Über die Herausforderung mehrere Anwendungen in einer virtualisierten Umgebung mit Flash zu betreiben, Teil 2

Eine Anwendung sollte nicht erst morgen auf die heißen Daten zugreifen

| Autor / Redakteur: Warren Reid, Dot Hill / Rainer Graefen

(Dot Hill)

Mit Statistik kann man heiße, warme und kalte Daten unterscheidbar machen. Doch wenn die Datenmigration über einen Batch-Prozess stattfindet, dann ist der Zeitversatz abträglich für die optimale Ausnutzung von Kapazität und Performance. So ist eine manuelle Steuerung nicht zu schlagen.

Einige Anwender schwören auf Kapazität, andere auf Performance: was aber geschieht, wenn beides zur gleichen Zeit benötigt wird? Oder wenn je nach Zeitpunkt das eine oder das andere Priorität hat?

Wie es in der IT und im Leben allgemein häufig der Fall ist, gibt es weder Schwarz noch Weiß, sondern die Umstände erfordern Kompromisse.

Autotiering-Stufe Cloud

Ein Unternehmen erzielt beispielsweise mit seiner HDD-basierten Umgebung meistens gute Ergebnisse. Wenn das Monats-, Vierteljahres- oder Jahresende naht, wäre eine schnellere Infrastruktur jedoch willkommen, um die Spitzen in der Leistungsnachfrage zu bewältigen. Anwender dieser Rechenzentren könnten davon profitieren, einen kleinen Prozentsatz der Flash/SSD-Kapazität (in der Regel 5 bis 10 Prozent) mit HDDs zu kombinieren, die von einer intelligenten Autotiering-Lösung gesteuert werden, um so die Reaktionszeiten von Anwendungen zu beschleunigen.

Autotiering-Lösungen werden von führenden Speichersystemanbietern seit etwa zwei bis drei Jahren angeboten. Diese Systeme bestehen in der Regel aus zwei oder mehr Speicherstufen, die Flash/SSD mit unterschiedlichen HDD-Ebenen kombinieren. Den Kern der Autotiering-Lösung bildet ein Algorithmus, der eingehende Datenzugriffsanforderungen über einen Zeitraum hinweg analysiert, um die Datensätze mit der höchsten Nachfrage innerhalb des Analysezeitraums zu bestimmen.

Kompromissbereitschaft notwendig

Das Ziel ist sicherzustellen, dass die häufig genutzten Datensätze auf das hochleistungsfähige Flash/SSD-Tier migriert werden, während weniger häufig genutzte Daten basierend auf der Zugriffshäufigkeit auf der am besten geeigneten HDD-Ebene abgelegt werden. Hybride Systeme, die mit Autotiering-Technologie ausgestattet sind, unterscheiden sich in Bezug auf Komplexität und dem für den Endbenutzer erforderlichen Verwaltungsaufwand.

Bei einigen sind die Richtlinien, die das Verhalten der Tiering-Algorithmen festlegen, vom Anwender konfigurierbar, was Kenntnisse auf dem Gebiet der Speicher-Administration erfordert, während andere einen vollautomatisierten Betrieb unterstützen.

Jede Form der Automatisierung bedeutet einen Kompromiss hinsichtlich der Leistung, die bei einem manuell konfigurierten System erreicht werden kann, das darauf abgestimmt wurde, optimale Leistung für eine bestimmte Anwendung zu erzielen. In den meisten Umgebungen überwiegen jedoch die Vorteile, die mit voll automatisierten Systemen durch Bereitstellungsgeschwindigkeit und geringeren administrativen Aufwand erzielt werden können, den Nutzen durch eine benutzerdefinierte Konfiguration der Tiering-Richtlinien.

Echtzeit passt mit Batchjobs nicht zusammen

Entscheidend ist beim Einsatz eines Autotiering-Systems jedoch, dass die Frequenz bekannt sein muss, mit der das System eingehende Datenanfragen analysiert und die Zeitspanne bevor das System mit der Migration von Daten zwischen den unterschiedlichen Stufen (Tiers) auf der Grundlage der Datenanalyse beginnt.

Viele Systeme führen ihre Datenmigration im Batch-Prozess aus. Dieser findet mehrere Stunden nach der Bereitstellung der in der Analysephase überwachten Daten an die anfordernden Anwender und/oder Anwendungen statt. Systeme, die auf diese Weise arbeiten, verschieben gestrige Daten zwischen den verschiedenen Speicherstufen, was für den Endbenutzer in der Regel keine Performance-Vorteile oder eine effiziente Nutzung der Investitionen bringt, die in Flash/SSD-Technologie getätigt wurden.

In diesem Szenario werden die in der Vergangenheit häufig genutzten Daten erst zu einem späteren Zeitpunkt auf Flash/SSD-Speicher verschoben, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem die Nachfragespitze nicht mehr besteht und daher ein Performance-Niveau auf Flash/SSD-Basis nicht mehr erforderlich ist. Von dieser Form des Tiering- und Batch-Migrationsprozesses profitieren nur die Anwendungen, bei denen eine durchgängig hohe Nachfrage nach einem bestimmten Datensatz besteht, der für höhere Performance in die hochleistungsstarke Speicherebene ausgelagert wird.

Inhalt des Artikels:

  • Seite 1: Eine Anwendung sollte nicht erst morgen auf die heißen Daten zugreifen
  • Seite 2: Fazit

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