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MentIQ-Chef Günter Maier im Interview EMC vernachlässigt die Speicher-DNA

| Autor / Redakteur: Michael Hase / Michael Hase

MentIQ arbeitet als auf Storage spezialisiertes Systemhaus eng mit EMC zusammen. Wie MentIQ-Chef Günter Maier im Interview kritisiert, positioniert sich der Anbieter nicht klar genug mit seiner Speicher-DNA.

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Günter Maier, Geschäftsführer von MentIQ, hält EMC nach wie vor für die Nummer eins im Storage-Markt.
Günter Maier, Geschäftsführer von MentIQ, hält EMC nach wie vor für die Nummer eins im Storage-Markt.
(Bild: MentIQ)

Storage-Insider: Warum ist EMC als Hersteller für MentIQ wichtig?

Günter Maier: Für uns als Speicherspezialist ist EMC nach wie vor die Nummer eins im Markt. Der Hersteller hat ein hervorragendes Portfolio: Für nahezu alle Disziplinen im Datenmanagement gibt es sinnvolle Produkte – sei es für Backup & Recovery, objektorientiertes Speichern, Content Based Storage oder Archivierung. Die eigentliche Stärke von EMC liegt darin, dass der Anbieter auf jede Frage eine Antwort hat. Anders als zum Beispiel der Mitbewerber NetApp, der für alles und jedes seine Filer ins Spiel bringt. Nicht zuletzt hat EMC auf relevante Trends meist rechtzeitig reagiert. So hat der Hersteller als einer der wenigen im Markt die Bedeutung von Flash früh erkannt.

Welche Bedeutung hat Flash konkret?

Günter Maier: Flash ist die Zukunft des Speicherns. Wer etwas anderes behauptet, verkennt die Realität. Bei wichtigen Systemen wie Datenbanken und Transaktionssystemen wird sich Flash als Speichertechnologie durchsetzen. Es reicht aber nicht aus, klassische Storage-Systeme herzunehmen und drehende Platten durch Flash-Module zu ersetzen. Die wenigsten großen Hersteller haben das rechtzeitig begriffen. Dagegen haben zukunftsorientierte Anbieter erkannt, dass man für Flash von Grund auf neu entwickelte Systeme mit Flash-orientiertem Betriebssystem braucht. Zu diesen Anbietern zähle ich unter anderem Violin, Pure Storage und EMC.

Flash spielt in der Außendarstellung von EMC kaum eine Rolle. Die wird bestimmt von Cloud, Big Data und anderen strategischen Themen.

Günter Maier: Mein Eindruck ist, dass das Unternehmen selbst nicht so genau weiß, wo es hin will. Beispielsweise ist Vspex Blue – eine Hyperconverged Appliance, in der außer der Management-Software keine Speichertechnologie von EMC steckt – zurzeit das am stärksten beworbene Produkt im Portfolio. Der Hersteller ist im Storage-Markt wirklich hervorragend aufgestellt. Daher sollte er klare Kante zeigen und selbst die Trends vorgeben. Ich würde mir wünschen, dass EMC die Speicher-DNA wieder stärker in den Vordergrund rückt.

Wie wichtig sind Partner aus Ihrer Sicht für EMC?

Günter Maier: EMC ist keine Channel Company von Grund auf, sondern eine Direct Company, die verstanden hat, dass sie für weiteres Wachstum den Channel als Vertriebsweg braucht. Dass der Hersteller seine gesamte Organisation auf die Partner ausrichtet, das ist nicht passiert. Es gab Tendenzen, mehr auf den Channel zuzugehen und Partner stärker in Themen einzubinden. Seit ein, zwei Jahren wird das Rad aber wieder zurückgedreht. Das kann uns nicht gefallen, auch weil die Bedürfnisse im lokalen Markt weniger berücksichtigt werden.

Das klingt jetzt recht kritisch.

Günter Maier: Es gibt auch viele positive Dinge. So hat EMC eine Support-Organisation und Produkte, die es Partnern erlauben, sich mit eigenen, erweiterten Services einzuklinken. Ebenso finden wir zur Unterstützung unserer Kunden bei EMC schnell geeignete Mitarbeiter. Der Hersteller hat erkannt, dass es hilfreich ist, wenn sich Partner an der Schnittstelle zum Endkunden am Support beteiligen. Die Positionierung dieser Mehrwerte erlaubt es uns, trotz sinkender Margen einen soliden Ertrag zu erwirtschaften.

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