Interview mit Joseph Reger, CTO bei Fujitsu Technology Solutions, über die Industrialisierung der IT, Standards und Zertifizierer

„Die Unternehmens-IT wird an den Cloud-Benchmarks gemessen“

17.07.2011 | Autor / Redakteur: Ulrike Ostler / Rainer Graefen

Dr. Joseph Reger ist seit 2002 als Chief Technology Officer bei Fujitsu Technology Solutions: „Die Revolution in der IT ist ein Fakt.“
Dr. Joseph Reger ist seit 2002 als Chief Technology Officer bei Fujitsu Technology Solutions: „Die Revolution in der IT ist ein Fakt.“

Was sind die IT-Trends der Zukunft? In Deutschland befragt man dazu am Besten Joseph Reger, der schon als Taufpate dem Konzept des Dynamic Data Center auf die Sprünge geholfen hat und nun der Cloud die theoretische Rückendeckung gibt.

Storage-Insider: Wie bekomt ein Anwender sein Rechenzentrum cloud-fähig?

Reger: Wer die Frage so stellt, hat eigentlich schon eine Entscheidung gefällt – für IT im Eigenbetrieb. Doch eigentlich bedeutet Cloud das Infragestellen der Existenz eigener Informationstechnik.

Lässt die Gesetzeslage Cloud Computing überhaupt zu? Ändern sich die Spielregeln gegenüber der bisherigen Auftragsdatenververabeitung gar nicht?

Reger: Outsourcing bedeutet, dass einmal ein Vertrag geschlossen wird, der über einen langen Zeitraum gilt. Dagegen setzt man beim Cloud Computing das Skalpell an, um gezielt Schnitte vorzunehmen. Cloud bedeutet Wahlmöglichkeit und Revidierbarkeit, wenige Investitionen und eine Leichtigkeit – Cloud Computing ist einfach einzukaufen.

Anbieter wie wir wiederum können IT-Dienste ganz anders kalkulieren und aggregieren als ein einzelnes Unternehmen seine eigene IT. Cloud Computing führt aus dieser Perspektive zu einer Industrialisierung der Informationstechnik, IT-Services werden quasi zur Massenware, werden in hoher Stückzahl produziert.

Wer braucht dann noch eigene Informationstechnik beziehungsweise Rechenzentren?

Reger: Für die wirklich kleinen Unternehmen lohnt sich es sicher nicht mehr, IT selbst zu betreiben. Für sie ist Cloud sogar mit weniger Risiko verbunden, bietet mehr Sicherheit und Komfort.

Doch von den kleinen Kunden werden die Cloud-Anbieter nicht fett.

Reger: Solche Einwände lasse ich nicht gelten. Für einen Provider ist es in gewissem Sinn egal, ob er einen Service zehnmal aufsetzt oder 10.000 Mal. Es bedeutet kaum Mehraufwand. Denn der Kunde bestellt und konfiguriert einen mehr als minder standardisierten Cloud-Dienst über ein Selbstbedienungs-Portal. In zwei Minuten ist alles erledigt und der Service steht bereit. Auf diese Weise bedienen wir mit unseren Angeboten selbstverständlich auch den Mittelstand.

Natürlich gibt es auch recht interessante Überlegungen für große Kunden, wenngleich hier wesentlich stärker Sicherheits-, Compliance- und Datenschutzbedenken zum Tragen kommen.

weiter mit: Also geht es bei den Großunternehmen um die so genannte Private Cloud?

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