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Oracles Rechenzentrums-Strategie „Diese Kombination transformiert die IT-Industrie“

| Autor / Redakteur: Thorsten Riedl / Rainer Graefen

Der Kauf von Sun durch Oracle hat Fragen aufgeworfen. Oracle-Chef Larry Ellison lässt die nicht gelten. Die Unsicherheit hat zahlreiche Kunden in die Arme der Konkurrenz getrieben.

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Das Oracle-Rennen: Aus BOR90 wurde USA 17. Gegner sehen nach dem Start nur noch das Heck. (Quelle: Ocean7)
Das Oracle-Rennen: Aus BOR90 wurde USA 17. Gegner sehen nach dem Start nur noch das Heck. (Quelle: Ocean7)
( Archiv: Vogel Business Media )

Den ersten Paukenschlag lieferte Ellison, als der Kauf die Instanzen der Europäischen Union durchlaufen hatte. Alle hatten damit gerechnet, dass seine erste Amtshandlung im Entlassen der Sun-Beschäftigten bestehen würde. „Wir kündigen nicht, wir stellen ein“, erklärte er stattdessen.

2000 Mitarbeiter werden gesucht. Das Budget für Forschung und Entwicklung stockt Oracle nach der Übernahme von Sun auf, um 1,5 auf 4,3 Milliarden Dollar. Unprofitable Geschäftsbereiche von Sun sollen geschlossen werden. „Das ist zu reparieren“, so Ellison. An der Strategie zuzukaufen, will er festhalten. Die Merger-Maschine nimmt wieder Fahrt auf.

Mit genügend Einsatz ist alles möglich

Larry Ellison gehört noch nicht zum alten Eisen. Das hat er der ganzen Welt vor kurzem erst wieder bewiesen. Der 65-jährige Software-Milliardär setzte beim traditionellen Segelbootrennen America’s Cup auf die Technik beim Bootdesign und fuhr der Konkurrenz so davon. „Das Rennen wird nun nie mehr so sein wie vorher“, erklärte ein Beobachter.

Und das, hofft Ellison, wird die IT-Gemeinde künftig auch vom Datenbank- und vom Servergeschäft sagen: Es wird nichts mehr so sein wie zuvor. Im vergangenen Frühjahr kündigte der Chef von Oracle, dem zweitgrößten Softwarekonzern der Welt, die Übernahme von Sun Microsystems – dem schwächelnden Computerhersteller an.

Es war der größte Zukauf von Oracle im Hardwaresegment. Lange haben die Kartellwächter geprüft. Nun nimmt Oracle nach dem Erzrivalen SAP neue Gegner ins Visier: Hewlett-Packard und IBM.

Kometen verglühen

Die Rolle von Sun Microsystems in der Computerindustrie ist legendär. Stanford University Network – kurz: Sun. Unter diesem Namen gründeten der Deutsche Andreas von Bechtholsheim und die Amerikaner Bill Joy, Vinod Khosla und Scott McNealy den Computerkonzern Anfang der 80er Jahre.

Das erste Produkt war ein Hochleistungsrechner für den Arbeitsplatz. Eine Revolution damals. Die Workstations der jungen Gründer wurden schnell legendär und der kometenhaften Aufstieg von Sun nahm seinen Lauf. Vor allem McNealy verantwortete den Aufstieg von Sun – und den späteren Fall.

Schon in den 90er Jahren proklamierte McNealy, das Netzwerk sei der Rechner. Eine Philosophie, die sich erst heute mit fast überall verfügbaren Breitbandnet-zen und der Vision des Cloud Computing durchsetzt. Während des Internetbooms warb McNealy für Sun: „Wir sind das Dot in Dotcom“, also das i-Tüpfelchen der Internetwirtschaft in einer Zeit, in der alles möglich schien.

weiter mit: Die Internet-Blase war für Sun der Anfang vom Ende

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