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Encryption | Verschlüsselung

| Redakteur: Gerald Viola

Die Verschlüsselung ist die Wandlung von Daten in eine Chiffretext genannte Form, die von nicht autorisierten Personen nicht leicht zu verstehen ist. Die Entschlüsselung ist der Prozess

Die Verschlüsselung ist die Wandlung von Daten in eine Chiffretext genannte Form, die von nicht autorisierten Personen nicht leicht zu verstehen ist. Die Entschlüsselung ist der Prozess der Wandlung der verschlüsselten Daten zurück ins ursprüngliche Format, sodass sie verständlich sind.

Die Nutzung der Verschlüsselung/Entschlüsselung ist genauso alt wie die Kommunikation selbst. Zu Kriegszeiten kann eine Chiffre, die oft fälschlicherweise als Code bezeichnet wird, eingesetzt werden, um zu verhindern, dass der Feind den Inhalt der Übertragungen abhört. (Technisch betrachtet ist ein Code ein Mittel der Signaldarstellung, die keinesfalls bezweckt, den Inhalt geheim zu halten; Beispiele dafür sind Morsecode und ASCII.) Einfache Chiffren sind beispielsweise den Austausch von Buchstaben durch Zahlen, die Rotation der Buchstaben im Alphabet und das „Scrambling“ von Sprachsignalen, indem man die Seitenbandfrequenzen invertiert. Komplexere Chiffren basieren auf raffinierten Computeralgorithmen, welche die Reihenfolge der Datenbits in digitalen Signalen ändern.

Um den Inhalt eines verschlüsselten Signals leicht wiederherstellen zu können, benötigt man den passenden Entschlüsselungsschlüssel. Der Schlüssel ist ein Algorithmus, der die Arbeit des Verschlüsselungsalgorithmus rückgängig macht. Alternativ kann man einen Computer einsetzen, um die Chiffre zu brechen. Je komplexer der Verschlüsselungsalgorithmus, umso schwieriger wird es, die Kommunikation ohne Zugriff auf den Schlüssel abzuhören.

Die Verschlüsselt/Entschlüsselung ist vor allem in drahtlosen Kommunikationen wichtig. Das rührt daher, dass drahtlose Verbindungen leichter abzuhören sind als fest verdrahtete. Dennoch ist die Verschlüsselung/Entschlüsselung immer eine gute Idee, wenn man eine sensible Transaktion durchführt, beispielsweise einen Online-Einkauf mit Kreditkarte, oder wenn man beispielsweise Betriebsgeheimnisse zwischen verschiedenen Abteilungen einer Organisation austauscht. Je robuster die Chiffre – mit anderen Worten je schwieriger es sich für nicht autorisierte Personen gestaltet, die Chiffre zu brechen – umso besser ist sie im Allgemeinen. Allerdings nehmen die Kosten mit der Robustheit der Verschlüsselung/Entschlüsselung zu.

In den letzten Jahren ist das Thema starke Verschlüsselung sehr kontrovers diskutiert worden. Darunter versteht man Chiffren, die sich im Grunde ohne die für die Entschlüsselung benötigten Schlüssel unmöglich brechen lassen. Während die meisten Unternehmen und deren Kunden es als Mittel zur Bewahrung von Geheimnissen und zur Minimierung von Betrugsfällen sehen, betrachten manche Regierungen die starke Verschlüsselung als potentielles Vehikel, das Terroristen missbrauchen können, um Behörden zu täuschen. Diese Regierungen und dazu zählt auch die US-Regierung plädieren für die Hinterlegung von Schlüsseln bei der Regierung (Key-Escrow). Mit anderen Worten würde jeder, der eine Chiffre verwendet, dazu verpflichtet, der Regierung eine Kopie des Schlüssels zu übergeben. Die für die Entschlüsselung benötigen Schlüssel würden an einer vermeintlichen sicheren Stelle aufbewahrt, nur von den Behörden benutzt und nur dann benutzt, wenn ein Gerichtsbeschluss diese Nutzung anordnet. Gegner dieses Vorschlags befürchten, dass sich Kriminelle in die Key-Escrow-Datenbank einhacken könnten, wo sie dann Schlüssel illegal beschaffen, stehlen oder ändern könnten. Unterstützer des Vorschlags behaupten, dass dies zwar möglich sei, dass aber die Implementierung des Key-Escrow-Systems besser sei als gar nichts dagegen zu unternehmen, dass Kriminelle frei über Verschlüsselungs- und Entschlüsselungstechnologien verfügen könnten.

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