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Kommentar: Auch Fujitsu entscheidet sich in seinen Enterprise-Arrays für Zeus von STEC Die Zukunft der Enterprise-Festplatte

Redakteur: Rainer Graefen

Die Enterprise Solid State Disk ist da und stellt auf den ersten Blick ganze Festplattengenerationen ins Abseits. Die Bekenntnisse zu dieser „Speicherrevolution“ fallen allerdings befremdlich aus. SSD-Hersteller STEC steckt in allen wichtigen Speichersystemen.

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Keine Alternative. Jeder Enterprise-Storage-Hersteller setzt auf STEC.
Keine Alternative. Jeder Enterprise-Storage-Hersteller setzt auf STEC.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die SSD, zu deutsch Halbleiterfestplatte, repräsentiert nach Meinung der Redaktion von Storage-Insider.com definitiv die Zukunft von Enterprise Speichersystemen. Ich kann der aktuellen Argumentation jedoch nichts abgewinnen. Zwar spricht nichts dagegen schon jetzt die Vorteile einer SSD auszunutzen, aber die Zukunft von Speichersystemen ist das sicherlich nicht.

Die Liste der Vorteile von Enterprise-SSDs (eSSD) ist kurz, aber staunenswert: Geringerer Stromverbrauch, geringere Hitzeentwicklung und eine prachtvolle I/O-Performance, die 200mal besser als die von Festplatten ist. Beispiele einer fast 100prozentigen Beschleunigung der Datenzugriffe von Exchange– und Sharepoint-Servern dürften also nicht aus der Luft gegriffen sein.

Beim deutschen Value-Distributor PSP weiß man noch um weitere Vorteile:

  • Beschleunigung der Bootsequenz um z.B. 45 Prozent
  • Haltbar (erschütterungsresistent bis 1.500 G)
  • Leise (0 Dezibel)
  • Jede Datenübertragung benötigt nur 1/10 der Energiemenge einer Harddisk

Zurückhaltung überwiegt

Eigentlich müsste jeder RZ-Leiter, dem an einer flotten IT liegt, sofort eine größere Zahl dieser „Wunderwaffen“ installieren. Verwunderlich also, dass nach Angaben von Gartner 2008 nur 70.000 verkauft wurden und dass es auch 2009 wahrscheinlich weniger als 300.000 Einheiten sein werden.

Fast alle Speicherhersteller haben inzwischen die Option im Programm Harddisks durch Enterprise Solid State Disks (eSSD) zu ersetzen.

Die dem SSD-Einsatz widersprechenden Argumente sind ein Konglomerat von Fakten und Annahmen. Unsere amerikanischen Kollegen nennen als erste Herausforderungen Kosten und Langlebigkeit, somit nicht ganz unwichtigen Features.

Langlebigkeit

Bei den Speicherzellen nimmt man mit hoher Sicherheit an, dass Single Level Cells ziemlich langlebig sind. Genau weiß das aber keiner.

Da Wear-Level-Mechanismen und Reserve-Speicherkapazitäten zum Betriebsgeheimnis der SSD-Hersteller zählen, wird das wohl so bleiben, selbst wenn die SNIA eines Tages doch noch Testverfahren definieren sollte.

Weitere, für den Einsatzwunsch abträgliche Aspekte sind, dass selbst die Infrastruktur modernster Speichersysteme nicht für die superschnellen I/Os ausgelegt ist. Vor allem lesende Anwendungen sollen Vorteile aus der SSD ziehen können.

Und ungeklärt ist auch, ob die Halbleitertechnik ins Speichersystem oder vielleicht doch besser in einer Virtualisierungsebene gehört.

Genauere Abwägungen zu Single- und Multi-Level Cells finden Sie in unseren Beiträgen Grundlagen der Flash-Technik Teil 1 und Teil 2 sowie dem Artikel Halbleiterspeicher treiben Speicherarrays in neue Leistungsbereiche.

weiter mit: Preisverfall war noch nie ein gutes Argument

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