Veritas-Studie zeigt das Ausmaß der digitalen Sammelwut

Die Zukunft für Daten-Messies ist gesichert

| Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen

Unternehmen sollten spätestens bis Mai 2018 reagieren. Dann endet die Übergangsphase der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung.
Unternehmen sollten spätestens bis Mai 2018 reagieren. Dann endet die Übergangsphase der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung. (Bild: Veritas Technologies)

Fast drei Viertel der deutschen IT-Führungskräfte und gut die Hälfte der Büroarbeiter würden sich laut Veritas-Studie als Daten-Messies bezeichnen. Doch das Löschen von Daten kostet zu viel Zeit und keiner weiß genau, ob die Inhalte nicht doch wertvoll sind. Angesichts des prognostiziertem Datenwachstum werden geübte Datensammler in Zukunft noch viel Freude haben.

Für den Veritas Datahoarder Report wurden 10.000 IT-Führungskräfte und Büroarbeiter aus 13 Ländern befragt. Untersucht wurde das Verhalten von IT-Führungskräften und Büroarbeitern beim Speichern von Daten. Die Umfrage zeigt, dass sich rund 74 Prozent der IT-Entscheidungsträger und über die Hälfte der Mitarbeiter als Daten-Messies einschätzen, die sogenanntes "Data Hoarding" betreiben. Damit schneidet Deutschland im weltweiten Vergleich (82 Prozent) jedoch noch gut ab.

Ein Daten-Messie wird dazu erzogen

Doch die Entwicklung zum Daten-Messie ist nur zum Teil selbst verschuldet. Oft wird dieses Verhalten von der Unternehmenskultur gefördert. 76 Prozent der deutschen IT-Führungskräfte halten ihr Unternehmen als Ganzes für eine Datensammelorganisation.

Gleichzeitig wird es immer schwieriger, den Überblick zu behalten und Daten mit Sinn und Verstand zu löschen. 68 Prozent der befragten Büroarbeiter hierzulande haben schon einmal versucht, Dateien zu sortieren und zu löschen, sind aber an der schieren Menge gescheitert. Fast die Hälfte der Befragten kennt außerdem weder die Bedeutung noch den Wert der Daten und weiß nicht, ob sie gelöscht oder aufgehoben werden sollten.

Die ältesten Dateien auf den Computern der Befragten sind durchschnittlich sieben Jahre alt, wurden also ungefähr zu der Zeit erstellt, als Windows 7 auf den Markt kam oder als ihr Rechner zum letzten Mal ausgetauscht wurde.

Data Hoarding ist gefährlich

Ein Problem der "Datensammelwut" ist der Mix von privaten Dateien mit Unternehmensdaten auf den Firmenservern. Fast alle befragten Daten-Messies – 94 Prozent der Mitarbeiter und 97 Prozent der Entscheidungsträger – speichern persönliche Daten wie alte Fotos, Musik oder lustige Videos auf Firmensystemen ab.

Unternehmen sollten spätestens bis Mai 2018 reagieren. Dann endet die Übergangsphase der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung. Wer gegen diese Verordnung verstößt, unwissentlich oder bewusst, dem drohen hohe Strafen. Die Sanktionen können sich auf bis zu vier Prozent des weltweiten Bruttoumsatzes oder 20 Millionen Euro belaufen.

Über die Studie

Die Studie wurde im Auftrag von Veritas Technologies von Wakefield Research durchgeführt. Insgesamt wurden über 10.000 Mitarbeiter und Entscheidungsträger in 13 Ländern befragt. Eine Übersicht über weiteres Material sowie der deutsche Report und eine Infografik sind ebenfalls verfügbar.

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