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Der digitale 100-Jahre Archiv-Standard Die Speicherbranche versucht sich an der Langzeitarchivierung

Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Nico Litzel

Mit viel Enthusiasmus startete die SNIA, die Storage Networking Industrie Association 2007 die Entwicklung der Archivierungs-Schnittstelle XAM (extensible Access Method). Anwendungen sollen interoperabel mit unterschiedlichster Storage-Hardware unveränderliche Inhalte austauschen können, lautet das Ziel. Jetzt werden langsam die Differenzen deutlicher.

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Die SNIA hat die XAM-Spezifikationen Mitte 2008 durch das Archivierungsformat SD-SCDF (Self-Describing Self Contained Data Format) aufgewertet, das die Langzeitaufbewahrung digitaler Daten auch beim Wechsel von Hardware und Anwendungen erlauben soll.
Die SNIA hat die XAM-Spezifikationen Mitte 2008 durch das Archivierungsformat SD-SCDF (Self-Describing Self Contained Data Format) aufgewertet, das die Langzeitaufbewahrung digitaler Daten auch beim Wechsel von Hardware und Anwendungen erlauben soll.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ausgangspunkt für XAM war 2005 eine Gesetzesänderung an den Federal Rules of Civil Procedures (FRCP) in Amerika, die das eDiscovery, also das „Durchforsten“ großer Datenbestände regulieren sollte. Für Unternehmen entstand damit das Problem unterschiedlichste Archiv-Plattformen von der optischen Jubebox bis hin zu CAS-Systemen (Content Addressable Storage) durchsuchbar zu machen.

Schwierig wird dieses Unterfangen nicht nur wegen der immensen Datenmengen, die in den Unternehmen gesammelt werden, sondern auch durch unterschiedlichste Dokumentenformate und einen fehlenden Metadaten-Standard. Hier fühlte sich die Industrievereinigung der Speicherhersteller zum Handeln aufgefordert.

Objektspeicherung für die Langzeitarchivierung

Die SNIA hat die XAM-Spezifikationen Mitte 2008 durch das Archivierungsformat SD-SCDF (Self-Describing Self Contained Data Format) aufgewertet, das die Langzeitaufbewahrung digitaler Daten auch beim Wechsel von Hardware und Anwendungen erlauben soll. Damit sollen Archiv-Anwendungen Daten-Objekte erzeugen, die alle Informationen beinhalten, um für die nächsten 100 Jahre logisch lesbar verschiebbar zu sein. XAM selbst soll dies für die physische Migration sicherstellen.

Als eines der ersten Unternehmen bietet EMC seit der Version 1 von XAM ein Software Developer Kit (SDK) für „early adaptors“ an. Doch so interessant sich das auch alles anhört, die Akzeptanz der forsch voran getriebenen Idee, ist in weiter Ferne. Für Verfechter einer revisionssicheren oder gar rechtssicheren Archivierung dürfte schon der Begriff „logisch lesbar“ ein Reizwort sein. Und in der Praxis ist von der Aufbruchstimmung der XAM-Experten wenig zu spüren. Im Storage-Insider.de-Forum schreibt Karlheinz Pischke, Produktmanager bei Gingcom: „Vor allem die DMS-Hersteller sehen keinen aktuellen Anlass, ihre bereits auf proprietären Schnittstellen aufsetzenden Übergabeprogramme für XAM neu zu schreiben.“ Viele hatten noch nie etwas von dieser Schnittstelle gehört.

Weiter mit: Eine Idee, drei Verfahrensweisen

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