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HP Strategie-Update – HP besetigt die Verwirrungen am Markt

Erfolgreiche Transition im Service-Bereich setzt Kräfte für HPs Aufholjagd frei

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IBM ist 200 Akquisitionen voraus

Andererseits muss sich HP – um nicht noch mehr Zeit gegenüber IBM zu verlieren – durchaus Gedanken über größere Akquisitionen machen. IBM hat das PC-Geschäft vor fünf Jahren abgestoßen und seither über 200 Software-Unternehmen akquiriert und integriert, zumeist in den vorher definierten Kernbereichen.

Für HP kommen sicher mehrere Kandidaten in Frage. Anhand der vorher genannten Überlegungen dürfte aber insbesondere Symantec (Markkapitalisierung ca. 12,5 Mrd. US-Dollar) ein interessanter Kandidat sein.

Es ist kaum bekannt, aber Symantec zählt mit einem Jahresumsatz von über 6,2 Mrd. US-Dollar zu den größten Software-Anbietern weltweit, weist einen Nettoprofit von 0,6 Mrd US-Dollar aus, also eine Marge von rund 10 Prozent, und hat in den letzten Jahren selbst aggressiv akquiriert.

Dies wäre sicher keine schlechte Idee, das „PSG-Geld“ hier anzulegen, aktuell handelt es sich aber dabei nur um eine reine Spekulation. Aus Sicht der Experton Group liegt HP bei der aktuellen Strategie insbesondere bei zwei Annahmen falsch:

Wert und Einfluss des Client Business

Man kann der Meinung sein, dass es sich beim Client Business um ein reines Commodity-Geschäft handelt, bei dem alles austauschbar ist und damit kein Wettbewerbsvorteil zu erzielen ist. Folgende Dinge sprechen dagegen:

  • Die Diskrepanz zwischen Consumer Clients und Business Clients ist mittlerweile immens. Consumer Clients haben einen Innovationszyklus von 4 bis 6 Monaten, im Business Bereich ist wesentlich mehr Kontinuität gefragt. Daher sind durchaus unterschiedliche Geschäftsmodelle gefragt, was aber auch einen Vorteil für auf den Business Bereich konzentrierte Anbieter sein kann.
  • Innovationen kommen auch in Zukunft primär aus dem Consumer-Segment, die Adaption für das Business-Segment kann aber durchaus aufwändig sein, wie aktuelle Erfahrungen mit dem iPad beweisen.
  • HP ist weltweit einer der führenden Anbieter von Managed Desktop Services dies ist für viele Kunden auch mit den Produkten verknüpft.
  • Das aktuell wertvollste Unternehmen der Welt heißt Apple. Von dieser Firma kommen die Imageträchtigsten und zukunftsweisendsten Produkte im Client Bereich. Das zeigt, dass mit dem richtigen Geschäftsmodell im Client-Bereich Geld zu verdienen und Werte zu steigern sind.
  • Die Consumerization der ICT wird weiter fortschreiten und HP klinkt sich mit diesem Schritt aus diesem Bereich aus. Hierdurch riskiert HP aus strategischer Sicht auch, den Device-Kontakt zur jungen Generation zu verlieren, die nun in die Unternehmen kommt und in wenigen Jahren dort an entscheidenden Stellen sitzen wird.

Wert und Zukunft des Software Business

HP (und andere) sind offensichtlich der Meinung, dass die aktuell sehr hohen Margen im Software-Bereich für sehr lange Zeit Bestand haben werden. Die Experton Group ist davon überzeugt, dass diese Margen in den nächsten Jahren (insbesondere durch Cloud Services und SaaS) in den meisten Disziplinen stark unter Druck kommen werden. Aus Sicht der Experton Group investiert HP also in ein Segment, in dem die Margen tendenziell zurückgehen.

weiter mit: Zwei unangenehme Fragen

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