Der Anwender braucht nur selten Spitzenleistung, er bevorzugt ein Allroundsystem

Die Speicherperfomance muss zur Anwendung passen

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Schnelleren Protokollen und hybriden Speichersystemen gehört die Zukunft

Die großen Storage-Hersteller lassen die SSD zwar nicht aus, aber dort sieht man eigentlich ganz andere Anwenderbedürfnisse. Hier dominieren die beiden Begriffe Unified und Converged Storage, da geht es um ein vereinfachtes Management.

Gary Watson: Das ist richtig. Echte Unfied-Storage-Systeme verbinden in einer einzigen Architektur datei- sowie blockorientierten Speicher und unterstützen damit alle I/O-Typen. Dennoch greifen beide Umgebungen auf gemeinsame Ressourcen zurück und lassen sich übergreifend mit einem einzigen Managementsystem verwalten.

Idealerweise ist dabei die Überwachung und Administration sämtlicher an unterschiedlichen Standorten rund um den Globus eingesetzten Geräte und Kapazitäten zentral über eine einzige Konsole möglich.

Dieser Integrationsanspruch, der auch für Cloud-Provider sehr interessant sein könnte, steht aus unserer Sicht im Widerspruch zur Renaissance dezidierter Storage Appliances. Wie erklärt sich das?

Gary Watson: Auch künftig wird es so sein, dass Unternehmen einen Teil ihrer IT in Eigenregie betreiben und zusätzlich externe Dienste in Anspruch nehmen werden. Darüber hinaus beobachten wir, dass Unternehmen zunehmend interne Cloud-Infrastrukturen aufsetzen. Um eine sinnvolle Aufteilung vorzunehmen, müssen IT-Verantwortliche Punkte wie Flexibilität, Funktionsumfang, Kontrollmöglichkeiten und Kosten genau gegeneinander abwägen.

Für uns ist die Cloud eher ein Architektur- als ein Geschäftsmodell. Der wirkliche Vorteil besteht darin, dass sich Ressourcen deutlich flexibler zuweisen lassen – und zwar dort, wo sie genau im jeweiligen Moment den größten geschäftlichen Nutzen bieten. Ganz gleich ob es sich hierbei um von Drittanbietern bereitgestellte oder interne Services handelt, bei denen Leistungen nutzungs- oder projektbezogen an die Abteilungen weiterberechnet werden

Werden sich die Speicherinfrastrukturen, ähnlich wie im Netzwerk, aufeinander zu bewegen?

Gary Watson: Wir sind der festen Überzeugung, dass sich das hybride Modell – SSDs in Kombination mit traditionellen Festplatten – durchsetzt. Ebenfalls glauben wir, das konventionelle NAS- und SAN-Protokolle noch eine Zeit lang Verwendung finden, doch in naher Zukunft von Technologien wie PCI-E, RDMA über InfiniBand oder 40-Gbit/s-Ethernet abgelöst werden. Diese legen den Grundstein, um pro Verbindung Millionen von Transaktionen pro Sekunde bewältigen zu können.

Da die Implementierung der schnelleren Protokolle noch eine Herausforderung darstellt, beschränkt sich ihr Einsatz momentan auf Supercomputing- und einige wenige Big-Data-Umgebungen. Allerdings investieren die Hersteller viel Geld und Zeit in ihre Weiterentwicklung. Insofern steht zu erwarten, dass sie sich über kurz oder lang als gängige Praxis etablieren.

Letztendlich werden wir auch eine tiefe Integration in den Anwendungs- und den Betriebssystem-Stack erleben, so dass die Storage-„Cloud“ einfach als eine Erweiterung des Anwendungsspeichers scheint. Jedoch mit den robusten Sicherheits- und RAS-Funktionen, die Unternehmen heute von Enterprise-Storage-Lösungen fordern.

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