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Kosten pro Kapazitätseinheit und mehr Die vier wichtigsten Auswahlkriterien für Speichersysteme

| Autor / Redakteur: Rainer W. Käse* / Dr. Jürgen Ehneß

Angesichts der rasant wachsenden Datenbestände verweist Toshiba auf die Wichtigkeit entsprechend flexibler Speicherarchitekturen. Rainer W. Käse nennt vier wichtige Kriterien für die Auswahl eines geeigneten und zudem kostengünstigen Speichersystems.

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Nicht nur weit verbreitet, sondern in vielen Fällen immer noch eine sinnvolle Wahl: auf Festplatten basierende Storage-Systeme.
Nicht nur weit verbreitet, sondern in vielen Fällen immer noch eine sinnvolle Wahl: auf Festplatten basierende Storage-Systeme.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

1. Speicher

HDDs sind nach wie vor die kostengünstigsten Lösungen für die Speicherung großer Datenmengen. In puncto Kosten pro Kapazitätseinheit (Euro pro TB) stellen SSDs noch keine Alternative dar.

2. Mechanische Dimensionen

Durch den Einsatz von Festplatten höchster Kapazität in kompakten 19-Zoll-Einheiten kann der Platzbedarf minimiert werden. Die mechanischen Dimensionen sind ein wichtiges Kriterium, da der Platz im Rechenzentrum ebenfalls ein nennenswerter Kostenfaktor ist.

3. Verlustleistung

Ein Online-Storage-System muss – wie bereits der Name impliziert – immer verfügbar sein. Dementsprechend fällt auch der Energieverbrauch prinzipiell hoch aus, nicht nur bedingt durch die reinen IT-Komponenten, sondern auch durch die erforderliche Klimatisierung. Um die Energiekosten möglichst gering zu halten, sollte bei der Auswahl von Festplatten auf eine niedrige Verlustleistung geachtet werden.

4. Performance

Von einem Online-Storage-System wird eine hohe Performance erwartet – schließlich will niemand lange auf seine Daten warten. Im Falle von Backup-Anwendungen ist zudem das zeitliche Fenster für ein Backup limitiert, sodass eine bestimmte Bandbreite für eine gewisse Datenmenge verfügbar sein muss. Und auch ein Restore eines Backups muss so schnell wie möglich erfolgen.

Nutzung von Festplatten

Im Hinblick auf diese Auswahlkriterien bieten Festplatten mit Abstand die geringsten Kosten pro Kapazitätseinheit für Online-Speicher. Bezüglich Euro pro TB unterscheiden sich die aktuellen Topmodelle der Hersteller nur sehr gering. Auch zwischen 12-TB-, 14-TB- oder 16-TB-Platten gibt es kaum Unterschiede, wenn das Kriterium „Kosten pro Kapazitätseinheit“ im Vordergrund steht. Bei Verwendung von 16-TB-Platten werden allerdings weniger Platten als mit 12 TB oder 14 TB benötigt. Und die Entscheidung für eine 16-TB-Variante hat auch direkten Einfluss auf die weiteren Auswahl- und Optimierungskriterien: Weniger Platten brauchen weniger Platz, und bei höheren Kapazitäten ist auch die Verlustleistung pro Kapazitätseinheit nennenswert geringer.

Im Hinblick auf die Optimierung von Kosten und Verlustleistung und die Minimierung der mechanischen Dimensionen spricht bei der Konzeption einer Speicherarchitektur also viel für die Nutzung von Festplatten, insbesondere von 16-TB-HDDs.

Ein Testaufbau von Toshiba zeigt die Möglichkeiten, die eine festplattenbasierte Speicherarchitektur bietet. Ein ein Petabyte (1.000 TB) großer Online-Festplattenspeicher kann mit aktuellen 16-TB-Enterprise-Capacity-HDDs in einem 4-HE-JBoD betrieben werden. Die Leistungsaufnahme schwankt dabei zwischen 420 W im Standby-Modus und ohne Schreib- beziehungsweise Leseaktivität und 480 W beim kontinuierlichen Schreiben beziehungsweise Lesen unterschiedlich großer Blöcke.

In typischen Speicherkonfigurationen wie Mirroring oder RAID stehen bei 60 16-TB-Festplatten Nettospeicherkapazitäten von 480 TB (RAID 10/Striped Mirror) bis 800 TB (RAID 60/Striped Double Parity) zur Verfügung. Daraus ergeben sich im Gesamtsystem Leistungsaufnahmewerte von circa einem Watt pro Terabyte Nettokapazität (Mirror) bis zu einem halben Watt pro Terabyte (Parity-RAIDs).

Rainer W. Käse, Senior Manager Business Development, Storage Products bei Toshiba Electronics Europe.
Rainer W. Käse, Senior Manager Business Development, Storage Products bei Toshiba Electronics Europe.
(Bild: Toshiba)

Nur falls eine hohe Performance das primäre Ziel bei der Konzeption eines Speichersystems ist, sollten auch andere als festplattenbasierte Architekturen in Betracht gezogen werden – etwa mit SSDs. Ihre Kosten pro Kapazitätseinheit liegen allerdings um ein Vielfaches über den Kosten von HDD-basierten Ansätzen.

*Der Autor: Rainer W. Käse, Senior Manager Business Development, Storage Products bei Toshiba Electronics Europe

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