Data Center Infrastructure Management gestern und heute Effiziente Rechenzentren brauchen IT- und Facility-Management

Autor / Redakteur: Wolfgang Goretzki / Ulrike Ostler

Um den Unternehmenserfolg von morgen zu garantieren, ist ein gelungenes dynamisches Zusammenspiel von IT- und Facility-Management im Rechenzentrum notwendig. Doch wie kann eine dynamische Optimierung in Richtung Data Center Infrastructure Management (DCIM) erreicht werden?

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Wolfgang Goretzki kam mit Avocent zu Emerson Network Power. Jetzt erläutert er, wie eine gemeinsame Verwaltung von IT und deren Umgebung im Rechenzentrum funktionieren kann und sollte. Bild: Emerson Network Power
Wolfgang Goretzki kam mit Avocent zu Emerson Network Power. Jetzt erläutert er, wie eine gemeinsame Verwaltung von IT und deren Umgebung im Rechenzentrum funktionieren kann und sollte. Bild: Emerson Network Power
( Archiv: Vogel Business Media )

Wachsende Komplexität und steigende Dynamik im Rechenzentrum erschweren es zunehmend, für ein reibungsloses Funktionieren zu sorgen. Die Infrastruktur muss immer schneller und immer öfter an neue Anforderungen angepasst werden. Die Zahl der Einflussfaktoren hat sich in den vergangenen Jahren vervielfacht.

Nicht nur technologische Neuerungen wie Cloud Computing und Virtualisierung gilt es einzubinden. Auch das Ziel, spürbare Einsparungen zu erreichen, steht ganz oben auf der Agenda. Denn der Kostendruck verstärkt sich weiter. Angesichts steigender Energiekosten und drohendem Platzmangel rücken neben dem Stromverbrauch auch Faktoren wie die Auslastungen einzelner Server in den Vordergrund.

Die Informationen treffen sich an einem zentralen Ort

Die Herausforderungen der Zukunft lassen sich nur durch ein ganzheitliches Management der gesamten Rechenzentrumsinfrastruktur meistern. Das Problem: In den Rechenzentren werden IT- und physische Infrastruktur nach wie vor strikt voneinander getrennt verwaltet. Hinzu kommt, dass die heutigen Rechenzentren meist statisch organisiert sind und sowohl die IT-Ausstattung als auch die physische Infrastruktur mit statischen Applikationen verwaltet werden.

Die Anforderungen an die Rechenzentrumsinfrastruktur ändern sich mittlerweile jedoch permanent. Um dieser Dynamik gerecht zu werden, bedarf es für die Verwaltung einer ebenfalls dynamischen Data Center Infrastructure Management (DCIM) Plattform.

Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner werden sich DCIM-Tools und -prozesse bis zum Jahr 2014 fest in den Rechenzentren etablieren. Gartners Managing Vice President und Chief of Research for Infrastructure Teams, Dave Cappuccio, empfiehlt: „Um von den Vorteilen maximal zu profitieren, sollten Verantwortliche im Bereich Infrastruktur und Betrieb bereits 2011 mit der DCIM-Evaluierung beginnen.“

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Mehr Dynamik und Effizienz in der IT und im RZ-Betrieb

Eine moderne DCIM-Plattform muss in der Lage sein, alle relevanten Informationen an einer zentralen Stelle zusammenzuführen und eine ganzheitliche Verwaltung der Rechenzentrumsinfrastruktur zu gewährleisten. Die heute gängigen, Silo-artigen Betriebs- und Entscheidungsprozesse stehen diesem dynamischen Ansatz jedoch entgegen. Auch bei Maßnahmen zur Effizienzsteigerung eines Rechenzentrums gehen die Bereiche IT-Ausstattung und physische Infrastruktur meist getrennte Wege.

Für eine dynamische Ausrichtung und weitere Effizienzsteigerungen in einem Rechenzentrum müssen also zwei Voraussetzungen erfüllt werden: die Aufhebung der Grenzen zwischen der IT- Infrastruktur und dem Facility Management sowie eine kompromisslose Flexibilisierung der gesamten Organisation und Verwaltung.

Wird die Lücke im Management von physischer Infrastruktur mit Stromversorgung, Kühlung oder Stellplatz und dem Management von Servern, Netzwerk, Storage oder Virtualisierung geschlossen, können Rechenzentrums-Manager und Facility-Manager Informationen aus nur einer einzigen Quelle beziehen. Auf dieser Basis ist es möglich, unter Einbeziehung aller Informationen, vorausschauende Entscheidungen bezüglich des Zusammenspiels von Effizienz, Verfügbarkeit und Kapazitätsauslastung zu treffen.

Das Ziel ist klar: DCIM-Management. Doch wie verläuft der Weg?

Unternehmen können sich schon heute für die Herausforderungen von morgen rüsten, indem sie entscheidende Schritte in Richtung modernes DCIM gehen. Beispielsweise bildet eine effektive Überwachung der Infrastruktur einen wichtigen Bestandteil einer ganzheitlichen DCIM-Lösung.

Nur mithilfe einer Echtzeitüberwachung, die das Personal zu jeder Zeit darüber informiert, in welchem Betriebszustand sich das Rechenzentrum aktuell befindet, kann auf potentielle Probleme im Bereich der physischen als auch der IT-Infrastruktur schnell reagiert werden.

