Suchen

Storage auf der Cebit 2008

Ein nicht repräsentativer Rundlauf

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Den File im Heuhaufen finden

Wie IBM, HP und EMC auch, „leiden“ selbst die großen Storage-Hersteller unter den Bedürfnissen ihrer Kunden, die das Mengenwachstum ihrer unstrukturierten Daten, also so etwas wie dieser Text, in den Griff bekommen wollen. Auf der Cebit stellte man die Data Discovery Suite vor, die fähig sein soll, in dem SAN-und NAS-Heuhaufen strukturierter und unstrukturierter Daten noch in einer erträglichen Zeit die gewünschte Information zu finden. Die eigens dafür konzipierte Suchmaschine, die es auch mit einigen Hundert und mehr Terabyte aufnimmt, war sehenswert. Mittels Datenklassifikation und Indexierung lässt sich die Suche einengen und damit die Suchzeit stark verkürzen.

Hardware auch beim Storage-Virtualisierer Falconstor. Als erste Firma in Deutschland konnte mir Geschäftsführer Guy Berlo stolz die EVA 4400 von HP präsentieren. Man hatte das Enterprise Virtual Array mit dem eigenen Produkt IPstor kombiniert, sodass ein transparenter Array-Failover in Verbindung mir VMwares ESX-Server möglich wird. Für mich bringt die Firma immer das Problem mit sich, dass die alles können, was sich mit Virtualisierungs-Software lösen lässt. Man virtualisiert virtualisierten Speicher, dedupliziert den seit Neuestem, stellt virtuelle Tape Libraries für eine größere Anzahl von Storage-Herstellern her, man kann logische Festplatten für VMware bereitstellen, man kann der VMware-Anwendung aber auch den rohen Speicherplatz präsentieren, damit sie performanter als mit dem VMware-Filesystem auf Speicher zugreifen kann. Diese Firma hat für fast jedes Problem eine Lösung und deswegen ist es aus meiner Sicht auch schwer, diese Firma griffig zu machen.

Infiniband-Ports und Teilchenbeschleuniger

Motherboards scheinen nicht so ganz in die Storage-Welt zu passen. Stimmt natürlich nicht, wie ein zufälliger Besuch bei Supermicro zeigte. Don Clegg, Vice President, hat gerade einen größeren Deal mit dem Genfer CERN, dem europäischen Labor für Teilchenphysik, abgeschlossen. In Genf hatte man die Entscheidung auf Basis günstigerer Stromkosten gefällt. Schließlich kostet die Technik für die Suche nach dem Higg´schen Boson so viel Geld, dass man im CERN für den kostengünstigen wissenschaftlichen Austausch erst das Internet erfunden hat und jetzt schon seit Jahren an Server- und Speichergrids auf Basis von Intel-Standardarchitekturen arbeitet. Interessant an Supermicros Motherboards ist die Tatsache, dass neben den bekannten Schnittstellen für den I/O-Verkehr nun dort auch Infiniband-Ports zu finden sind.

Bei SAP ist es dann genau andersherum. Speicher- und Servervirtualisierung interessiert den Hersteller von betriebswirtschaftlicher Unternehmenssoftware nur so weit, als dass man damit auf eine funktionstüchtige, flexible Hardware aufsetzen kann. Man unterstützt alles, was im Walldorfer Kompetenzzentrum auf Herz und Nieren getestet wurde und legt quasi als Schirm seine adaptive Computing-Infrastruktur Netweaver darüber. An diese kann sich dann jede Anwendung ankoppeln, Hardware-Ressourcen anfordern und sich mit SAP R/3 verbinden.

(ID:2011499)