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Daten am Netzwerkrand sicher speichern Edge Computing als Erfolgsfaktor für Unternehmen

| Autor / Redakteur: André Ambrosius* / Dr. Jürgen Ehneß

Medizinische Geräte, autonome Fahrzeuge, Industrierobotik: Die Zahl der mit dem Internet verbundenen Geräte wächst täglich, und es ist kein Ende in Sicht. Neben den vielen Vorteilen, die diese zunehmende Vernetzung für Unternehmen mit sich bringt, stellt das Internet der Dinge Unternehmen allerdings auch vor einige Herausforderungen. Denn: Die Vielzahl an vernetzten Geräten erzeugt enorme Mengen an Daten. Um diese aber gewinnbringend nutzen zu können, sind eine passende Strategie sowie Investitionen in das Datenmanagement notwendig.

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Am Netzwerkrand werden Daten auf unterschiedlichste Weise erzeugt.
Am Netzwerkrand werden Daten auf unterschiedlichste Weise erzeugt.
(Bild: ©sayayute - stock.adobe.com)

Laut dem von Seagate gesponsorten IDC-Bericht „Data Age 2025“ erreicht die globale Datensphäre bis 2025 175 Zettabyte (ZB) – über 80 Prozent dieser Daten sollen dabei auf Unternehmen entfallen. Die stetige Vergrößerung des Netzwerks durch zunehmend mehr Geräte beeinflusst wiederum die Datenübertragung. Durch die größere Datenmenge steigt auch die Übertragungszeit, was für bestimmte Anwendungen wie selbstfahrende Autos oder Finanzdienstleistungen, die auf eine schnelle Datenübertragung mit geringer Latenz angewiesen sind, ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt. Eine Lösung hierfür bietet Edge Computing: Durch die Verschiebung der Rechenleistung vom Kern hin zum Netzwerkrand (edge) können Unternehmen Daten schneller und effektiver verarbeiten.

Da Edge Computing mit einer komplexen Organisation der IT-Infrastruktur einhergeht, sollten Unternehmen vorab wichtige Fragen rund um das Thema Datenmanagement klären, um von den Vorteilen verteilter Netzwerke profitieren zu können.

Die Komplexität steigt mit der Datenmenge

Laut dem Gartner-Bericht „How to Overcome Four Major Challenges in Edge Computing“ sollen bis 2022 mehr als die Hälfte der von Unternehmen erzeugten Daten außerhalb des Rechenzentrums (Kern) oder der Cloud generiert und verarbeitet werden. Dies bringt zusätzliche Komplexitätsebenen mit sich, da jedes Unternehmen unterschiedliche Bedürfnisse und Prioritäten hinsichtlich seiner Daten hat. Zudem gibt es keinen einheitlichen Industriestandard für die Verwaltung von IoT-Ökosystemen (Internet of Things) vom Netzwerkrand bis hin zum Kern.

Darüber hinaus haben viele Organisationen wegen der Einfachheit und schnellen Skalierbarkeit einen Teil ihrer Daten in die Public Cloud verlagert. Aufgrund der rasant steigenden Datenmenge kann eine Public-Cloud-Lösung für Unternehmen allerdings zu verschiedenen Herausforderungen in Bezug auf Sicherheit, Komplexität und Kosten führen. Private-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Infrastrukturen können diese Probleme zwar lösen; allerdings bringen sie wieder andere Herausforderungen mit sich, was die Verwaltung von Daten in einem IoT-Ökosystem erschwert. Aus diesem Grund wird in Zukunft die Entwicklung neuer Lösungen umso wichtiger. Dank neuer Ansätze und dem richtigen Zusammenspiel von Hardware und Software werden sie dabei helfen, unnötige Zwischenschritte zu vermeiden und damit Daten schneller und zuverlässiger an ihren Zielort zu transportieren.

