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Virtualisierte IT-Infrastrukturen erfordern neue Ansätze im Bereich Business Continuity Erfolgreiche Disaster Recovery-Pläne durch automatisierte Prozesse

| Redakteur: Florian Karlstetter

Durch den zunehmenden Einsatz von Virtualisierung sollten Unternehmen ihre bisherigen Disaster Recovery-Strategien überdenken, zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Disaster Recovery-Report von Symantec. Dabei sollten vor allem Notfallpläne entwickelt werden, die sowohl virtuelle als auch physikalische Umgebungen umfassen und möglichst automatisiert ablaufen.

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Andreas Zeitler, Vice President und Regional Manager Zentraleuropa, Symantec über Disaster Recovery-Pläne.
Andreas Zeitler, Vice President und Regional Manager Zentraleuropa, Symantec über Disaster Recovery-Pläne.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Zuge des jährlichen Disaster Recovery Reports befragte das Marktforschungsunternehmen Applied Research mehr 1.000 IT-Manager aus großen Unternehmen über ihre aktuellen Disaster Recovery-Strategien. Dabei kam zutage, dass mittlerweile über die Hälfte der Applikationen in Unternehmen als geschäftskritisch eingestuft werden – 2007 waren es noch 36 Prozent. Durch den Anstieg in diesem Bereich sowie der gespeicherten Daten steigt auch die Bedeutung von regelmäßig geprüften Disaster Recovery-Plänen.

Dabei geht es vor allem auch darum, neue Notfallpläne zu evaluieren, die sowohl virtuelle als auch physikalische Umgebungen umfassen. Als Problem stellt sich hierbei jedoch oft heraus, dass Tools und Prozesse aus physischen Umgebungen sich in virtuellen Strukturen oftmals nicht einsetzen lassen oder zumindest einige essentielle Funktionen nicht verfügbar sind.

So gaben beispielsweise 35 Prozent der Befragten an, dass ihre virtuellen Server derzeit nicht in die DR-Pläne des Unternehmens integriert sind. Als Grund nennen über die Hälfte Ressourcenprobleme, die sie von der vollständigen Integration virtueller Systeme in die Backup-Prozesse abhalten. Lediglich bei 37 Prozent umfasst die Backup-Strategie auch die im Einsatz befindlichen virtuellen Systeme.

Rund ein Drittel der interviewten IT-Verantwortlichen sieht dabei die große Anzahl verschiedener Tools und den Mangel an Automatisierung bei der Wiederherstellung als Hindernis beim Schutz sämtlicher geschäftskritischer Daten und Applikationen.

Zwar zeigt die Studie, dass Unternehmen einen Disaster Recovery-Plan heute mittlerweile als essentiell ansehen, allerdings gilt es dabei zu überprüfen, ob die Pläne im Ernstfall auch erfolgreich sind. Jeder dritte Test verfehlt in diesem Zusammenhang die Vorgaben des Recovery Time Objectives (RTO), also der Dauer, die vom Zeitpunkt des Schadens bis zur vollständigen Wiederherstellung der Systeme vergehen darf.

Zu den Hauptgründen für fehlgeschlagene Tests zählen in erster Linie menschliches Versagen, technische Fehler sowie nicht ausreichende IT-Infrastrukturen. Aber auch veraltete Pläne und nicht angemessene Prozesse können zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. Da hierbei von Menschen verursachte Fehler das Hauptproblem darstellen, sollten Disaster Recovery-Tests nach Ansicht von Symantec stärker automatisiert werden.

Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen haben ihre DR-Pläne einmal pro Jahr oder seltener auf dem Prüfstand, meist deshalb, um die Auswirkungen auf das Geschäft gering zu halten. 12 Prozent gaben hingegen an, überhaupt keine entsprechenden Tests durchzuführen – mit entsprechend negativen Auswirkungen: So gehen lediglich 31 Prozent davon aus, dass sie ihre IT nach einem schwerwiegenden Ausfall innerhalb von 24 Stunden wieder voll in Betrieb nehmen könnten. Beinahe die Hälfte der befragten Unternehmen schätzt, dass sie eine komplette Woche benötigen würden, bis der Geschäftsbetrieb wieder vollkommen reibungslos abläuft.

„Das Bewußtsein für die Notwendigkeit von geprüften Disaster Recovery-Plänen ist seit dem letzten Jahr gewachsen“, erklärt Andreas Zeitler, Vice President und Regional Manager Zentraleuropa bei Symantec. „Dennoch besteht ein Nachholbedarf bei Praxistests, einmal im Jahr oder seltener reicht in vielen Fällen nicht aus. Unternehmen befürchten Störungen in ihrem Geschäftsbetrieb, da sie zu wenige automatisiserte Test-Tools einsetzen, um den Einfluss der Assessments auf den Geschäftsbetrieb zu reduzieren. Disaster Recovery-Lösungen, die außerdem auf Virtualisierung zurückgreifen und sich nahtlos in virtuelle Umgebungen einfügen, können eine Lösung dafür sein. Unsere Studie zeigt, dass viele Unternehmen das ähnlich sehen und ihre Pläne dementsprechend neu evaluieren.“

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