und bei Bedarf, also etwa einmal im Monat, angeworfen werden. Sie heißt im Folgenden W-Platte.

Bedingt durch den Umzug war die W-Platte im Arbeitszimmer bereits einige Tage früher offline gegangen und verpackt worden. Allerdings nicht ohne vorher ein komplettes Backup der Platte auf die Q-Disc zu sichern. In der neuen Wohnung angekommen wollte ich meine neue Strategie in die Tat umsetzen.

Ein Fehler kommt selten allein

Nachdem in der neuen Wohnung alles aufgebaut und angeschlossen war, verschob ich zunächst die Bilder innerhalb der „Backup“-Freigabe auf der Q-Disk in eine neu angelegte Freigabe mit dem Namen „Bilder“.

Natürlich kontrollierte ich, ob tatsächlich alle Daten ordnungsgemäß verschoben und vorhanden waren. Und machte dann den ersten großen Fehler: Ich löschte manuell per „Delete“ sämtliche Bilder von der W-Platte.

Die gesamte Partition enthielt nichts anderes als digitale Fotos – ein Klick auf „ok“ schickte sie ins Nirvana. Da dieser Vorgang bei 200 GByte Daten durchaus ein paar Minuten dauert, verschob ich das Backup der Daten von Q auf W auf den nächsten Tag.

weiter mit: Innere Verweigerung

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