Geeignete Überwachungstools schlagen automatisch Alarm und bieten über ein intelligentes Frühwarnsystem die Möglichkeit, Probleme schnell und effektiv zu beseitigen, noch bevor die Anwender deren Auswirkungen zu spüren bekommen. Remote-Zugriffe erlauben es, die Antwortzeiten auf Betriebsprobleme weiter zu verkürzen.

weiter mit: Planungs-Tools futtern Echtzeitdaten

Planungs-Tools futtern Echtzeitdaten

Die durch die permanente Überwachung der Systeme gesammelten Daten legen den Grundstein für einen weiteren Schritt in Richtung Optimierung der Rechenzentrumsinfrastruktur. Dazu werden aus den Daten spezielle Kennzahlen extrahiert und in Planungs-Tools eingespeist.

Eine präzise Planung bildet das Herzstück einer ganzheitlichen DCIM-Lösung. Nur wer weiß, welche Geräte sich an welchem Standort befinden und wie diese miteinander verbunden sind, kann für die Rechenzentrumsplanung wichtige Entscheidungen treffen.

Ohne ein geeignetes Planungs-Tool können Rechenzentrums-Manager folgende Fragen nicht beantworten: Verfügt das Rechenzentrum über genügend Platz, Kühlung, und Strom für zukünftige Bedürfnisse? Wie hoch ist der exakte Stromverbrauch der einzelnen Geräte? Wie lautet der aktuelle Kapazitätsstatus der Infrastruktur in Bezug auf Platz und Netzwerk?

Solche Fragen warten stets auf Antwort

Fragen dieser Art müssen jedoch zu jedem Zeitpunkt beantwortet werden können, damit das Rechenzentrum schnell und dynamisch auf neue Anforderungen reagieren kann. Das bedeutet, für eine effiziente Verwaltung sind lückenlose Informationen über die exakten Standorte und Kapazitäten der Geräte sowie über ihre aktuelle und künftige Auslastung unabdingbar.

Geeignete Planungstools bieten zusätzlich eine visuelle Modellierung in Form von grafischen Darstellungen des Rechenzentrums, der Racks sowie aller einzelnen IT-Elemente innerhalb der Racks. Damit behalten die Verantwortlichen mühelos den Überblick, unabhängig von der Komplexität der IT-Infrastruktur. Werden zusätzlich der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten berücksichtigt, lassen sich weitere Einsparungen im Rechenzentrums-Management realisieren.

Die Korrelation von daten macht den Unterschied

Ein weiterer Schritt in Richtung effizientes und dynamisches Rechenzentrum wird mithilfe von Analysen erreicht, bei denen Daten aus verschiedenen Infrastrukturbereichen zusammengeführt werden. Durch Korrelation dieser Daten ist es möglich, präzise Einblicke in den Rechenzentrumsbetrieb zu gewinnen.

Diese zusätzliche Transparenz ist eine wichtige Voraussetzung dafür, um die mittlere Reparaturdauer und damit die Ausfallzeiten zu minimieren. Sie erlaubt gleichzeitig eine optimale Ausschöpfung der Strom- und Kühlinfrastruktur ohne Einschränkungen der Verfügbarkeit sowie eine Verlängerung der Lebensdauer des Rechenzentrums.

Auch Fragen wie „Wo stehen wir im Bezug auf unsere SLAs“ oder „Wie gelingt eine Optimierung der Infrastruktur, trotz der dynamischen Veränderungen, die durch Virtualisierung verursacht werden?“ lassen sich mithilfe derartiger Analysen beantworten.

weiter mit: Flexibilität ohne Kompromisse

Flexibilität ohne Kompromisse

Der letzte Schritt hin zu kompromissloser Flexibilität und Effizienz im gesamten Rechenzentrum gelingt durch die Implementierung einer ganzheitlichen DCIM-Plattform. Diese vereint nicht nur die verschiedenen DCIM-Funktionen, sondern ermöglicht es auch, automatische Aktionen auszulösen und Empfehlungen auszugeben.

Zusätzlich können mit Hilfe solch einer Plattform tiefer gehende Diagnosen durchgeführt und das Ausmaß selbst kleiner Veränderungen auf die Infrastruktur erkannt werden, noch bevor diese durchgeführt werden. Der Zugriff auf eine Vielzahl verschiedener Systeme und eine manuelle Zusammenführung der Informationen, um Problemursachen zu ermitteln, wird damit überflüssig.

uf der Basis einer leistungsfähigen DCIM-Plattform ist auch die Einbindung von Geräten verschiedener Anbieter realisierbar. Dazu können SNMP, Web-APIs und andere Schnittstellen genutzt werden, um Echtzeit-Informationen aus unterschiedlichen Systemen zu verarbeiten.

Emerson Network Power sieht sich in der Vorreiterrolle

Auf diese Weise ist unabhängig von der gegebenen Infrastruktur eine problemlose Erweiterung gewährleistet. Insgesamt ermöglicht eine ganzheitliche Strategie für das Infrastruktur-Management zielführendere, detailliertere sowie schnellere Entscheidungen und damit eine optimale Nutzung sämtlicher Rechenzentrumskapazitäten.

Der Wunsch eines jeden Rechenzentrumsbetreibers lässt sich schon bald erfüllen: maximale Verfügbarkeit bei optimaler Leistung und den geringsten möglichen Kosten. So arbeitet zum Beispiel Emerson Network Power derzeit an der Entwicklung einer ganzheitlichen Plattform für Data Center Infrastructure Management.

Dabei kann das Unternehmen aus jahrzehntelanger Erfahrung mit etablierten Rechenzentrumslösungen schöpfen, etwa mit Liebert-Produkten für die Stromversorgung und Kühlung, Chloride- und Masterguard-Produkte für unterbrechungsfreie Stromversorgung, Knürr Racklösungen und IT-Infrastruktur-Management-Lösungen wie Avocent und Aperture.

Der Autor:

Wolfgang Goretzki ist Product Marketing Manager EMEA, Avocent Products and Services bei Emerson Network Power.

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