Schutz vor Angriffen

Es ist eine einfache Rechnung: Je größer das Netzwerk, desto mehr Möglichkeiten für Cyberangriffe bieten sich. Jedes Unternehmen muss die Vorteile von Edge Computing gegen die Sicherheitsrisiken abwägen und Maßnahmen ergreifen, um diese Risiken zu minimieren. Während Daten, die in einer Public oder Private Cloud gespeichert sind, meist gut gesichert sind, sind Daten am Netzwerkrand standardmäßig weniger gut gesichert.

Glücklicherweise gibt es geeignete Optionen, um die Datensicherheit zu verbessern. Hierbei spielt die Hardware eine Schlüsselrolle: Auch wenn die Software noch so sicher ist, könnte jemand, der im Besitz des physischen Speichermediums ist, auf die entsprechenden Daten zugreifen und sie extrahieren. Daher sollte die Verschlüsselung der Daten im Ruhezustand für das gesamte Netzwerk Standard sein. Dabei müssen die Schlüssel zum Entsperren getrennt von den geschützten Daten gespeichert werden. Bei einem solchen Verschlüsselungsgrad sind die Daten selbst dann sicher, wenn das Netzwerk kompromittiert wird. Aus diesem Grund wird der Hardware-Schutz in den kommenden Jahren immer mehr zu einer kritischen Komponente von umfassenden Datensicherheitsstrategien. Die Unternehmen, die sich bereits jetzt ernsthaft damit befassen, sind gut für die Zukunft gerüstet.

Den Wert der Daten verstehen

Je mehr Daten am Netzwerkrand gespeichert werden, desto schwieriger wird es für Unternehmen, einen vollständigen Überblick über ihre Daten zu erhalten und ihren Wert zu verstehen. Ein produzierendes Unternehmen kann beispielsweise mehrere verschiedene eingebettete Geräte in einer intelligenten Fabrik nutzen, die alle unterschiedliche Datentypen generieren. Diese Daten können im Idealfall dazu genutzt werden, die Effizienz im Produktionsprozess zu steigern oder Fehler in Echtzeit zu erkennen. Die Herausforderung besteht jedoch darin, zu verhindern, dass die Daten in Silos gespeichert werden.

Darüber hinaus erhöht sich die Komplexität dadurch, dass verschiedene Datentypen einen unterschiedlichen Wert für das Unternehmen haben und daher eine Vorfilterung oder grundlegende Analyse erforderlich ist. Das spiegelt auch der Seagate-Bericht „Rethink Data: Bessere Nutzung von mehr Unternehmensdaten – vom Netzwerkrand bis hin zur Cloud“ wider, der auf den Ergebnissen einer IDC-Studie basiert. Hier gaben beispielsweise 43,3 Prozent der deutschen Befragten an, die „Nutzbarmachung der gesammelten Daten“ sei die größte Herausforderung bei der Nutzung des Potenzials der gesammelten Daten. Darüber hinaus betrachtete mehr als ein Drittel (36 %) die „Sicherstellung, dass die benötigten Daten gesammelt werden“ als eine weitere große Herausforderung. Diese Ergebnisse zeigen: Unternehmen müssen besser dabei unterstützt werden, die Daten am Netzwerkrand zu analysieren und sie sicher an die Stelle im Netzwerk weiterzuleiten, wo sie tatsächlich benötigt werden.

Durch zunehmend verteilte und komplexe Unternehmensnetzwerke wird es immer schwieriger, zu verstehen, welche Daten wichtig sind. Die Speicherung und Verwaltung von Daten am Netzwerkrand wird für Unternehmen jetzt und in den kommenden Jahren ein zentraler Faktor bei der Bewältigung ihres Datenwachstums, auch wenn dies eigene Herausforderungen mit sich bringt. Viele Unternehmen stehen gerade erst am Anfang dieser Reise. Daher ist jetzt der Zeitpunkt, sich Gedanken zum Datenmanagement, der Sicherheit und dem Wert der Daten zu machen, um den Prozess des Datenmanagements vom Netzwerkrand bis zum Kern langfristig zu vereinfachen.

*Der Autor: André Ambrosius, Regional Sales Manager Enterprise DACH bei Seagate

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